Kommunalpolitik

Bad Laasphe: CDU schießt scharf auf Martin Achatzi

| Lesedauer: 4 Minuten
Martin Achatzi hält den Umschlag mit dem offenen Brief an Bürgermeister Dirk Terlinden in den Händen. Der CDU-Kommunalpolitiker kritisiert die Verwaltung und den Stadtrat wegen eines aus seiner Sicht seit 12 Jahren andauernden Stillstandes. Jetzt ist er selbst ins Visier der Kritiker geraten.

Martin Achatzi hält den Umschlag mit dem offenen Brief an Bürgermeister Dirk Terlinden in den Händen. Der CDU-Kommunalpolitiker kritisiert die Verwaltung und den Stadtrat wegen eines aus seiner Sicht seit 12 Jahren andauernden Stillstandes. Jetzt ist er selbst ins Visier der Kritiker geraten.

Foto: Lars-Peter Dickel / WP

Bad Laasphe.  Mit seinem offenen Brief an Bürgermeister und Rat hat sich Martin Achatzi weit vorgewagt. Jetzt gerät er ins Kreuzfeuer früherer Parteifreunde.

Auch die Bad Laaspher Union will die Kritik ihres Mitgliedes Martin Achatzi am politischen Stillstand in Bad Laasphe nicht unkommentiert stehen lassen. In einem gemeinsamen Schreiben an den Bürgermeister Dirk Terlinden und den gesamten Stadtrat distanziert sich der Fraktionsvorstand um Günter Wagner, Christian Conrad und Petra Tang „in aller Deutlichkeit von den Aussagen“ von Martin Achatzi.

Der hatte „aus tiefer Sorge um Bad Laasphe“ in dieser Zeitung politischen Stillstand in seiner Heimatstadt kritisiert und diesen nicht nur mit der Person des ehemaligen Bürgermeisters Dr. Torsten Spillmann verknüpft hat. Als Hauptprobleme hat Achatzi die Entwicklung der Dörfer, den Leerstand in den Kliniken, die Sanierung kommunaler Finanzen, aber auch die Zukunft von Gewerbeflächen am Aldi-Zentrallager, dem ehemaligen Wikula-Gelände oder bei WKW in Banfe genannt. Auch wünscht er sich eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Stadt, mehr Sauberkeit, mehr Tourismusförderung und die Sicherung Bad Laasphes als Kurort.

Kritiker gerät selbst in Schusslinie

Für seine Analyse hat Achatzi aber auch Kritik eingesteckt - unter anderem vom parteilosen FDP-Fraktionsmitglied Werner Oder und in der Montagsausgabe dieser Zeitung auch von Bürgermeister Dirk Terlinden, der indes auf den offenen Brief nicht direkt an Achatzi antworten will.

Die Bad Laaspher CDU teilt Achatzis Sorge nicht und attestiert dem Bürgermeister und der Verwaltung auch keine Untätigkeit: „Wir spüren seit dem Wechsel im Chefsessel des Rathauses, dass alle Fraktionen nach vorne schauen und die nicht behandelten Themen aus der Vergangenheit nun wieder in den Fokus rücken. Zwei Legislaturperioden in denen viele wichtige Themen in den Schubladen des ehemaligen Bürgermeisters schlummerten (Einzelhandelskonzept, Ausweisung von Gewerbegebieten, Wohnbauflächen etc.) werden in Politik und Verwaltung diskutiert. Alle zur Verfügung stehenden Flächen im Industriegebiet Untere Espen“ konnten seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Terlinden vermarktet werden“, bilanziert die Union das erste Jahr nach der Kommunalwahl.

CDU: Achatzis war nie ein Thema als Bürgermeisterkandidat

Und direkt an Achatzi gewandt formuliert der Fraktionsvorsitzende Günter Wagner in scharfem Ton: „Ungeduld ist fehl am Platze! Eine Aufarbeitung benötigt Zeit. Zielführende Vorschläge an Politik und Verwaltung sind immer willkommen. Haltlose Kritik von ehemaligen Aktiven, die aus welchen Gründen auch immer ihre ganzen politischen Ämter abgeben mussten, bringen uns in Bad Laasphe keinen Schritt weiter.“

Und auch zu den politischen Ambitionen von Martin Achatzi vor der Kommualwahl 2020 äußert sich Wagner deutlich: „Es war auch in den letzten Jahren für die CDU zu keinem Zeitpunkt ein Thema, Herrn Achatzi als Bürgermeisterkandidat aufzustellen. Tatsache ist doch das in den Jahren 2009 bis 2020 in denen Herr Achatzi Mitglied des Rates, zwei Jahre Vorsitzender der CDU-Fraktion und sechs Jahre Mitglied im Kreistag war, keine wegweisenden Veränderungen von ihm auf den Weg gebracht wurden. Auch war er Teil des von ihm zitiertem „12-jährigen Dornröschenschlafs“ und wichtiger Baustein seiner beschriebenen Bad Laaspher Misere. Die CDU ist optimistisch das viele liegengebliebenen Themen mit entsprechenden Mehrheiten im Rat und in Zusammenarbeit mit Bürgermeister und Verwaltung in den nächsten Jahren auf den Weg gebracht werden.“

Achatzi nicht mehr Teil der Fraktion

Tiefe Sorge um Martin Achatzi macht sich die CDU auch nicht. Er ist nicht mehr Teil der CDU-Fraktion. Man hat sich schon daran gewöhnt, alle Jahre wieder einen ganzseitigen Negativbericht von Achatzi lesen zu müssen, dies kann aber auf Dauer nicht unkommentiert bleiben. Werner Oder (FDP) hatte ja hier freundlicherweise in der letzten Woche schon einen entsprechenden Aufschlag gemacht.“

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