Mobilität

Zahl der Berufspendler im EN-Kreis auf 62.000 gestiegen

 Frust im Stau: Weil immer mehr Menschen im EN-Kreis zur Arbeit pendeln, häufen sich auch die langen Autoschlangen.

 Frust im Stau: Weil immer mehr Menschen im EN-Kreis zur Arbeit pendeln, häufen sich auch die langen Autoschlangen.

Foto: IG BAU

Witten.  Teure Mieten und Job-Wachstum in Großstädten zwingen viele Menschen im Ennepe-Ruhr-Kreis zum Pendeln. Das hat Folgen, nicht nur fürs Klima.

Die Zahl der Berufspendler im Ennepe-Ruhr-Kreis hat einen neuen Höchststand erreicht. Auf dem Weg zur Arbeit verließen im vergangenen Jahr knapp 62.000 Menschen regelmäßig die Grenzen des Kreises – das sind 21 Prozent mehr als noch im Jahr 2000.

Damals zählte der Kreis noch rund 45.000 sogenannte Auspendler, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU beruft sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt und Raumforschung (BBSR). Gewerkschafterin Gabriele Henter spricht von einem „alarmierenden Trend“. Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Groß- und Unistädten.

Strecken von mehr als 50 Kilometern

„Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise in der Stadt nicht mehr leisten. Aber genau dort sind in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden“, sagt die Bezirksvorsitzende der IG BAU Bochum-Dortmund. Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge. Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis mittlerweile gang und gäbe, betont Henter.

„Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.“ Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO2-Emmissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs.

Die Pendler-Problematik im Ennepe-Ruhr-Kreis ist Teil eines bundesweiten Trends: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten im letzten Jahr 39 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis zur Arbeit.

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