Feudingen. Als Erinnerung an den alten Bahnhof soll das Modell, das zur 800-Jahr-Feier gezeigt wurde, einen festen Platz im Dorf bekommen.

Die 800-Jahr-Feier 2018 in Feudingen war eine große Gemeinschaftsleistung des ganzen Dorfes - so teilt es jetzt die Dorfgemeinschaft Feudingen in einer Pressemitteilung mit: „Das steht zweifelsohne fest. Gerne erinnern sich die Besucher, Gäste und Einheimischen an den historischen Festzug, an dessen Attraktionen man sich gar nicht satt sehen konnte. Die kleine Modellkirche war ebenso mit von der Partie wie der Nachbau der Bettelmannsbuche, die Bosch-Ranch, das Ehrenmal, das Freibad, der Großgemeindestein, sogar ein Nachbau der Kläranlage, das alte Standesamt und nicht zuletzt der Bahnhof im Modell.“

Modell blieb eingemottet in einer Fabrikhalle

„Da ahle Färjer Bahnhop“, den die Männer aus den Straßen Amselweg, Lerchenweg und Vogelsang nachgebaut hatten, sollte nach den Feierlichkeiten jedoch nicht eingemottet werden. Im Gegenteil. Der Vorstand der Dorfgemeinschaft behielt den Vorschlag im Auge, das Bahnhofsmodell aufzubewahren, um es später - in welcher Form auch immer - vielleicht sogar in Bahnhofsnähe aufzustellen: „Sozusagen als Erinnerung an den alten Feudinger Bahnhof. Viel Zeit ging ins Land, Corona machte sich breit und legte die Aktivitäten lahm. Der Bahnhof verweilte so lange sicher in einer Fabrikhalle. Bis im vorigen Jahr beim Feudinger Schützenfest die Frage aufkam, was man denn nun mit dem Bahnhofsmodell anstellen wolle.“

Dieses verzinkte Gestell für das Modell wurde angefertigt.
Dieses verzinkte Gestell für das Modell wurde angefertigt. © WP | Dorfgemeinschaft Feudingen

Schließlich, und das sollte laut Dorfgemeinschaft ein Problem sein, ist der Bahnhof nicht so stabil gebaut wie das Kirchenmodell: „Ihn einfach so der Witterung auszusetzen, wäre fatal.“ Angedacht war, das Bahnhofsmodell gleich neben das Kirchlein zu stellen, wenn denn der neue Busbahnhof fertiggestellt ist. „Innerhalb von zwei Wochen hatten wir alle Erbauer bei uns zum Gespräch sitzen“, berichtet Dorfgemeinschafts-Vorsitzender Rolf Kaden. „Die Sache verlief aber so, bis im Sommer der Anruf von einem Leader-Verantwortlichen kam, die Kleinförderprojekte bis 20.000 Euro müssten jetzt ausgeschrieben werden.“

Feudingen solle schnell machen, um noch in die Förderung zu kommen. Rolf Kaden leitete die Sache weiter, schrieb Andreas Zipro an. Der wiederum reichte die Antragsunterlagen quasi auf den allerletzten Drücker noch ein. „Es hieß, wir hätten gute Chancen. Kurze Zeit später wurde unser Antrag befürwortet. Das Projekt darf eine Summe von 20.000 Euro nicht überschreiten.“ Also setzte man alle Hebel in Bewegung, mobilisierte die Erbauer des Bahnhofsmodells. Martin Bernshausen wollte sich federführend um die Fertigstellung kümmern und alles mit Handwerkern erledigen.

Modell soll von aus Glas umgeben werden

„Das verzinkte Gestell steht, es ist sechs Meter lang und drei Meter breit“, so Rolf Kaden. Jetzt soll der Bahnhof aufgestellt und von einer Art Wintergarten aus Glas umgeben werden. Damit wäre alles wetterfest und könnte vis à vis von Bades in der Nähe der vier Bäume aufgebaut werden. Fenster Blecher sorgt für den Glasbau mit Tür im Giebel. Timo Weber zeichnet für den Bau der Dachschräge verantwortlich. Generalunternehmer ist Martin Bernshausen. Punktfundamente sollen für die Standfestigkeit des Modells sorgen. Derweil ist die Finanzierung erledigt. Die Dorfgemeinschaft Feudingen hat das Projekt vorfinanziert, die Leader-AG Wittgenstein hat nach Erhalt des Auszahlungsantrags das Geld inzwischen zurücküberwiesen.

Einziges Manko: Das Modell konnte noch nicht aufgestellt werden. Die Umsetzung erfolgt nun im kommenden Jahr. Bis dahin weist ein Leader-Schild an Ort und Stelle darauf hin, dass sich hier ein Projekt in der Entstehung befindet. 16.000 Euro gibt Leader aus Fördermitteln, 4000 Euro steuert die Dorfgemeinschaft selbst bei.