Ausbildungsmesse

40 Unternehmen stellen im Berufskolleg Wittgenstein aus

An dem Ejot-Stand kann Taras Suschko (Mitte) schon mal praktisch mitarbeiten. Später würde er gerne in den Bereich Elektronik/Mechatronik gehen.

An dem Ejot-Stand kann Taras Suschko (Mitte) schon mal praktisch mitarbeiten. Später würde er gerne in den Bereich Elektronik/Mechatronik gehen.

Foto: Christoph Haupt

Bad Berleburg.   Bei der Ausbildungsmesse im Berufskolleg Wittgenstein präsentieren sich  40 Unternehmen. Hier gab es Kritik an der Akademisierung der Ausbildung.

Schon früh war kein Parkplatz mehr zu bekommen, so groß war das Interesse am Wochenende bei der ersten Wittgensteiner Ausbildungsmesse im Bad Berleburger Berufskolleg Wittgenstein. Meist waren Eltern mit ihren Kindern unterwegs um sich die Angebote der gut 40 verschiedenen Aussteller anzuschauen.

Das Problem

Angebote? Ja, ganz offensichtlich hat sich die Situation bei der betrieblichen Ausbildung gewandelt. Im Grunde haben fast alle Betriebe und Unternehmen erkannt, wie wichtig der Nachwuchs für den eigenen Erfolg ist und suchen intensiv nach künftigen Auszubildenden.

Immer weniger Abiturienten

„Der Rückgang bei den Bewerbern ist massiv, unser Bedarf bleibt aber“, so Andreas Wolf, Pressesprecher bei Ejot. „Der Kuchen wird kleiner, und da müssen wir aktiv sein“. Und genau wie der Elektromeister Dieter Penzin beklagt er die zunehmende Akademisierung der Ausbildung. Immer weniger Abiturienten gehen in eine betriebliche Ausbildung, so dass gerade größere Betriebe mittlerweile duale Ausbildungen anbieten, die die Arbeit in der Firma mit einem Studium verbinden.

Betrieb versus Akademie

Allein Ejot bietet zwölf verschiedene Ausbildungsgänge an, so Ausbildungsleiter Andreas Kurth. „Unsere Bewerbungsfrist für 2019 endet bereits in diesem Jahr am 9. April, und dann werden wir ziemlich rasch entscheiden, damit die Jugendlichen Bescheid wissen.“

Aufallend viele Mädchen

Angesprochen auf die Wertigkeit von betrieblicher gegen akademischer Ausbildung stellt er ganz klar: „Wenn einer nach der betrieblichen Ausbildung seinen Meister oder Betriebswirt macht, ist er für uns immer der bessere Kandidat als der, der studiert hat, aber nur kurze Zeiten im Betrieb nachweisen kann.“

Auffallend sind die vielen Mädchen, die sich für technische Berufe interessieren. „Es ist uns ein Anliegen zu zeigen, dass Technik schon lange nichts mehr nur für Jungs ist“, so Andreas Kurth.

Im Gespräch mit den Ausbildungsleitern

Taras Suschko und Luca Krämer bilden die Zielgruppe. Die beiden Achtklässler der Realschule sind alleine auf der Messe unterwegs und immer wieder im Gespräch mit den Ausbildungsleitern der Betriebe. „Wir wissen schon, was uns interessiert, auch wenn wir erst in der 8. Klasse sind“, sagt Luca, der Werkzeugmechaniker werden möchte.

Taras‘ Interessen gehen mehr in Richtung Elektroniker/Mechatroniker. „Wenn wir alleine gehen, können wir unsere eigenen Fragen stellen“, so Taras. Auf die Frage, ob sie eher zu einem kleineren oder größeren Ausbildungsbetrieb tendieren, ist die Antwort einmütig: „eher einen der großen Betriebe“ – und folgerichtig soll das Foto bei Ejot entstehen.

Die Reaktionen

Wie kommt eine solche Messe bei Ausstellern und Besuchern an? Ingo Gieseler, stellvertretender Schulleiter am BKW weiß, „die Betriebe selbst haben diese Messe gewollt. Gerade für kleinere Firmen ist es nicht möglich, sich rund ums Jahr an den unterschiedlichsten Orten zu präsentieren. Hier kommen alle zentral zusammen und für die Jugendlichen entsteht so ein sehr attraktives Angebot. Und so haben wir für die Idee der IHK sehr gerne unsere Türen geöffnet.“ Und viele Besucher und Aussteller berichten von interessierten Gesprächen und davon, wie gut diese Vielfalt für die Berufswahl ist.

Noch einen Wunsch für die Zukunft hat Detlef Schnell, Lehrer am BKW: „Wir sollten unsere FOS-Schüler noch mehr einbeziehen. Für die Fachoberschul-Zweige Gesundheit und Soziales sowie Technik fehlt hier noch ein Angebot.“ Ist sicher eine gute Idee für die Weiderholung der gelungenen Premiere.

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