Prozess vor Gericht

Wittenerin ersticht ihren Mann nach 23 Jahren Ehe

Die Bluttat ereignete sich in einer Wohnanlage an der Winkelstraße in Witten.

Die Bluttat ereignete sich in einer Wohnanlage an der Winkelstraße in Witten.

Foto: foto. augstein

Witten.   Sie wollte sich trennen, doch dann erwischte sie ihren Mann angeblich in flagranti. Es kam zum tödlichen Streit. Nun steht die Frau vor Gericht.

Wegen Totschlags muss sich seit Montag eine 44-jährige Frau aus Witten vor dem Landgericht Bochum verantworten. Sie hat gestanden, ihren Mann am 27. November erstochen zu haben. „Ich verstehe selbst nicht, wie es dazu kam. Ich kann es immer noch nicht fassen“, erklärte die Angeklagte.

Am Tattag habe sie ihren Ehemann mit einer fremden Frau in der Wohnung an der Winkelstraße überrascht, sagte die Beschuldigte. Beide hätten teilweise entkleidet eng umschlungen auf dem Sofa gesessen. Sie habe die andere rausgeworfen und sich dann mit ihrem Mann gestritten. „Er beschimpfte mich als kalten Fisch und schlug mich“, sagte die Frau. Die 44-Jährige wirkt vor Gericht ruhig und unaufgeregt.

Sie war vor 19 Jahren mit ihrem Mann aus Kasachstan nach Deutschland gekommen und 2007 nach Witten gezogen. Das Ehepaar war 23 Jahre verheiratet. Es habe in der Vergangenheit schon einmal Eheprobleme wegen Fremdgehens gegeben, erzählte die Frau. Am Tattag hatte die Angeklagte einen Baumarkt besucht, um nach Sachen für eine anstehende Wohnungsrenovierung sowie nach einer Wohnung zu schauen. „Ich wollte mich scheiden lassen und ausziehen“, sagte sie.

Sie habe im letzten halben Jahr vor der Tat eine Veränderung bei ihrem Mann festgestellt und dahinter eine andere Frau vermutet. Am Tattag sei sie zwei bis drei Stunden weggewesen. Als sie die Wohnung betrat, habe die Frau, eine etwa 35-Jährige mit roten Haaren, nur noch ihren BH und eine Jeans angehabt. Ihr Mann hätte sein T-Shirt bereits ausgezogen gehabt.

„Sie war schlank und hatteeine sehr schöne Figur“

„Ich habe diese Frau damals zum ersten Mal gesehen. Sie war schlank und hatte eine sehr schöne Figur“, berichtete die Angeklagte. Sie habe die Nebenbuhlerin sofort aus der Wohnung geworfen und sich dann mit ihrem Mann gestritten. Wie es zu dem tödlichen Messerstich mit einem Küchenmesser kam, wisse sie nicht mehr. Die 15 Zentimeter lange Klinge traf das Opfer ins Herz. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Bluttat im Affekt aus – und stark vermin derter Schuldfähigkeit. Bei ihrer Festnahme hatte die 44-Jährige zwei Promille Alkohol im Blut. Am Abend zuvor hatte das Ehepaar ein befreundetes Paar zu Gast, dabei war reichlich Wodka getrunken worden. Direkt nach der Tat hatte die 44-Jährige wieder ein Glas Wodka getrunken, wie sie sagte. Die fremde Frau konnte bisher nicht ermittelt werden. Der Prozess geht weiter.

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