Wittgensteiner Museumsnacht

Apfelbaum gepflanzt: „Diedenshausener“ schmückt seine Heimat

Mit kräftigem Spatenstich graben Otto Marburger (links), Vorsitzender des Wittgensteiner Heimatvereins, und Joachim Dienst vom Heimatmuseum Diedenshausen den jungen Baum ein.

Mit kräftigem Spatenstich graben Otto Marburger (links), Vorsitzender des Wittgensteiner Heimatvereins, und Joachim Dienst vom Heimatmuseum Diedenshausen den jungen Baum ein.

Foto: Marcel Krombusch

Diedenshausen/Schwarzenau.   Einen jungen Apfelbaum haben die Diedenshäuser auf eine Wiese mitten im Ort gepflanzt. Und in Schwarzenau wird auch noch Jubiläum gefeiert.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der „Diedenshau­sener“ ist zurück: Am Samstagnachmittag wird auf der Wiese im Schatten des Heimathauses Diedenshausen ein junger Apfelbaum gepflanzt.

Mit kräftigem Spatenstich graben Otto Marburger, Vorsitzender des Wittgensteiner Heimatvereins, und Joachim Dienst, Leiter des Heimatmuseums Diedenshausen, die Unterlage ins Erdreich – unterstützt vom Nachwuchs aus der Nachbarschaft. „Die junge Generation muss natürlich dabei sein“, hebt Dienst die Bedeutung der Pflanzung hervor. So soll der Baum hier reifen – und über hundert Jahre die Wiese im Zentrum des Dorfes schmücken.

Das Ende einer langen Suche

Das glückliche Ende einer langen Suche: Bis in die 1950er Jahre existierte die beliebte Apfelsorte in der Region. „Meine Großeltern haben mich als Kind damals losgeschickt, um den ‚Diedenshausener’ zu pflücken“, erinnert sich Joachim Dienst zurück. Das Besondere an dieser Sorte: Schon zum Herbstbeginn riefen die Früchte zur Ernte. „Diese Frühreife ist eine Besonderheit“, erklärt Theo Morgenschweis. Er setzt sich im Pomologen-Verein für den Erhalt alter Apfelsorten ein und hat gemeinsam mit Dienst den „Diedenshausener“ wiederentdeckt.

Mit der Pflanzung soll daher auch ein Beitrag zum kulturellen Erbe des Dorfes verbunden sein – aber nicht nur. „Dieser Apfel ist Natur pur“, schwärmt Morgenschweis beim Blick auf einen Korb, randgefüllt mit grünen „Diedenshausenern“, allesamt größer als Tennisbälle. „Im Gegensatz dazu sind gekaufte Äpfel meist mehrfach kosmetisch behandelt“, betont Morgenschweis den Wert von natürlicher Obstvielfalt, völlig fern von sonst üblichen Pestiziden und Massenware.

Auch ein „Edelborsdorfer“ darf gedeihen

Nicht zuletzt deshalb wurde am selben Tag noch ein weiterer Apfelbaum gepflanzt: Der „Edelborsdorfer“ gehört zu den ältesten Kulturapfelsorten Deutschlands und steht nun zusammen mit dem „Diedenshausener“ neben dem Heimatmuseum. Die erste Ernte wird schon in den nächsten fünf Jahren erwartet.

Schwarzenau: Mit Pulled Pork und Jazz-Musik

Volksfest-Stimmung am Samstag vor dem Alexander-Mack-Museum: Mit Jazz-Musik, gebratenem Schweinefleisch und einem Laienschauspiel auf hohem Theater-Niveau feierte das Haus am Samstag sein 25-jähriges Jubiläum – und zugleich die Museumsnacht.

„Für unseren Heimatverein ist es eine besondere Herausforderung, zwei Veranstaltungen an einem Tag zu stemmen“, betont Gabriele Rahrbach-Reinhold, Vorsitzende des Heimatvereins Schwarzenau, in ihrer Eröffnungsrede am Samstagmittag vor den Museum in Schwarzenau. Dennoch waren die Zelte aufgebaut, der Grill geheizt und die Tische gut gefüllt. Für Rahrbach-Reinhold eine Bestätigung der Vereinsarbeit. „Wenn Sie sich hier umschauen, sehen Sie genau den Grund, der uns motiviert, das Alexander-Mack-Museum zu erhalten“, so die Vorsitzende – und fügt hinzu: „Es sind die Beziehungen, die Freundschaften, die sich von Kontinent zu Kontinent entwickelt haben.“

Gäste reisen eigens aus Amerika an

Ihr Blick geht dabei auch auf rund 40 Gläubige der „Church of the Brethren“, die für das Jubiläum eigens aus Amerika angereist waren. Gemeinsam mit den Festgästen hörten sie einen Vortrag des Theologen Dr. Ulf Lückel über „Die Gesellschaft der Eva von Buttlar und ihr Gefolge“. Einer der Höhepunkte des Tages sollte dann zugleich die Museumsnacht einläuten: Das Freiluft-Schauspiel mit Szenen aus dem Leben Alexander Macks, untermalt von den Klängen der Band „Jazzmine“. Seit Beginn des Jahres liefen die Vorbereitungen für das aufwändige Stück. Und am Ende standen auf der Bühne rund 20 Laiendarsteller in authentischen Kostümen, die das versammelte Publikum begeisterten. Mit viel Applaus wurde das überzeugende Ensemble schließlich von der Bühne verabschiedet.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben