Marien-Hospital

Soforthilfe Witten reicht Patienten im Notfall Rettungsring

Azerina Schulz (li.) und Laura Pohl von der Soforthilfe Witten am Marien-Hospital haben Edeltraut Brune (re.) symbolisch einen „Rettungsring“ überreicht.

Azerina Schulz (li.) und Laura Pohl von der Soforthilfe Witten am Marien-Hospital haben Edeltraut Brune (re.) symbolisch einen „Rettungsring“ überreicht.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Seit gut sechs Monaten gibt es die Soforthilfe für medizinische Notfälle in Witten. Eine Betroffene berichtet, wie ihr dort geholfen wurde.

Bei Edeltraut Brune war die Not groß. „Die Krankheit meines Mannes hatte sich verschlimmert und wir brauchten dringend einen höheren Pflegegrad“, sagt die 65-Jährige. Aber mit Anträgen tue sie sich sehr schwer und einen Computer haben die Brunes auch nicht. „Ich wusste echt nicht weiter – aber dann erinnerten wir uns an den Artikel über die Soforthilfe, den wir in der WAZ gelesen hatten.“ Edeltraut Brune rief dort an und bekam Hilfe. Sie ist dankbar dafür: „Eine tolle Sache. Ich fühle mich richtig gut aufgehoben.“

Bereits 100 Patienten haben sich bei der Soforthilfe gemeldet

So wie die Brunes haben sich bereits 100 weitere Patienten an die Soforthilfe gewandt. Vor einem halben Jahr wurde der neue Service der St. Elisabeth-Gruppe, zu der auch das Marien-Hospital gehört, in Witten eingerichtet – nach dem Vorbild in Herne, wo es ihn schon seit elf Jahren gibt. Die Pflegemanagerinnen Azerina Schulz und Laura Pohl sind hier rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, telefonisch erreichbar. Sie vermitteln Menschen in allen medizinischen und pflegerischen Notlagen schnell und unbürokratisch Hilfeleistungen. Einen Pflegedienst oder Kurzzeitpflegeplatz finden, Formulare ausfüllen, ein Gang zum Arzt oder in die Klinik, die Weitervermittlung an einen anderen Fachmann: All das übernehmen die beiden Mitarbeiterinnen persönlich und direkt. „Unsere Maxime ist: Wenn heute der Anruf kommt, ist morgen der erste Teil bereits geklärt.“

Dabei gehe es nicht darum, den Betroffenen eine Liste mit Ansprechpartnern in die Hand zu drücken. „Wir telefonieren selbst und klären ab, dass die Hilfen auch wirklich bei den Menschen ankommen.“ Vor kurzem habe etwa eine völlig überforderte Tochter um Hilfe bei der Betreuung ihres psychisch kranken und aggressiven Vaters gebeten. „Wir haben den sozialpsychiatrischen Dienst eingeschaltet, den Mann zu einem Termin beim Neurologen begleitet und die ambulante psychiatrische Pflege organisiert“, schildert Laura Pohl einen Fall aus der Praxis. Es habe sich so alles zum Guten gewendet.

Junge wie Alte haben sich in den letzten sechs Monaten bei der Soforthilfe gemeldet. Betreut werden Menschen aus Witten, Herdecke und Wetter. Patient im Marien-Hospital zu sein, ist keine Bedingung. „Im Gegenteil: Da kümmert sich ja auch das Entlassmanagement um die Fälle.“ Anders als in Herne, wo es viele psychiatrische Patienten gebe, habe sich in Witten ein Schwerpunkt bei den älteren Hilfesuchenden gebildet. Azerina Schulz: „Und das wird in Zukunft sicher noch zunehmen – wir spüren hier bereits den demografischen Wandel.“ Die Pflegemanagerin zieht nach dem ersten halben Jahr eine rundum positive Bilanz. Die Soforthilfe sei von Patienten wie Netzwerk-Partnern gut angenommen worden – und es gebe so viel zu tun, dass im nächsten Monat eine neue Kollegin das Team verstärken wird.

Edeltraut Brune gibt die Nummer gerne weiter

Auch Edeltraut Brune will sich bei der nächsten Frage wieder an die Soforthilfe wenden – und empfiehlt das auch gerne anderen Betroffenen. Denn die könne einem in schlimmen Zeiten Ruhe und Sicherheit geben, lobt die Wittenerin. „Sie ist das Beste, was mir in der langen Krankengeschichte meines Mannes passiert ist.“

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