Natur & Umwelt

Auch in Bad Berleburg: Qualität des Bioabfalls stimmt nicht

Plastik und vieles andere bis hin zu Elektrogeräten gehören nicht in den Biomüll.

Plastik und vieles andere bis hin zu Elektrogeräten gehören nicht in den Biomüll.

Foto: Denise Ohms

Bad Berleburg.   Der Kreis Siegen-Wittgenstein und die Kommunen wollen jetzt aktiv werden, um die Qualität zu verbessern. Bürgern drohen Kontrollen und Strafen.

Die Qualität des Bioabfalls in der Region stimmt nicht. Das haben der Kreis Siegen-Wittgenstein sowie seine Kommunen jetzt festgestellt – und wollen hier nun aktiv werden. Ziel der gemeinsamen Bestrebungen soll es sein, den Störstoff-Anteil auf maximal fünf Prozent zu senken – nicht zuletzt durch Kontrollen. Ein besonderes Problem dabei sind angeblich biologisch abbaubare Müllsäcke aus Kunststoff.

Der Störstoff-Anteil im Bioabfall überschreite derzeit mit zwölf Gewichtsprozent kreisweit den zulässigen Grenzwert, berichtete Beatrice Bender, Leiterin des Umweltamtes beim Kreis Siegen-Wittgenstein, jetzt im Bad Berleburger Ausschuss für Planen, Bauen, Wohnen und Umwelt. Krasses Beispiel: Es landeten sogar Elektrogeräte im Biomüll.

Problemfall Kunststoff-Säcke

Momentan würden die Störstoffe im Verlauf des Entsorgungsprozesses mühsam vom Biomüll getrennt und verbrannt. Bei den erwähnten Kunststoff-Säcken sei das Vorgehen aber problematisch, machte Bender deutlich. Das Dilemma: Die Säcke seien zwar grundsätzlich nicht verboten, sorgten aber eben auch nicht für einen möglichst sortenreinen Biomüll. Bender appellierte in ihrem Vortrag vor den Politikern an die Bad Berleburger Bürger, Müllsäcke solcher Art künftig nicht mehr zu verwenden.

Mehr noch: Wenn der Kreis und seinen Städte und Gemeinden nicht bald etwas gegen den überhöhten Störstoff-Anteil täten, so Bender weiter, könnte das Problem rasch „kostentreibend“ werden. Das Olper Entsorgungszentrum als Vertragspartner mahne die Qualitätsverbesserungen bereits an.

Aufklärung auch durch Abfallberater

Laut Beatrice Bender laufen derzeit Gespräche auch mit den Bürgermeistern in Wittgenstein, wie Kontrollen beim Biomüll zunächst in einer Probephase organisiert werden könnten – mögliche Strafen bei Nichteinhaltung der Regeln inklusive. Außerdem wolle man die Bürgerinnen und Bürger für das Thema sensibilisieren, sie in Sachen Biomüll aufklären. Einige Kommunen wünschten sich dazu außerdem Abfallberater vor Ort, die offene Bürger-Fragen beantworten.

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