Gericht

Vorbestrafter Wittener (18) muss zwei Jahre in Jugendhaft

Foto: David-Wolfgang Ebener / dpa

Witten.  Der junge Wittener hat Fahrräder geklaut und Polizisten beleidigt. Ein Stinkefinger war dabei im Spiel.

Wegen Raubes, mehrerer Diebstähle und Beleidigung drückte am Donnerstag ein 18-jähriger Wittener die Anklagebank vor dem Jugendschöffengericht in Bochum. Der bereits einschlägig Vorbestrafte gestand, er habe Fahrräder gestohlen sowie einen Bekannten überfallen und ihm seine Playstation abgenommen. Außerdem gab er zu, Polizisten den Stinkefinger gezeigt zu haben.

Die Vorsitzende Richterin zitierte die Vorstrafenakte des jungen Mannes: Versuchter Raub, Diebstähle, Körperverletzung, Besitz von Betäubungsmitteln und falsche Verdächtigung – das alles zählte sie auf. Erst eine Woche vor den ersten neuen Taten war der Mann bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Doch er machte nahtlos weiter.

Im Juni 2018 bedrohte er zusammen mit einem Komplizen einen Bekannten in dessen Wohnung auf der Eckertstraße in Annen. Mit einem Messer habe er nicht gedroht, aber damit, ihn zu schlagen, erklärte der Angeklagte. Die Beute des Raubzugs: eine Playstation 4.

Wittener hat gestohlen, um Drogenkonsum zu finanzieren

Im März 2019 entwendete der Mann ein Fahrrad sowie einen Werkzeugkoffer aus einer Garage an der Pferdebachstraße sowie zwei weitere Fahrräder aus einer Tiefgarage in Heven. „Ich hatte kein Geld und musste meinen Drogenkonsum finanzieren“, erläuterte der Angeklagte. Er rauche täglich drei bis fünf Gramm Cannabis. Mit dem Kiffen angefangen habe er als 14-Jähriger und zuletzt habe er auch Kokain konsumiert. Eine Entzugstherapie hatte er jedoch abgebrochen.

Dafür, dass er am 24. März 2019 zwei Polizisten auf der Hans-Böckler-Straße mit dem Stinkefinger beleidigte, entschuldigte er sich. „Es tut mir leid, aber ich war zugedröhnt“, meinte er. Die Staatsanwältin betonte, der Angeklagte sei Bewährungsversager und habe die Chance, in der Haft eine Ausbildung zu absolvieren. Sie forderte zwei Jahre Jugendstrafe unter Einbeziehung der vorher erfolgten Verurteilung zu neun Monaten auf Bewährung.

Das Gericht verurteilte den jungen Mann zu zwei Jahren Jugendhaft. Bei dem Heranwachsenden lägen schädliche Neigungen vor. Strafmildernd sei lediglich der Umstand, dass er die Taten gestand und die Geschädigten das Diebesgut zurückerhielten.

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