Stadtentwicklung

Bad Berleburg: Auf der Baustelle des neuen Pflegeheims

Ganz oben angekommen: Die letzte Decke, nämlich die des obersten Staffelgeschosses, wird betoniert. Stahlmatten, per Hochbaukran an die richtige Stelle bugsiert, dienen dabei der Bewehrung.

Ganz oben angekommen: Die letzte Decke, nämlich die des obersten Staffelgeschosses, wird betoniert. Stahlmatten, per Hochbaukran an die richtige Stelle bugsiert, dienen dabei der Bewehrung.

Foto: Eberhard Demtröder

Bad Berleburg.  Ein Blick hinter die Kulissen: In Bad Berleburg entsteht ein neues Pflegeheim. Wie die Bauarbeiten voran schreiten und wann eröffnet wird.

Ecke Graf-Casimir-Straße/Mühlwiese, mitten in der Bad Berleburger Kernstadt: Wo im April gerade erst einmal die Bodenplatte zu sehen war, erhebt sich mittlerweile der vierstöckige Rohbau des neuen Friederike-Fliedner-Hauses, ein Alten- und Pflegeheim für künftig 72 Bewohner.

Der Rohbau

„Die letzte Decke im Staffelgeschoss wird jetzt betoniert“, erklärt Gerd Göbel, Polier beim Generalunternehmer für das 10,5-Millionen-Euro-Bauprojekt, Berge-Bau aus Erndtebrück, beim Besuch unserer Redaktion auf der Baustelle. „Dann sind die Rohbau-Arbeiten abgeschlossen – und es kommt der Innenausbau dran.“

Der Innenausbau

Damit solle es dann in etwa zwei Wochen weitergehen, ergänzt Bauleiter Martin Müller – mit den Fenstern, mit dem Dach, mit dem Verbundsystem für die Außendämmung. Bis zum Winter wollen er und sein Team „das Gebäude dicht haben“, ehe es mit dem weiteren Innenausbau weitergeht.

Der Zeitplan

Seit Dezember 2018 laufen nun schon die Bauarbeiten an der Mühlwiese – und es gehe alles nach

Zeitplan, so Müller. Sicher: Die Flügel des Baukörpers auf dem Gelände sind sternförmig zur Eingangshalle hin ausgerichtet, aber bis auf diese Grundriss-Form gebe es im Grunde keine baulichen Besonderheiten, so Müller. Alltagsgeschäft eben für das Bauunternehmen. Mit Hilfe zweier Hochbaukräne

wird das passende Baumaterial dorthin gehievt, wo es gebraucht wird.

Die Projektsteuerung

Projektsteuerung und Architektur liegen übrigens bei der proService Gesellschaft für Verwaltungs- und Serviceleistungen im sozialen Bereich mbh in Bielefeld, eine Tochtergesellschaft des Evangelischen Johanneswerks.

Das Raumprogramm

„Da ist richtig Bewegung drin“, freut sich mit Blick auf den Baufortschritt auch Birgit Niehaus-Maly­tczuk, Geschäftsleiterin Altenhilfe Wittgenstein beim Evangelischen Johanneswerk gGmbH als Träger der künftigen Einrichtung. Wenn bis Mitte kommenden Jahres alles fertig ist, „werden die 72 Bewohner in

Hausgemeinschaften leben“, erläutert Niehaus-Malytczuk. Auf mehreren Etagen. „Immer zwölf Bewohner-Zimmer sind dann um einen Mittelpunkt herum gruppiert, wo sich alle Bewohner treffen können, um ihren Tag zu gestalten. Aber sie haben eben auch immer die Möglichkeit, sich in ihre Zimmer zurückzuziehen.“

Ein weiterer Treffpunkt wird das Café im Erdgeschoss sein, das der Eingangshalle angegliedert ist. Es steht Bewohnern des Hauses ebenso offen wie deren Angehörigen – und nicht zuletzt auch den Bürgern der Stadt Bad Berleburg, so die Geschäftsleiterin, für die sich die neue Einrichtung von Anfang an öffnen werde – etwa mit „Veranstaltungen oder gemeinsamen Nachmittagen um besondere Feiertage oder Jahrestage herum“. Oder mit gemeinsamem Singen, mit Bastelnachmittagen.

Die Bevölkerung

„Wir wollen ganz gezielt die Bevölkerung ansprechen“, betont Niehaus-Malytczuk. Was es dank der ungewöhnlichen Architektur des Gebäudes keinesfalls geben werde: „Lange Flure mit Krankenhaus-Charakter“.

Die Eröffnung

Eröffnungstermin laut Niehaus-Ma­lytczuk: der 1. August 2020. Dann werde zumindest ein Teil der Bewohner vom „Haus am Sähling“ an die Mühlwiese umziehen – inklusive des notwendigen Personals aus dem derzeit 95-köpfigen Team für die Pflege am neuen Ort. Berücksichtigen werde das Johanneswerk als

Träger aber auch neue Bewohner. „Das wird dann einen Mix geben. Wir haben ja jetzt schon eine Warteliste für das neue Haus“, so die Geschäftsleiterin.

Der Umbau am Sähling

Der 1. August sei zugleich der Startschuss für den lange geplanten Umbau im „Haus am Sähling“. Bis 2021 sollen hier weitere 48 stationäre Pflegeplätze nach modernen Standards entstehen. Dann würde das Johanneswerk in Bad Berleburg insgesamt 120 Plätze in zwei Einrichtungen bereitstellen.

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