Diebstahl

Wie eine Frau den dreisten Post-Dieb ausgetrickst hat

Auch Post-Sendungen aus Wittgenstein sind niemals beim Empfänger angekommen: Unser Symbolbild gewährt einen Blick in ein Briefverteilzentrum mit Großbriefsortieranlage.

Auch Post-Sendungen aus Wittgenstein sind niemals beim Empfänger angekommen: Unser Symbolbild gewährt einen Blick in ein Briefverteilzentrum mit Großbriefsortieranlage.

Foto: Ralf Rottmann

Wittgenstein.   Nachdem Briefe in Siegen vermisst wurden, zeigt sich, dass auch Sendungen aus Wittgenstein fehlen. Eine Leserin hat den Brief-Dieb ausgetrickst.

Nach unserer Berichterstattung über verschwundene Post-Sendungen melden sich im Viertelstundentakt Leserinnen und Leser unserer Zeitung in der Lokalredaktion Bad Berleburg und melden: Auch unsere Briefe sind nicht beim Empfänger angekommen. Aber eine Leserin aus Niederlaasphe war clever: Sie hat den in Siegen vermuteten Brief-Dieb ausgetrickst.

Anette Koenemann aus Niederlaasphe, so teilt sie uns mit, hat im September einen Brief mit einem Gutschein („der Brief fühlte sich etwas dicker an“) nach Hamburg geschickt. „Das war bisher kein Problem, aber dieser Brief, mit 70 Cent frankiert, kam nicht an. Auch ein folgender Brief, den ich als Test ebenso drapiert hatte, kam nicht an. Ein von einer Bekannten aus Siegen gesendeter Brief an die gleiche Adresse wird ebenso vermisst.“

Briefsendung mit Geld nicht angekommen

Die Niederlaaspherin schöpfte Verdacht, als vor Weihnachten eine Sendung ohne Geld-Inhalt in Bramstedt nicht angekommen war. Koenemann: „Die Post-Beamten in Bad Laasphe empfahlen mir, alles Wichtige nur noch per Einschreiben zu senden. Interessanterweise kam meine Post von Biedenkopf-Wallau aus gesendet immer an – auch dickere Umschläge. Zunächst hatte ich den Verdacht, dass in einem Verteiler in Hamburg ein schwarzes Schaf sitzt; aber offensichtlich liegt der Fall anders, zumal die Siegener Bekannte ebenfalls diese Probleme hatte.“

Die Post-Mitarbeiter, damals noch in der Laaspher Bahnhofsstraße, seien „sehr freundlich gewesen und haben empfohlen, solche Sendungen nur noch per Einschreiben aufzugeben.“ Zwei gestellte Nachforschungsanträge seien leider erfolglos verlaufen, sagt Koenemann.

Der Brief ging an Siegen vorbei

Post-Pressesprecher Alexander Böhm aus Frankfurt zu dem konkreten Fall: „Das kann mit den vermuteten Vorfällen in Siegen zusammenhängen. Biedenkopf-Wallau gehört nämlich zur 35er Leitregion mit Verteilzentrum in Gießen. Briefe von Wallau nach Hamburg gehen also an Siegen vorbei – im Lkw auf der A 45“.

Ein vergleichbares Schicksal wie Anette Koenemann hat auch der Bad Laaspher Rentner Dieter Becker (71) erlebt: „Ich habe am 5. November 2018 einen Brief mit Geburtstagskarte und hundert Euro in Bad Laasphe abgesendet. Leider ist dieser Brief nie bei meiner Enkelin in Süddeutschland angekommen.“ Wie Becker berichtet, sei an dem Brief äußerlich kein Inhalt erkennbar gewesen – „den konnte man gegen das Licht halten, ohne etwas darin zu sehen.“ Auch Dieter Becker hat festgestellt, dass seine Post, die er nun meistens in Wallau aufgibt, „schneller ins Süddeutsche geht und dann auch ankommt.“

Vermissen auch Sie Briefsendungen? Schreiben Sie uns: berleburg@westfalenpost.de

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