Herzkatheter

Wittener Marien-Hospital eröffnet drittes Herzkatheterlabor

Der Chefarzt der kardiologischen Abteilung, Dr. Hans-Jörg Hippe, steht im neuen Herzkatheterlabor des Wittener Marien-Hospitals. Im Hintergrund wird gerade einem Patienten ein Herzschrittmacher implantiert.

Der Chefarzt der kardiologischen Abteilung, Dr. Hans-Jörg Hippe, steht im neuen Herzkatheterlabor des Wittener Marien-Hospitals. Im Hintergrund wird gerade einem Patienten ein Herzschrittmacher implantiert.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Das Marien-Hospital Witten hat ein drittes Herzkatheterlabor eröffnet. Eine 83-Jährige zählte zu den ersten Patienten, die dort behandelt wurden.

Immer mehr Patienten mit Herzproblemen werden im Marien-Hospital behandelt – um die 4500 Menschen im Jahr. Nun hat die Klinik ihr drittes Herzkatheterlabor eröffnet und dafür rund zwei Millionen Euro investiert.

Hanni Suttrop aus Witten-Herbede hat sich als eine der Ersten dem Eingriff im neuen Labor unterzogen. Es sei aber nicht so schlimm gewesen, sagt die 83-Jährige. Schon mehrmals musste die Seniorin auf den OP-Tisch, weil ihr Herz Probleme gemacht hat.

2013 bekam sie das erste Mal schlecht Luft und musste in die Klinik. Damals wurde der Katheter noch über die Leiste gelegt. „Acht Stunden musste ich danach liegen bleiben und auf die Toilette durfte ich auch nicht.“ Jetzt hat sie nur eine örtliche Betäubung bekommen und aufs Klo durfte sie auch sofort wieder. Der Zugang erfolgte über das Handgelenk. „Minimalinvasiv“ nennen die Experten das, ein Eingriff so schonend und geringfügig wie möglich.

Neues Röntgengerät ist das Herzstück des dritten Labors

„Anders würden wir eine so hohe Patientenanzahl gar nicht stemmen können“, begründet der Chefarzt der Kardiologischen Klinik, Privatdozent Dr. Hans-Jörg Hippe (49), den Bau des dritten Herzkatheterlabors. Es verfügt über die neueste Technik. Gerade das neue Röntgengerät wird hervorgehoben: weniger Strahlen, weniger Krebsrisiko, besser für die Haut. Und: Wegen der hohen Auflösung des Bildschirms könnten Krankheiten besser erkannt werden.

Es gibt viele Gründe für Herzprobleme. Natürlich kann auch das Alter eine Rolle spielen, ebenso wie Rauchen, Diabetes und genetische Veranlagung. Wenn es ernste Anzeichen für eine Verengung der Gefäße durch Verkalkung oder Verfettung gibt, wird oft eine Katheteruntersuchung notwendig.

Die Risiken der Operation sind gering, da es nur ein kleiner Eingriff ist

Dabei wird ein Schlauch in die Arterie am linken Arm des Patienten eingeführt und bis zum Herzen geschoben. Dann spritzen die Ärzte ein Kontrastmittel durch den Schlauch in die Herzkranzgefäße, die dadurch auf dem Röntgengerät zu sehen sind.

„Wenn wir erkennen, dass die Gefäße verengt oder ganz verstopft sind, weiten wir sie mit einem kleinen Ballon am Ende des Katheters“, sagt der Mediziner. Das Ganze dauert heute nicht länger als eine Stunde. Zur Sicherheit müssen die Patienten danach einen Tag in der Klinik bleiben. Die Risiken der Operation seien gering, da es sich nur um einen kleinen Eingriff handele.

Für den Patiententag anlässlich der bundesweiten Herzwochen am 21. November hat das Krankenhaus ein Programm vorbereitet, das den Besuchern die Angst vor dem Eingriff nehmen soll. Chefkardiologe Hans-Jörg Hippe und der leitende Oberarzt Dr. Andreas Pflaumbaum klären rund um das Thema „Plötzlicher Herztod“ auf. Besucher können sich das neue Labor ansehen – und sogar Hand anlegen. Oberarzt Holger Priebe-Brämer zeigt, wie Menschen wiederbelebt werden können.








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