Petition

Angst vor der Abschiebung: Darf Elvin Muradi in Aue bleiben?

| Lesedauer: 2 Minuten
Elvin Muradi ist 2017 gemeinsam mit seiner Familie nach Deutschland gekommen und hofft, ein Okay für seine Ausbildung in der Pflege machen zu dürfen. Derzeit ist er in Deutschland nur geduldet.

Elvin Muradi ist 2017 gemeinsam mit seiner Familie nach Deutschland gekommen und hofft, ein Okay für seine Ausbildung in der Pflege machen zu dürfen. Derzeit ist er in Deutschland nur geduldet.

Foto: Ramona Richter / WP

Aue-Wingeshausen/Siegen.  Elvin Muradi aus Aue-Wingeshausen hat täglich Angst, abgeschoben zu werden. Eine Online-Petition soll ihm helfen, bleiben zu dürfen.

Elvin Muradi kann kaum noch schlafen. Er hat Angst. Angst vor der Abschiebung. 2017 kam er gemeinsam mit seiner Familie aus Aserbaidschan nach Deutschland. In seiner ehemaligen Heimat fühlte sich Muradi nicht mehr sicher. Mit einem polnischen Visum reiste er in Deutschland ein, stellte 2019 einen Asylantrag, der jedoch abgelehnt wurde (wir berichteten).

Seitdem ist er nur geduldet und braucht für den Start einer Ausbildung das Okay vom Ausländeramt in Siegen. Doch: Muradi besitzt keinen gültigen Pass. Den wiederum kann er erst beantragen, wenn er den Wehrdienst in seinem Heimatland abgeleistet hat. Für Muradi ein Alptraum, der bereits Jahre andauert. Doch er ist nicht allein – daher hat sich im Kreis Siegen-Wittgenstein ein Bündnis gegründet, das wiederum die Petition „Unsere Nachbarn bleiben hier – solidarisch gegen eine Abschiebung von Karen Agayan und Elvin Muradi“ ins Leben gerufen hat.

„Ihm geht es derzeit katastrophal. Das alles nimmt ihn und seine Familie psychisch sehr mit“, sagt Helmut Keßler, Vorsitzender des Dorfvereins Aue-Wingeshausen. Er begleitet Elvin Muradi bereits seit einigen Jahren. „Rein rechtlich haben wir alle Schritte ausgeschöpft.“ Dennoch – Aufgeben ist für ihn keine Option. „Es kann nicht angehen, dass diese Männer zurück müssen – das käme einem Suizid gleich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das der Landrat möchte.“

Die Petition

Bis Montagmittag haben über 440 Menschen die Petition unterschrieben. Das Ziel der Petition ist es, die Abschiebe-Bemühungen von Karen Agayan und Elvin Muradi zu stoppen und ihnen eine Bleibeperspektive über eine Aufenthaltserlaubnis zu eröffnen. „Wir fordern im Allgemeinen, die Ausländerbehörde des Kreises zu einer echten Willkommensbehörde zu machen – kein Verbreiten von Angst und Druck bei Neuzugewanderten sondern Eröffnung von Zukunftsperspektiven“, heißt es in der Petition.

Zudem gibt es am 24. Januar ab 11 Uhr eine Kundgebung vor dem Kreishaus. „Unser Bündnis setzt sich für ein humanitäres Bleiberecht der Familie Muradi und Agayan ein. Wir appellieren dringend an alle Verantwortlichen und vor allem an den Landrat Müller und die Kreisausländerbehörde, sich für einen Abschiebe-Stop und einen menschlichen Umgang mit Geflüchteten einzusetzen, insbesondere für die Kinder, die laut UN-Kinderrechtskonvention einem besonderen Schutz unterliegen“, so das Bündnis. Das Bündnis setzt sich zusammen aus verschiedenen politischen Akteuren, Studierendengemeinden, Vereinen und Unterstützern. Das Bündnis setzt sich zusammen aus verschiedenen politischen Akteuren, Studierendengemeinde, Vereinen, der Uni Siegen und vielen weiteren Unterstützern.

Die Petition ist online zu finden unter www.openpetition.de/petition/online/unsere-nachbarn-bleiben-hier-solidarisch-gegen-eine-abschiebung-von-karen-agayan-und-elvin-muradi.

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