„Moderne Sportstätte 2022“

Wie Wittens Sportvereine an 1,3-Millionen-Förderung kommen

Die Freude über das Förderprogramm dürfte auch bei der TuRa Rüdinghausen und seiner Tanz-Formation Kiwis groß sein. Nun heißt es für die Vereine: Förderantrag schreiben.

Die Freude über das Förderprogramm dürfte auch bei der TuRa Rüdinghausen und seiner Tanz-Formation Kiwis groß sein. Nun heißt es für die Vereine: Förderantrag schreiben.

Foto: Jürgen Theobald (theo) / FUNKE Foto Services

Witten/EN-Kreis.  Sportstätten im EN-Kreis werden vom Land gefördert. Ein Antrag kann ab Herbst gestellt werden – aber nur bestimmte Vereine sind antragsberechtigt

1,3 Millionen Euro vom Land für die Sportvereine in Witten: „Das ist einzigartig, eine so große Chance gab es noch nie“, freut sich Philipp Topp, Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB). Die erste Freude hat sich inzwischen etwas gelegt – die über den hohen Förderbetrag aus dem NRW-Programm „Moderne Sportstätte 2022“, das die Landesregierung vergangene Woche vorgestellt hat. Nun werden KSB und Stadtsportbund (SSB) aktiv, um die „Mittel auch möglichst wirksam zu verteilen“, wie Topp mitteilte.

Die Vereine werden in den nächsten Wochen angeschrieben, um mehr über das Programm zu erfahren. Bis Anfang der Sommerferien wollen KSB und SSB dann feststellen, welche Vereine überhaupt antragsberechtigt sind. „Wichtig ist, dass der Verein Eigentümer der Sportstätte ist“, sagt Topp. „Allein in Witten gibt es schätzungsweise mehr als 40 Vereine mit vereinseigenen Anlagen, die mit ihren finanziellen Mitteln den Bedarfen kaum gerecht werden können“, ergänzt er. Ist ein Verein nur Mieter oder Pächter, muss er nachweisen, dass er Reparaturen selbst übernimmt und der Vertrag noch zehn Jahre Bestand hat.

Startschuss am 1. Oktober

Wie viele Vereine nun ein Stück von dem Kuchen abbekommen, hängt auch damit zusammen, wie teuer die einzelnen Investitionen sind. Gefördert wird ab 10.000 Euro. Dann können 50 bis 90 Prozent der Kosten übernommen werden.

Ziel des NRW-Programms ist es, vor allem Modernisierungen voranzutreiben, welche die Barrierefreiheit, die Digitalisierung, Geschlechtergerechtigkeit, Unfallvermeidung und die energetische Sanierung betreffen. Letzteres könne eine neue Heizung bedeuten – und die wird laut Topp in manchen Sportstätten dringend gebraucht. „Mancherorts ist die Heizung defekt. Hier hätten die Vereine am liebsten schon vor Monaten angefangen zu sanieren, um nicht irgendwann vom kalten Wetter überrascht zu werden.“

Über das Förderprogramm ließe sich eine neue Heizung aber auch nur dann finanzieren, wenn es längst wieder kühler geworden ist: Am 1. Oktober wird das Online-Förderportal des Landessportbundes für das neue Förderprogramm freigeschaltet. Dort müssen die Sportvereine dann Kostenplan und Beschreibung ihres Vorhabens einreichen. Der Stadtsportverband leitet dann eine Liste von Förderempfehlungen an die Staatskanzlei NRW weiter, wo der Förderentscheid getroffen wird.

Kein Geld für Dreifachsporthalle aus dem Programm

Nicht profitieren können von „Moderne Sportstätte 2022“ Profi-Sportvereine, die in der ersten Liga spielen. Auch können keine Gelder für städtische Sporthallen aufgewendet werden, die vor allem für den Schulsportunterricht genutzt werden. Planungen für eine neue Dreifachturnhalle in der City, hinter die sich jüngst der Sportausschuss einstimmig gestellt hat, werden also aus dem städtischen Haushalt finanziert werden müssen.

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