Jubiläum

Bad Laasphe: Die Malteser erfüllen nicht nur Herzenswünsche

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Rückblende in das Jahr 2019: Yannik (17) aus Bad Laasphe hat nur noch einen großen Wunsch. Er will mit einem Hubschrauber über seiner Heimat fliegen. Familie Freunde, die Kinderklinik der Uni Gießen und die Malteser Bad Laasphe erfüllen ihm diesen Wunsch.

Rückblende in das Jahr 2019: Yannik (17) aus Bad Laasphe hat nur noch einen großen Wunsch. Er will mit einem Hubschrauber über seiner Heimat fliegen. Familie Freunde, die Kinderklinik der Uni Gießen und die Malteser Bad Laasphe erfüllen ihm diesen Wunsch.

Foto: Jutta Koenigsfeld / WP

Bad Laasphe.  Vor 50 Jahren ging Joachim Gabel einen schweren Weg, weil er den Malteser Hilfsdienst in Bad Laasphe gründen wollte. Daraus ist viel entstanden.

Sie versorgen nicht nur Verletzte oder unterrichten Menschen in Erster Hilfe. Der Malteser Hilfsdienst (MHD) in Bad Laasphe erfüllt auch Herzenswünsche von sterbenden Menschen. Dass der Verein dies kann, ist nicht selbstverständlich, vor allem nicht, wenn man in die Geschichte der Laaspher Malteser schaut. Ein Grund dafür ist das 50-jährige Jubiläum des MHD in der Lahnstadt.

Eigentlich beginnt die Geschichte aber in Banfe. Dort lebt Joachim Gabel. Der will sich sozial engagieren. Bei einem Erste-Hilfe-Kurs, den die Malteser aus Siegen in Bad Berleburg anbieten, knüpft der Banfer erste Kontakte.

Wie alles anfing

„Allerdings war für den jungen Joachim der Weg nach Siegen sehr weit. Daher überlegte er Alternativen: Der einfache Weg wäre, sich etwas anderes zu suchen. Der schwierige Weg dagegen wäre, eine Untergliederung des Malteser Hilfsdienstes direkt in Bad Laasphe zu gründen. Joachim Gabel entschied sich für den schweren Weg“, berichtet der heutige Stadtbeauftragte Michael Hermann. Hermann selbst wird später auch schwierige und weite Wege für sein Herzensprojekt gehen. Aber zurück zur Gründung der Malteser.

Joachim Gabel findet in Rainer Skudelny einen Verbündeten. Gemeinsam gründeten sie im Jahr 1972 eine neue Untergliederung des Malteser Hilfsdienstes in Bad Laasphe. „Diesen großartigen Entschluss von Dr. Joachim Gabel, die Untergliederung des Malteser Hilfsdienstes in Bad Laasphe zu gründen, möchten wir mit euch zusammen feiern und auf die nächsten 50 Jahre anstoßen“, sagt Michael Hermann, der am kommenden Samstag, 24. September, ab 15 Uhr auf den Sportplatz in Niederlaasphe einlädt. Mit dem Erlös dieser Feierlichkeit wird eines der wichtigsten Projekte der Malteser finanziert: Der Herzenswunsch-Krankenwagen.

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Seit vier Jahren erfüllen Michael Hermann und sein Team damit letzte, große Wünsche. „Wir fahren in die Berge, an die Nordsee, nach Fort Fun oder organisieren Hubschrauberflüge“, berichtet Hermann über diese besondere Aufgabe. Da war zum Beispiel Yannik aus Bad Laasphe, für den sie den Transport zu seinem Hubschrauberflug organisierten, im Jahr 2019. Vor kurzem erst brachten die Bad Laaspher eine Frau aus Frankenberg auf den Siegerlandflughafen. „Da haben wir auch den Hubschrauber gechartert und sind mit ihr eine Stunde lang geflogen. Auch über den Friedwald, in dem sie bestattet werden wollte“. Oder Hermann fährt mit einem Patienten aus einem Siegener Krankenhaus ein letztes Mal in seine geliebte Ramsau in Österreich. „14 Mal war er vorher dort. Es war sein 15. und letztes Mal, danach konnte er sterben“, berichtet Hermann. Für den Bad Laaspher Stadtbeauftragten des Malteser Hilfsdienstes ist das alles mehr als ein Job: „Dafür musst Du geschaffen sein. Das ist Trauer und Sterbebegleitung zugleich. Es geht darum, dass es einen Tag gibt, wo es nicht um den Tod und das Sterben geht“, sagt Hermann, der über Jahre hinweg Spenden gesammelt hat, um diesen Herzenswunsch-Krankenwagen zu finanzieren. Demnächst wird das Fahrzeug ausgetauscht. Und Hermann hofft, mit dem Jubiläumsfest den Grundstock für eine Summe von 100.000 Euro zusammenzubekommen.

Mehr als Sanitäter

Aber die Malteser sind auch noch mehr als dieses prominenteste Projekt. „Wir bilden Schulsanitäter aus, geben Kurse in Erster Hilfe und neu hinzugekommen sind andere soziale Projekte wie ,Miteinander-Füreinander’, ein Besuchsdienst, oder „,Klang und Freude’, ein speziell musischer Besuchsdienst, bei dem man gemeinsam Musik hört.“

Aus dem kleinen Verein, den Dr. Joachim Gabel vor 50 Jahren aus der Taufe gehoben hat, ist ein sozialengagierter Hilfsdienst mit 21 Aktiven und vielen fördernden Mitgliedern geworden.

So wird gefeiert

Gefeiert wird ab 15 Uhr am Samstag, 24. September, auf dem Sportplatz in Niederlaasphe.

Musik machen Bronxters, Hard Beat Inc. und Live.

Für Kinder gibt es eine Kletterwand und eine Riesenrutsche.

Für den Hunger ist ebenfalls gesorgt: Es gibt Kaffee, Kuchen, Gegrilltes, Frittiertes und kalte Getränke.

Der Reinerlös der Veranstaltung geht an den Herzenswunsch-Krankenwagen.

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