Justiz.

Bad Laasphe: Betrunkener Fahrer hält neben Polizei

Das Amtsgericht in Bad Berleburg

Das Amtsgericht in Bad Berleburg

Foto: Christoph Vetter

Bad Laasphe.   Die Trunkenheitsfahrt endet für den 31-jährigen Hessen durch ein Missgeschick in den Armen der Polizei. Er hielt direkt hinter dem Streifenwagen.

Die allgemeine Verkehrskontrolle in der Stockwiese in Bad Laasphe ist vorbei. Die beiden Polizeibeamten sitzen eine Woche vor Heilig Abend des vergangenen Jahres im Streifenwagen und besprechen noch kurz ihren Einsatz, als plötzlich ein VW mit hessischem Kennzeichen hinter ihnen hält. „Braucht der Mann eventuell unsere Hilfe?“ fragen sich die Polizisten. Einer geht hin und stellt durch das geöffnete Fenster der Fahrertür deutlichen Alkoholgeruch fest.

Der Atemtest bestätigt den Verdacht, die spätere Blutprobe ergibt 1,55 Promille und ein Strafverfahren. Das konnte Richter Torsten Hoffmann am Freitag recht zügig abwickeln, denn der Angeklagte – ein 31-Jähriger aus Hessen – gab über seinen Verteidiger die Trunkenheitsfahrt zu. Mehr sagte er aber nicht.

Wie in einer Comedy

Das Geständnis kam dem Beschuldigten zugute; denn die durch Staatsanwalt Markus Urner vorgetragene Anklage der vorsätzlichen Trunkenheit im Straßenverkehr verringerte sich auf Fahrlässigkeit, auch, weil das Trinkverhalten des Mannes nicht zur Sprache kam und dadurch ein Vorsatz letztlich nicht nachzuweisen war. Staatsanwalt Urner entdeckte in dem Verfahren „eine Comedy-Note“, denn letztlich „habe sich der Beschuldigte selbst ans Messer geliefert, als er hinter dem Streifenwagen angehalten hat.“ Tatsächlich, das räumte auch ein Polizist im Zeugenstand ein, wäre der Mann wohl nicht angehalten worden, wenn er einfach an den Beamten vorbeigefahren wäre.

Einschlägige Vorstrafen

In seinem Urteil folgte Richter Hoffmann dem Antrag der Staatsanwaltschaft: Der 31-Jährige erhielt eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen á 80 Euro. Außerdem muss er weitere sieben Monate auf seinen Führerschein verzichten. Das relativ hohe Strafmaß ergab sich aus dem Vorstrafenregister des Hessen, der schon mehrmals einschlägig in Erscheinung getreten war.

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