Bad Berleburg. „Ich war naiv und habe es nicht bemerkt“, sagt der Angeklagte. Dabei sei die Fälschung ganz offensichtlich. Was ihm konkret vorgeworfen wird.

Die Hauptuntersuchung bei TÜV, Dekra, GTÜ oder anderen Prüfstellen ist für alle Autobesitzer Pflicht – das wusste auch der 56-jährige Bad Berleburger, der sich am Dienstagmorgen wegen Urkundenfälschung vor dem Amtsgericht verantworten musste. Vorgeworfen wurde ihm konkret, ein gefälschtes Dokument genutzt zu haben. Dafür wurde er von Richter Torsten Hoffman zu einer Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen zu je 50 Euro verurteilt.

Am 13. Juni 2022 soll der Angeklagte auf der Bad Berleburger Polizeiwache eine gefälschte HU-Bescheinigung abgegeben haben. Zuvor wurde sein Fahrzeug außer Betrieb gesetzt – eben weil er keine gültige TÜV-Bescheinigung besaß. „Ich habe daraufhin einiges an meinem Auto machen lassen. Das Auto befand sich seitdem in einem guten Zustand.“ Ein Bekannter, dessen Namen der Angeklagte vor Gericht nicht nennen wollte, habe ihm dann den Achsträger ausgetauscht und ihm anschließend einen TÜV-Bericht ausgehändigt. „Und der darf solche Dokumente ausstellen?“, wollte Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel wissen. „Ich war dumm und naiv, dass ich dies nicht kontrolliert habe“, so der Angeklagte.

Namen des Kumpels bleibt geheim

Auffällig jedoch: „An dem Bericht stimmt gar nichts. Das ist eine Totalfälschung“, sind sich die Oberamtsanwältin und Richter Torsten Hoffmann einig. So stammt die Plakette vom Dezember, der Achsenvermerk vom November und der TÜV-Bericht vom Mai – im Fahrzeugschein selbst steht nichts. „Selbst die Form des Dokuments stimmt nicht“, so Hippenstiel, die zudem ermahnt. „Dokumente haben eine hohe Beweiskraft. Eine solche Fälschung ist keine kleine Sache.“

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Dennoch wertete sie das Geständnis zugunsten des Angeklagten, der im Übrigen kein unbeschriebenes Blatt ist, wie mehrere Eintragungen im Vorstrafenregister zeigten – die letzte stammt aus dem Jahr 2015. „Sie sind nun sieben Jahre straffrei – und dennoch: Sie haben von einer unechten Urkunde Gebrauch gemacht und ich bin mir sicher: Das wussten Sie!“ Und dafür wurde der Angeklagte am Ende zu einer Geldstrafe verurteilt.