Ehrungsmatinee

Bad Berleburg: Eine Stadt würdigt das Ehrenamt

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Premiere im Rathausgarten: Die Stadt Bad Berleburg würdigt das ehrenamtliche und soziale Engagement von Vereinen, Dorfgemeinschaften und Einzelpersonen mit einer großen Matinee. Die fand erstmalig unter freiem Himmel statt.

Premiere im Rathausgarten: Die Stadt Bad Berleburg würdigt das ehrenamtliche und soziale Engagement von Vereinen, Dorfgemeinschaften und Einzelpersonen mit einer großen Matinee. Die fand erstmalig unter freiem Himmel statt.

Foto: Hans Peter Kehrle

Bad Berleburg.  Zehn mal Klatschen, zehn mal Freude: Diese Vereine und Einzelpersonen würdigt die Stadt Bad Berleburg für herausragendes Engagement.

Es ist Zeit, Danke zu sagen. Bad Berleburg hat dazu in diesem Jahr erstmalig in sein „grünes Wohnzimmer“ – den Rathausgarten – eingeladen, um ehrenamtlich engagierte Menschen und Vereine aus der Stadt der Dörfer für ihre Leistungen für die Gemeinschaft zu würdigen.

In diesem Jahr stand die Matinee unter dem Motto „Vernetzung“. Über die dazu eingegangenen Vorschläge hat schließlich eine Jury entschieden. Und das war nicht einfach, wie Bürgermeister Bernd Fuhrmann bekannte. Letztlich aber stünden die heute Ausgezeichneten stellvertretend für die vielen Personen, die sich für die Menschen dieser Stadt einsetzten.

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Bei der diesjährigen Matinee präsentierte sich das Konzept nicht nur mit einem neuen Ort, sondern darüber hinaus verändert. Auf Laudatoren, die die einzelnen Ehrungen begleiten, haben die Organisatoren verzichtet. Stattdessen führten die beiden Moderatoren, Kai-Uwe Jochims und Claudia Latzel-Binder, nicht nur durch das Programm, sondern betteten die Ehrungen in Interviews ein.

Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann freute sich, bei all den negativen Effekten wie der Corona-Pandemie und dem nun gerade tobenden Krieg in der Ukraine, mit der Ehrenamtsmatinee einen positive Kontrapunkt zu setzen und darauf zu verweisen, dass in der Stadt der Dörfer trotz der widrigen Umstände kein Stillstand herrsche: „Im Gegenteil. Auf dem Plan standen Engagement und Solidarität: Nachbarschaftshilfe, Kontaktpflege, die Umsetzung von Projekten trotz räumlicher Trennung – und dank funktionierender Netzwerke. Und dann die große Welle der Hilfsbereitschaft für die Geflüchteten aus der Ukraine. Da kann ich nur eins sagen: Herzlichen Dank Ihnen und Euch allen für diesen unglaublichen Einsatz – auch im Namen von Rat und Verwaltung! Das ist einfach klasse, was in Bad Berleburg, in unseren 23 Ortschaften passiert!“, betonte Fuhrmann. „Viele Menschen engagieren sich, ohne groß darüber zu reden, ohne Erwartungen, ganz selbstverständlich. Sie leisten Großes – ohne das würde all das nicht laufen. Und deshalb ist das nicht selbstverständlich – denn nur so können unsere Netzwerke funktionieren“, nannte er den Hintergrund der Veranstaltung bei der am Sonntagvormittag zehn Ehrungen erfolgten.

Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr der Gemischte Chor Arion Weidenhausen mit seinem Chorleiter Christoph Haupt. Die Singenden haben sich auch von Auftritts- und Probenverboten in der Pandemie nicht einschüchtern lassen und per Zoom ihre Stücke einzeln und doch gemeinsam einstudiert.

Die Elterninitiative Kinderspielplatz Heiderbrücke in Wemlighausen wird für ihr Durchhaltevermögen und ihren Gestaltungswillen gewürdigt. Der vor zehn Jahren zur Schließung vorgesehen Platz wird heute noch genutzt und soll im Herbst und Winter zu einem Mehrgenerationenplatz umgebaut werden, berichten Doris Frank und Eva Frank.

Großen Applaus erhielt auch die Dorfgemeinschaft Beddelhausen, die aus einem Dorfgemeinschaftshaus einen moderne Treffpunkt und Tagungsort gemacht hat - Mit Fördergeldern und Tausenden Stunden Eigenleistung.

Geehrt wurden aber auch Einzelpersonen: Jutta Plaschke war 16 Jahre lang im Vorstand und Motor hinter dem Ortsheimatverein Schieferschaubergwerk Raumland.

Volker Birkelbach und Michael Boer sind dafür verantwortlich, dass es in Bad Berleburg sprichwörtlich läuft. Sie organisieren seit Jahrzehnten Wettkämpfe und Volksläufe in der Stadt.

Die Diakonischen Gemeindemitarbeiterinnen Kerstin Krämer und Marion Wunderlich leisten über ihren Job hinaus viele ehrenamtliche Stunden, „weil es sonst nicht zu schaffen ist“, bekennt Krämer. Sie haben in der Pandemie viele Senioren besucht und ein Quiz für die acht Dörfer der Kirchengemeinde organisiert, bei dem die Menschen ins Gespräch kommen mussten.

Helmut Kessler ist nicht nur der Vorsitzende des Dorfvereins Aue-Wingeshausen, der hat auch als Integrationshelfer alle Hebel in Bewegung gesetzt, um der Familie Muradi Bleiberecht in Deutschland zu verschaffen.

Abschließend zeichnete die Jury noch drei weitere Vereine aus: Der Förderverein der Odebornskirche Wemlighausen hat Wege gefunden, das Gotteshaus im Ort zu erhalten und den Begriff „Überlebenskirche“ wörtlich zu nehmen. „Wir wollen leere Kirchenbänke durch Veranstaltungen füllen und das Wahrzeichen Schüllar-Wemlighausens erhalten“, sagt Klaus Aderhold.

Der DRK-Ortsverein Bad Berleburg mit 1000 Mitgliedern aber nur 32 Aktiven leistet Tausende Stunden ehrenamtliche Arbeit in Seniorenbetreuung, als Sanitäter bei Veranstaltungen oder der Altkleidersammlung.

Und zu guter Letzt: Das Presbyterium der Ev. Lukas-Kirchengemeinde hat es in den zwei Jahren ohne Pfarrer geschafft, die Menschen in den Dörfern zusammenzuhalten und Angebote zu schaffen.

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