Streit im Ardey

Wartenbergweg führt nicht mehr über Privatgrundstück

Der Wartenbergweg ist in Höhe Hausnummer 86 für die Durchfahrt von Fahrzeugen und Radfahren seit Kurzem gesperrt.

Der Wartenbergweg ist in Höhe Hausnummer 86 für die Durchfahrt von Fahrzeugen und Radfahren seit Kurzem gesperrt.

Foto: Jürgen Theobald

Witten.   Der Sauerländische Gebirgsverein hat die Wanderroute abgeändert. Der neue Teil des Wanderwegs A3 führt nun durch ein Waldstück.

Manchmal kann ein Streit so einfach beigelegt werden: Seit 2008 gibt es immer wieder Ärger um einen Wanderweg im Ardey. Der Wartenbergweg führt über ein Privatgrundstück, der Eigentümer hat mit einem Tor den Weg nun versperrt (wir berichteten). Am Wochenende hat der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) kurzerhand einen neuen Weg eingezeichnet.

Die neue Wartenbergrunde mit der Kennzeichnung „A 3“ biegt kurz vor der Sperrung durch den Eigentümer nach rechts in den Wald ab. Dort gebe es einen „vernünftig begehbaren Weg“, so Martin Hintelmann vom SGV. „Das ist kein Trampelpfad.“ Nach etwa 400 Metern stößt man dann wieder auf die Original-Strecke. Einen Umweg läuft oder radelt man dabei nicht.

„Man kann ja auch vernünftig miteinander reden“

Die Vereinsmitglieder des SGV fühlten sich berufen, „in der Angelegenheit um den Wartenbergweg auch einen Beitrag zu leisten“, so Hintelmann. Der Verein zeichnet im gesamten Stadtgebiet die Wanderwege aus und erhält dafür von der Stadt Witten einen Obolus. Der Wartenberg fällt in das Aufgabengebiet von Wegewart Maximilian Lezhinsky. „Man kann ja auch vernünftig miteinander reden“, findet dieser. Nach einer Ortsbesichtigung und Gesprächen mit dem Anlieger machte er sich an die Arbeit und kennzeichnete den neuen Weg.

Streit begann vor zehn Jahren

Auf die Kartenwerke des SGV greifen auch digitale Kartendienste , die zum Beispiel Navigationssysteme für Wanderer anbieten. Wann die Änderungen dort zu finden sind, sei unklar, so Martin Hintelmann.

Wie berichtet, war der Streit um den Wartenbergweg nach zehn Jahren wieder aufgeflammt. Schon 2008 hatte sich Eigentümer Rainer Fornahlgeärgert über Autofahrer, die über sein Grundstück eine Abkürzung nahmen, oder Radler, die ihr Rad auf dem Stück schieben sollten. Er brachte Verbotsschilder an. Seit 2011 dauert ein gerichtliches Meditationsverfahren. Mit seiner Kulanz war der Eigentümer nun am Ende – ein Metalltor versperrt nun den Weg.

Die Wanderfreunde zeigen für diese Haltung übrigens Verständnis: „Wenn sich die Leute nicht anständig benehmen können, ist dieses Entscheidung nachvollziehbar.“

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