Kommunalpolitik

Bad Berleburger SPD unterstützt jetzt Bernd Fuhrmann

Der neu formierte Vorstand des SPD-Ortsvereins Bad Berleburg mit Werner Knebel, der für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde. Im Bild von Schatzmeisterin Silke Möldner, die neue stellvertretender Vorsitzende Sandra Peiser, Werner Knebel, die neue Vorsitzende Ulrike Dirkmann, der neue Schriftführer Bernd Weide und der stellvertretende Vorsitzendfe Joshua Briel.

Der neu formierte Vorstand des SPD-Ortsvereins Bad Berleburg mit Werner Knebel, der für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde. Im Bild von Schatzmeisterin Silke Möldner, die neue stellvertretender Vorsitzende Sandra Peiser, Werner Knebel, die neue Vorsitzende Ulrike Dirkmann, der neue Schriftführer Bernd Weide und der stellvertretende Vorsitzendfe Joshua Briel.

Foto: Lars-Peter Dickel / WP

Raumland.  Die SPD wird ohne eigenen Spitzenkandidaten antreten und den parteilosen Amtsinhaber unterstützen. Warum, das begründet Bernd Weide.

Die Bad Berleburger SPD wird bei der Kommunalwahl 2020 Bad Berleburgs parteilosen Bürgermeister Bernd Fuhrmann unterstützen. „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, gesteht der Ortsvereinsvorsitzende Bodo Hüster, als er diese wichtige Personalie in Mitgliederversammlung vorträgt und mit den Genossen darüber diskutiert. Es ist einer von gleich mehreren Paukenschlägen, mit denen die SPD-Mitglieder konfrontiert werden. Der Ortsverein stellt personell die Weichen für die Kommunalwahl 2020. Dazu gehört auch ein Wechsel im Vorstand und ein bevorstehender an der Spitze der Fraktion.

Ende einer Ära

Bernd Weide kündigte an, zwar erneut für den Rat zu kandidieren, dann aber den Fraktionsvorsitz abzugeben: „Ich finde, 13 Jahre sind genug. Ich brauche eine Pause, auch privat.“ Mit dieser Spanne sei Weide derjenige, der die SPD-Fraktion länger als jeder andere geführt habe, bestätigte Friedhelm Aderhold. Weide lieferte anschließend eine Begründung dafür, warum die SPD auch ohne eigenen Spitzenkandidaten gute Gründe habe, selbstbewusst in den Wahlkampf zu ziehen. Ob Leitbild-Diskussion oder Haushaltskonsolidierung, ob Global Nachhaltige Kommune oder Klimaschutz. Vieles was die Stadt Bad Berleburg seit 2004 auszeichne habe die SPD ganz maßgeblich mitgestaltet, wenn nicht sogar angestoßen. Von außen höre er immer wieder den Satz „Bad Berleburg hat gerade einen Lauf“, berichtet Weide im Zusammenhang mit vielen Fördermitteln und Preisen. Doch Weide macht klar: „Das ist kein Glück. Ich halte das für die Ernte der Arbeit von Rat, Verwaltung und Bürgermeister in den letzten 12 Jahren.“ Und genau aus diesem Grund wünscht sich Weide Unterstützung für die Idee, diesmal keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen. „Warum soll man den Trainer wechseln, wenn man an der Tabellenspitze steht, Kreismeister oder sogar Landesmeister ist...?“

Bodo Hüster berichtet, das Bernd Fuhrmann auf die Genossen zugekommen sei und gefragt habe, ob sie ihn bei seiner Kandidatur aus dem Amt heraus unterstützen möchten. „Wir haben uns das nicht leicht gemacht, das gebe ich zu“, sagt Hüster. Was folgte waren Gespräche in den Vorständen des Ortsvereins und mit der CDU.

Diskussion um Fuhrmann

Kritik gab es im Anschluss aus den Reihen der Mitglieder nicht wegen der Idee, Bernd Fuhrmann zu unterstützen, sondern wegen der Außenwahrnehmung. Für Achim Strackbein aus Diedenshausen ist klar, Fuhrmann werde von vielen - obwohl parteilos - als Kandidat der CDU gesehen, weil seine Karriere mit Unterstützung der Union 2004 begann. „Als Partei muss man in der Kommunalpolitik wirksam sein“, sagt der Schwarzenauer Otto Marburger und unterstützt Weide, weil viel SPD-Inhalte in der Vergangenheit durchgesetzt worden seien und man im Kampf ums Bürgermeisteramt „auch einen besseren Kandidaten haben muss“. Dirk Jung aus Dotzlar kritisierte, dass die SPD ihre eigene Identität wahren müsse. „Schließlich müssen wir die Menschen überzeugen, SPD zu wählen“.

Bodo Hüster aus Schwarzenau hakte dort ein und machte deutlich: „Wir müssen unser Profil schärfen.“ Für Friedhelm Aderhold (Wemlighausen) ist klar, dass sich eine Wahl zwar auch programmatisch aber doch vor allem an den Kandidaten entscheide, die in den einzelnen Wahlkreisen antreten. Ulrike Dirkmann aus Bad Berleburg betonte, dass jetzt noch nicht übers Programm gesprochen werde. „Wir haben noch genug Zeit, uns zu positionieren“ und Bernd Weide ergänzte: „Alle sind aufgefordert an diesem Wahlprogramm mitzuarbeiten.“

Im Anschluss an diese Diskussion gab sich der Ortsverein einen neuen Vorstand. Bodo Hüster gab sein Amt nach 15 Jahren im Vorstand ab. „Meine Aufgabe war es, die vier Ortsvereine und den Stadtverband zu einem Ortsverein zusammenzuführen. Ich glaube, wir haben das ganz gut geschafft und ich sehe meine Aufgabe als erfüllt.“

Ulrike Dirkmann, bisher Stellvertretende Vorsitzende wurde einstimmig in geheimer Wahl zu Vorsitzenden gewählt. Der 2. Stellvertreter, Joshua Briel wurde wiedergewählt. Neu im Vorstand ist Sandra Peiser als Stellvertretende Vorsitzende. Silke Möldner löst Iris Gerstmann als Kassiererin ab und Bernd Weide ist neuer Schriftführer für den ausgeschiedenen Wilhelm Belz.

Zu Beisitzern wurden gewählt: Ronny Michaelis, Iris Gerstmann, Eckhard Marburger, Bodo Hüster, Karl-Heinrich Sonneborn, Dittmar Beuter, Dirk Jung und Harry Briel.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben