Projektraum

Wittener Wiesenviertel hat jetzt ein eigenes Wohnzimmer

Ein Wohnzimmer fürs Wiesenviertel: Der Projektraum „Lokal" soll die Bewohner des Quartiers zusammenbringen. Die aktuellen Veranstaltungen hängen im Schaufenster an der Wiesenstraße 26 aus.

Ein Wohnzimmer fürs Wiesenviertel: Der Projektraum „Lokal" soll die Bewohner des Quartiers zusammenbringen. Die aktuellen Veranstaltungen hängen im Schaufenster an der Wiesenstraße 26 aus.

Foto: Barbara Zabka

Witten.  Im „Lokal“ können sich Wittener treffen und gemeinsam Projekte auf die Beine stellen. Besonderes ältere Leute könnten von der Idee profitieren.

Neugierige Blicke auf der Wiesenstraße: Passanten schauen durch ein frisch geputztes Schaufenster ins Innere eines Ladenlokals. Jahrelang türmten sich dort die Schnittmuster und Stoffe von „Petras Stoffelchen“. Nun ist an der Wiesenstraße 26 ein Treffpunkt für Quartierbewohner entstanden – fast wie ein Vereinsheim, nur ein bisschen hipper.

Die Tür schwingt auf. Innen riecht es nach frisch verarbeitetem Holz. Die Wände sind noch ziemlich kahl. Nur an einer Seite hängt eine riesige Pinnwand. „Wir brauchen...“, steht auf einem braunen Zettel. Darunter hängt eine lange Liste. Mehrfachsteckdosen, Geschirrtücher, Sponsoren – vieles fehlt dem neu eröffneten Treffpunkt „Lokal“ noch, aber der größte Schritt ist schon getan.

Einen Wohlfühlort schaffen

Benjamin Weu sitzt mit seinem Laptop auf einer Holzbank. Der 24-Jährige ist Mitglied im Wiesenviertel-Verein. Am Wochenende hat der Verein das „Lokal“ eingeweiht. „Wir wollten einen Wohlfühlort schaffen“, sagt Weu. „Menschen sollen hier arbeiten können und Ansprechpartner finden.“ Das Konzept ist einfach: Wenn der Raum besetzt ist, können Besucher reinschauen. „Jeder kann uns anquatschen oder Fragen stellen“, so Weu. Besonders die ältere Generation sei froh, dass es nun einen analogen Ort zum Vernetzen gäbe. „Ansonsten ist es für Menschen ohne Internet gar nicht so leicht, sich auszutauschen.“

Wer einen Strickkurs leiten, Spieleabende organisieren oder gemeinsam kochen möchte, kann im „Lokal“ die passenden Ansprechpartner finden. „Jede Idee ist willkommen“, sagt Benjamin Weu. Es werden noch Helfer gesucht, die den Raum weiter verschönern wollen. Etwa 25 bis 30 Wittener haben bisher mit angepackt. Ein Nachbar hat Holzmöbel zusammengezimmert. Der Fensterputzer, der die Scheiben vom Knuts sauber hält, hat dem „Lokal“ zur Eröffnung frisch polierte Schaufenster geschenkt.

Montags und mittwochs geöffnet

Eine Konkurrenz zum gegenüberliegenden „Café Raum“ oder dem Knuts ist der Projektraum nicht. Denn das „Lokal“ ist kein Gastrobetrieb. „Klar, kann man sich hier auch mal ‘ne Kanne Kaffee kochen“, sagt Benjamin Weu. „Aber wer richtig guten Kaffee möchte, geht immer noch rüber ins Café.“ Bisher sind die festen Öffnungszeiten Montagvormittag und Mittwochnachmittag. Der Wiesen-Verein wünscht sich aber, dass der Raum in Zukunft jeden Tag öffnen kann.

Weu hat seinen Arbeitsplatz zurzeit schon ins „Lokal“ verlegt. Der Freiberufler organisiert gerade das Wiesenviertelfest am Samstag, 13. Juli. Er arbeitet gern vom „Lokal“ aus. Denn der Standort bringt einen entscheidenden Vorteil: „Leute, die man eh anrufen wollte, laufen einfach am Fenster vorbei.“

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