Herbede

Schulterklopfen beim Stadtteilforum in Herbede

Herbedes Nachwuchs tobt sich aus: Die Mittelpunktspielfläche Meesmannstraße wurde im Juni 2014 eröffnet.Foto: Nitsche

Herbedes Nachwuchs tobt sich aus: Die Mittelpunktspielfläche Meesmannstraße wurde im Juni 2014 eröffnet.Foto: Nitsche

Foto: WAZ/FotoPool

Witten.   Beim Stadtteilforum blicken Bürger zufrieden zurück und in die Zukunft. Hohe Wohnqualität hat ihren Preis: Freie Häuser oder Bauland sind Mangelware.

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Zur Zukunft der Hardensteinschule gab es am Donnerstagabend in der Hardensteinschule wider Erwarten nichts Neues. Und ums Gerberviertel mag sich südlich der Ruhr auch keiner mehr streiten. So geriet das dritte Stadtteilforum zu einer Mischung aus Zwischenbilanz, Noch-Zu-Tun-Liste und gegenseitigem Schulterklopfen.

Dafür gibt es in Herbede einigen Anlass. Der Herbeder (die Herbederin ist da natürlich eingeschlossen) lebt dem Vernehmen nach gerne in Herbede, schätzt Ruhrtal, Hügel und Hölzer, die kleinteilige dörfliche Struktur. Und er engagiert sich aus freien Stücke und in hohem Maß bürgerschaftlich.

„Schöner kann man nicht wohnen“, meinte eine Herbederin unwidersprochen. Die hohe Wohnqualität hat aber einen Pferdefuß. „Wenn hier mal ein Haus zum Verkauf stehen soll, geht es vorher unter der Hand weg“, so ein Alteingesessener. Das Baugebiet Vormholz-Süd ist voll. In Durchholz (altes Schulgelände), dem einzigen noch geplanten größeren Baugebiet, herrscht weiter Stillstand.

Geförderter Wohnungsbau

„Eine Idee“, also noch nicht ganz spruchreif, sei es, auch in Herbede den geförderten Wohnungsbau anzustoßen, sagte Sozialdezernent Frank Schweppe. „Dafür gibt es sagenhafte Konditionen.“

Projekte: Einzelhandel und Pflegeplätze

Im Zentrum stellt sich der Einzelhandel neu auf: Edeka will am Rathauskreisel bald loslegen, Sommer/Herbst 2016 eröffnen. Der neue Netto (Wittener-/Rautertstraße) will ein Jahr später nachlegen – sich vergrößern, mit Wohnungen huckepack. Unternehmer Ulrich Dienhart steht in den Startlöchern, um zwischen dem Rathaus der Medizin und Bahn eine Wohnanlage mit 38 Vollzeitpflegeplätzen und 24 Altenwohnungen zu errichten.

Herbeder sind älter als Wittener insgesamt

Der Durchschnittsherbeder (46,9) ist anderthalb Jahre älter als der gemeine Wittener, der Seniorenanteil (23,6) liegt einen Prozentpunkt höher als im Rest der Stadt. Und die Herbeder sind relativ gut versorgt: weniger Arbeitslose, weniger Harz-IV- und Grundhilfebezieher als in ganz Witten.

Was bietet Herbede seiner Jugend? Die beklagt, man komme mit dem Bus nicht schnell genug weg: zu weite Wege in die Zentren, zu schlechter Takt in den Randzeiten. Der Skaterpark Zeche-Holland-Straße soll 2016 runderneuert werden. Dem Einwurf „für die 20-Jährigen ist nix los“ wird gekontert, das Bürgerhaus Vormholz sei an 51 Wochenenden im Jahr vermietet – zum Großteil an junge Leute.

Neubau der Ruhrbrücke

Der Landesbetrieb Straßen NRW sucht gerade ein Büro, das den Neubau der Ruhrbrücke ab Mitte 2016 erst richtig planen soll. Bis zum Start könnten noch drei Jahre vergehen. Dieter Müller (70), einst 25 Jahre für die SPD im Kreistag, präsentierte seine Idee, den neuen Brückenbogen nur über die Ruhr zu schlagen, „so dass die Schwalbe drunter her passt“, den Mühlengraben und die Bahn aber ebenerdig zu kreuzen. Das verbessere viele Verbindungen, und Haus Herbede käme schöner zur Geltung. Mit dieser Idee war Müller einst im Regionalrat schon so erfolgreich wie Don Quichotte im Kampf gegen Windmühlen. Aber das scheint bisweilen das Schicksal eines typischen Herbeders zu sein.

Zukunft der Hardenstein-Gesamtschule

Die Hardensteinschule werde, „egal wie oder wo,eine hohe Investition erfordern“, sagte Bürgermeisterin Sonja Leidemann. Die Stadt prüft sechs Szenarien für die Zukunft der Schule und rechnet die Kosten durch.

Eine Variante sieht den Verbleib am Standort vor, eine weitere einen Neubau am Nebenstandort Vormholzer Ring, eine andere den Umzug nach Witten. Im Januar soll die Politik über die sechs Szenarien beraten.

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