Europa-Wahl

Viele Fördermittel der Europäischen Union stecken in Witten

Die Ruhr Inline Bahn am Kemnader See wurde zu 80 Prozent von der EU finanziert.

Die Ruhr Inline Bahn am Kemnader See wurde zu 80 Prozent von der EU finanziert.

Foto: Kai Kitschenberg

Witten.  Oft scheint die EU weit weg. Doch viele Projekte in Witten wären ohne EU-Mittel wohl nicht realisiert worden.

Oft scheint die Europäische Union weit weg zu sein, weit weg vor allem von unserem Alltag. Dabei treten viele Wittener jeden Tag wortwörtlich mit den Füßen, was Europa hier vor Ort möglich gemacht hat: Wer sich in der Innenstadt bewegt, etwa in die Stadtgalerie einkaufen geht oder ein Eis auf dem Berliner Platz isst und dabei das Wasserspiel beobachtet, steht quasi in direktem Kontakt mit dem ach so fernen Brüssel.

Denn für die Umgestaltung des zentralen Platzes und für den City-Bogen, der ihn mit der Stadtgalerie und diese mit der Bahnhofstraße verbindet, sind fast anderthalb Millionen Euro an Fördergeldern der EU geflossen. Damit trug die Union fast 80 Prozent der Gesamtkosten.

Aufwertung des Breddegartens

Finanziert wurden durch diese EU-Mittel auch der Umbau der Berliner Straße in der Nähe des Bahnhofs und die Aufwertung des Breddegartens. „Das alles lief im Förderzeitraum 2007-13 unter dem Projektnamen Brückenbauen“, sagt Wolfgang Knoll vom zentralen Zuschussmanagement der Stadt. Auch die „Soziale Stadt Annen“ wurde seitens der EU mit-finanziert.

Wer gerne eine Runde um den Kemnader See dreht, könnte einmal Richtung Brüssel winken: Die 2014 fertiggestellte Skaterbahn mit zehn Kilometern Länge hat ebenfalls zu rund 80 Prozent die Europäische Union bezahlt. Genauer gesagt 3,2 von 4 Millionen Euro.

Zwei wichtige Fördertöpfe

Die Finanzspritzen, die Witten aus Brüssel erhält, stammen großteils aus zwei Töpfen: dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Sozialfonds (ESF). Wobei der EFRE-Fonds sein Augenmerk auf die wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität der Bürger in den einzelnen Mitgliedsstaaten legt. Die Mittel aus dem ESF sollen Beschäftigung, Bildung und Chancengleichheit fördern.

In der aktuellen Förderperiode, 2014-2020, sind so nach einer Zwischenbilanz des Regionalverbands Ruhr (RVR) bislang über 800.000 Euro über EFRE nach Witten geflossen. Die Mittel des Europäischen Sozialfonds werden teils zentral über den Bund, teils durch Förderprogramme auf Landesebene an die Antragssteller vor Ort weitergeleitet. So bewilligte NRW 86 Wittener Projekten mit einem Gesamtvolumen von 1,8 Millionen Euro eine Unterstützung durch ESF-Mittel.

Bürgermeisterin spricht von 13 Millionen

Der Bund förderte 82 Anträge im EN-Kreis mit 1,1 Millionen Gesamtvolumen. Zahlen für Witten liegen hier nicht vor. Die Quabed etwa erhielt aus diesem Topf rund 51.500 Euro für ein Programm, das Müttern mit Migrationshintergrund den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern sollte.

Die Edelstahlwerke erhalten mit 14 Partnern fünf Millionen Euro aus dem EU-Programm „Horizont 2020“. Sie testen die Rückgewinnung von Wertstoffen aus Abwässern der metallverarbeitenden Industrie. Die Bürgermeisterin bezifferte bei der Maikundgebung die Förderung aus Brüssel von 2014 bis 2020 sogar mit insgesamt 13 Millionen Euro.

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