Betreuung

AWO Bad Laasphe steht weiter an der Seite der Senioren

Ein gutes Dutzend Senioren lebt noch auf dem Gelände des ehemaligen Fritz-Heinrich-Zentrums der Arbeiterwohlfahrt in Bad Laasphe.

Foto: Lars-Peter Dickel

Ein gutes Dutzend Senioren lebt noch auf dem Gelände des ehemaligen Fritz-Heinrich-Zentrums der Arbeiterwohlfahrt in Bad Laasphe. Foto: Lars-Peter Dickel

Bad Laasphe.   Nach Rückzug des eigenen Bezirksverbandes und Schließung des Fritz-Heinrich-Zentrums steht der AWO-Ortsverein Bad Laasphe vor einem Neuanfang.

Das Fritz-Heinrich-Seniorenzentrum der AWO „Auf der Pfingstweide“ ist geschlossen. Planmäßig seit Ende März. Viele der ehemaligen, zum Teil pflegebedürftigen Bewohner sind schon vor einiger Zeit in andere Einrichtungen umgezogen – etwa ins Seniorenzentrum der AWO an der Struthstraße in Erndtebrück. Oder auch ins benachbarte Hessen. Aber: Ein gutes Dutzend Senioren lebt noch in den Altenwohnungen auf dem AWO-Gelände. Gekündigt wurde ihnen nach Informationen der Westfalenpost bislang noch nicht.

Ist das ein gutes Zeichen dafür, dass die AWO den Standort Bad Laasphe womöglich doch nicht ganz aufgegeben hat? Klarheit über die Zukunft des Seniorenwohnens in der Lahnstadt mit der Arbeiterwohlfahrt gibt es indes noch nicht. Sicher: Den Senioren war zwar im Dezember schon nahegelegt worden, sich eine neue Wohnung zu suchen – allerdings mit dem Ziel, dass die Bewohner von sich aus kündigen.

Angebote nicht akzeptiert

Letzter Stand der Dinge: Auf der Pfingstweide sollen neue barrierefreie Seniorenwohnungen mit Service-Angebot entstehen – das hatte Anfang des Monats Dezernent Rainer Schmalz in der Sitzung des Bad Laaspher Rates berichtet. Und darin sollen wohl auch die letzten verbliebenen Mietparteien besagter Altenwohnungen unterkommen. Um das Projekt zu realisieren, bringt die AWO einen Investor ins Spiel. Mehrere alternative Grundstücksangebote für einen Seniorenheim-Neubau, welche die Stadtverwaltung Bad Laasphe dem Dortmunder Betreiber unterbreitet hatte, hat dieser nicht akzeptiert. Dezernent Schmalz: „Alles, was wir als Stadt tun konnten, haben wir getan...“

Zielgruppe werden weiterhin die Senioren sein

Unterdessen möchte sich der AWO-Ortsverein Bad Laasphe mit seinen Aktivitäten für Senioren neu aufstellen. „Wir haben die Sache bei einer Vorstandssitzung noch einmal aufgearbeitet“, berichtet der Ortsvereinsvorsitzende Volker Möhl im Gespräch mit der Westfalenpost. Ein Ergebnis dabei: „Wir haben wir uns gemeinsam mit dem Bürgermeister an die letzten verbliebenen Mieter gewandt und ihren unsere Unterstützung angeboten.“ Außerdem wolle man an den meisten jener Aktivitäten festhalten, so Möhl weiter, die sich insbesondere an die Senioren als Zielgruppe wenden. Wie das in der Zukunft im Detail aussehe, hänge natürlich auch davon ab, ob und wie sich das Senioren-Wohnen mit der AWO vor Ort jetzt tatsächlich entwickle.

Spenden und Mitgliederbeiträge

Was die Finanzierung des Gesamt-Angebotes angeht, schöpfe der Ortsverein im Wesentlichen aus den Beiträgen seiner Mitglieder, erklärt Möhl – dankenswerterweise aber auch aus alljährlichen Spenden der Sparkasse Wittgenstein an die örtlichen Vereine und nicht zuletzt aus dem ehrenamtlichen Engagement. „Weder vom AWO-Kreisverband in Siegen noch vom Bezirk in Dortmund bekommen wir irgendwelche Zuschüsse“, betont Möhl. Deshalb versuche der Ortsverein grundsätzlich, seine Angebote möglichst kostendeckend hinzubekommen.

Kooperation mit Senioren-Service

Das gilt zum Beispiel für den Kurs „Yoga im Sitzkreis“, der im Haus des Gastes, Seniorentreff, läuft – übrigens jeden Montagvormittag von 10 bis 11.30 Uhr. Dabei arbeitet die AWO erfolgreich mit der Senioren-Servicestelle der Stadt Bad Laasphe zusammen, weshalb auch eine Raum-Miete nicht fällig wird. „Gedacht ist er für ältere Menschen mit und ohne gesundheitliche Einschränkungen“, erklärt die Seniorenbeauftragte der Stadt Bad Laasphe, Maike Thielmann. Geleitet von Iris Riethig aus Niederlaasphe, einer Diplom-Yogalehrerin, werde das Angebot von den Krankenkassen als „Präventivkurs“ anerkannt – und 80 Prozent der Kosten erstattet. Die Kursgebühr sei moderat, betont Thielmann: 65 Euro für zehn Kursvormittage.

Und der Seniorenbeauftragten ist sehr daran gelegen, gerade diesen Kurs gemeinsam mit der AWO fortzusetzen. „Ich sehe da auch den Bedarf“, so Thielmann. Im Moment seien die Yoga-Vormittage bei „Menschen im Alter 50plus“ sehr gefragt. Die AWO als Partner sieht Thielmann demnächst auch bei einem neuen Rollatoren-Training im Boot – ebenso wie ein Sanitätshaus als Unterstützer.

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