Solidarität

Bad Berleburg: Ein Zeichen gegen Homo-, Trans- und Bi-Phobie

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Auf Antrag der Fraktionen von SPD und Grünen in der Stadtverordnetenversammlung wird am Dienstag, 17. Mai, die Regenbogen-Flagge am Bad Berleburger Rathaus gehisst. Damit wird auf den Internationalen Tag gegen Homo-, Trans- und Bi-Phobie hingewiesen. Ein solches Symbol stellt ein wichtiges Zeichen der Solidarität dar.

Auf Antrag der Fraktionen von SPD und Grünen in der Stadtverordnetenversammlung wird am Dienstag, 17. Mai, die Regenbogen-Flagge am Bad Berleburger Rathaus gehisst. Damit wird auf den Internationalen Tag gegen Homo-, Trans- und Bi-Phobie hingewiesen. Ein solches Symbol stellt ein wichtiges Zeichen der Solidarität dar.

Foto: Ralph Peters / imago

Bad Berleburg.  Bad Berleburg hisst die Regenbogenflagge. Aber ist dies die einzige Unterstützung für die LSBTIQ*-Community? Heimische Politiker äußern sich.

Auf Antrag der Fraktionen von SPD und Grünen in der Stadtverordnetenversammlung wird am Dienstag, 17. Mai, die Regenbogen-Flagge am Bad Berleburger Rathaus gehisst. Damit wird auf den Internationalen Tag gegen Homo-, Trans- und Bi-Phobie hingewiesen. Ein solches Symbol stellt ein wichtiges Zeichen der Solidarität dar. Auf welche Unterstützung aber können die Mitglieder dieser Community über das symbolische Zeichen hinaus zählen? Die Westfalenpost hat dazu Fraktionen und Einzelpersonen in der Stadtverordnetenversammlung befragt. Nicht geantwortet haben FDP und UWG.

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Gibt es in Ihrer Fraktion bzw. in der Partei vor Ort eine Ansprechperson für Menschen aus der LSBTIQ*-Gemeinschaft? Wenn ja, wer ist das? Wenn nein, an wen / welche Stelle würden Sie verweisen?

Susanne Bald (Bündnis90/Die Grünen): Hier vor Ort haben wir keine:n Ansprechpartner:in. Unsere Fraktion ist recht klein. Ich habe aber guten Kontakt zur Community in Siegen. Ich würde im konkreten Fall verweisen an AndersROOM bzw. das Queere Netzwerk NRW.

Iris Gerstmann (SPD): Wir haben keinen speziellen Ansprechpartner. Die gesamte Fraktion steht zur Verfügung.

Martin Schneider (CDU): Wir möchten betonen, dass die CDU-Fraktion Bad Berleburg immer und uneingeschränkt für Akzeptanz und Toleranz steht und ebenso uneingeschränkt jegliche Form von Diskriminierung ablehnt! Das im Grundgesetz verankerte Recht, dass niemand wegen seiner Religion, Abstammung, Hautfarbe oder seines Geschlechts benachteiligt werden darf, ist für uns Verpflichtung!Die CDU ist eine Volkspartei und daher setzen wir uns, als CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bad Berleburg, im Rahmen der Möglichkeiten für die Belange und Anliegen aller Bürger ein. Uns ist es besonders wichtig, dass Toleranz, Akzeptanz und Wertschätzung täglich gelebt werden. Symbolik und Aktionismus sind aus unserer Sicht nicht erforderlich, werden aber durchaus unterstützt wenn es im Sinne der Sache den Betroffenen hilft. Generell sollte bei aufkommenden oder bestehenden Problemen auf die kompetente Unterstützung der bei den Verwaltungen eingerichteten Beratungsstellen gesetzt werden. Anmerkung der Redaktion: Mitgeschickt wurde ein Verweis auf die LSBTIQ* Beratungsstellen vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW.

Klaus Dieter Lege (AfD): Selbstverständlich kann sich jeder Bürger mit Anregungen, Hinweisen auf Probleme und Fragen an die Fraktionsmitglieder der AfD-Fraktion wenden.

Torsten Fischer (Die Linke): Wir haben zahlreiche Menschen, Genoss:innen innerhalb unserer Partei, unseres Kreisverbandes, die queer sind. Einige sind nicht immer so sehr geoutet. Ansprechperson des Kreisverbandes DIE LINKE. Siegen-Wittgenstein ist unser Sprecher Roland Wiegel.

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Welche Probleme, die Menschen aus der Community im Wittgensteiner Raum erleben, sind Ihnen bekannt?

Susanne Bald: Mir ist bekannt, dass queere Menschen aus Wittgenstein weggezogen sind und ich weiß von einem Suizid.

Iris Gerstmann: Ich weiß von Diskriminierung, Ausgrenzung und unterschwelliges „Belächeln“.

Klaus Dieter Lege: Keine.

Torsten Fischer: Die Probleme gerade hier auf dem Land sind fehlende Akzeptanz, Wahrnehmung und Unterstützung sowie eine fehlende Sichtbarkeit in Form von alternativen Wohn- und Begegnungskonzepten, eine fehlende Sichtbarkeit an Schulen und Jugendeinrichtungen und fehlende Hilfestellung zu sexueller Gewalt, Gesundheit und Beratung.

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Was unternehmen Sie konkret, um diesen Problemen entgegenzuwirken?

Susanne Bald: Proaktiv sind wir bislang noch nicht tätig geworden. Wir haben unlängst in den städtischen Gremien zusammen mit der SPD (auf deren Initiative hin) beantragt – und auch gegen einige Widerstände beschlossen – dass die Stadt am 17. Mai die Regenbogenflagge setzt.

Iris Gerstmann: Um das Problem „sichtbar“ zu machen, wurde der Antrag zum Hissen der Flagge gestellt. Für Menschen, die ebenfalls durch das Hissen zeigen wollen, dass sie keine Probleme mit gleich-geschlechtlichen Lebensgemeinschaften haben, haben wir (gemeinsam mit den Grünen) Regenbogenflaggen verschenkt und verteilt. Somit wird am 17. Mai nicht nur am Rathaus die Flagge gehisst, sondern an ca. 30 weiteren Orten.

Klaus Dieter Lege: Zwangsläufig nichts, da uns keine konkreten Probleme bekannt sind.

Torsten Fischer: Vor Ort bemühen wir uns um eine Zusammenarbeit mit dem Ehrenamt und Jugendgruppen und um eine Sichtbarmachung durch politischen Druck und ein Einfordern von Rechten, Geldern und Öffentlichkeit.

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