Ruhrstraße

Luft an der Ruhrstraße: Stadt kämpft um wenige Mikrogramm

Die kleine Messstation ander Ruhrstraße misst die dortige Stickstoffdioxid-Belastung, an der Busse einen großen Anteil haben.

Die kleine Messstation ander Ruhrstraße misst die dortige Stickstoffdioxid-Belastung, an der Busse einen großen Anteil haben.

Foto: Jürgen Theobald

Witten.   Die Luftwerte an der Ruhrstraße haben sich deutlich verbessert, sind aber noch zu hoch. Die Stadt Witten fragt sich, woran es liegen könnte.

Obwohl die Stadt die EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid an der Ruhrstraße weiterhin nicht einhält, sieht sie sich bei der Durchsetzung des Luftreinhalteplans auf gutem Wege. Nach Auskunft der städtischen Arbeitsgruppe Umwelt liegt die Stadt im Vergleich zu anderen Städten „ganz weit vorne“, wenn es um die Verringerung der Stickstoffdioxid-Werte an der Ruhrstraße geht.

Letzte Messungen des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz haben gezeigt, dass sich die Luft an der Ruhrstraße wieder leicht verschlechtert hat – von 43 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft im Jahr 2017 auf 44 Mikrogramm in 2018. Nach Angaben der Stadt handelt es sich bei diesen Zahlen um gerundete Werte. Die Luft habe sich nur um rund 0,4 NO2 µg/m³ verschlechter, von 43,28 auf 43,65 Mikrogramm. Deshalb könne man nicht von einer wirklichen Verschlechterung sprechen, sagt Stadtsprecher Helmut Sonder. „Die Werte stagnieren seit einigen Jahren und haben sich auf rund 43 Mikrogramm eingependelt.“ Der EU-Richtwert liegt bei 40 Mikrogramm.

Maßnahmen haben Luft verbessert

Unter diesen Wert zu kommen, ist weiterhin erklärtes Ziel der Stadt. „Doch erfahrungsgemäß sind die letzten paar Prozent immer die schwierigsten, weil die wichtigsten Maßnahmen schon ergriffen wurden“, erklärt Sonder. Zuletzt wurde die Ampelschaltung an der Ruhrstraße verändert. Zuvor hat man Linksabbiege-, Halteverbote und Tempo 30 eingeführt sowie Poller entfernt und Parkplätze aufgegeben.

Als die schlechteren Messwerte 2006 – damals noch 52 Mikrogramm/Kubikmeter Luft – für die Ruhrstraße bekannt wurden, war sogar noch seitens von der Bezirksregierung eine Umwandlung der Straße in eine Fußgängerzone nicht ausgeschlossen worden – sozusagen als „ultima ratio“. Seitdem haben sich die Werte durch die verschiedenen Maßnahmen ständig verbessert. Nicht zuletzt hofft man, dass eines Tages auch E-Busse durch die Straße fahren. Die Veränderung der Ampelphase diente nicht zuletzt dem Zweck, den Busverkehr mit seinem Dieselabgasen flüssig zu machen.

Viele Fragen sind offen

Bevor man in Abstimmung mit der Bezirksregierung nun noch weitere Maßnahmen abstimmt, muss die Stadt laut Sonder zunächst Ursachenforschung für den stagnierenden Messwert an der Ruhrstraße betreiben – und damit auf folgende Fragen Antworten finden: Welchen Einfluss auf die Messwerte könnte der Jahrhundertsommer gehabt haben? Wie haben sich Baustellen auf den Verkehr in der Ruhstraße ausgewirkt? Ist zum Beispiel durch den Umbau der Kreuzung Dortmunder Straße/Husemannstraße schon die erhoffte Entlastung der Ruhrstraße eingetreten? Sonder: „Es ist anzunehmen, dass andere Baustellen – insbesondere die an der Pferdebachstraße – auch dazu führen, dass die Ruhrstraße vorübergehend noch mehr Verkehr aufnehmen muss.“

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