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Bad Laasphe: Kampf um das internationale Radiomuseum

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Das Radiomuseum in Bad Laasphe wird geschlossen. Museumsleiter Hans Necker hatte die Zukunft des Museums bereits 2016 zur Diskussion gestellt.

Das Radiomuseum in Bad Laasphe wird geschlossen. Museumsleiter Hans Necker hatte die Zukunft des Museums bereits 2016 zur Diskussion gestellt.

Foto: WP

Bad Laasphe.  Die Stadt Bad Laasphe will den Vertrag mit dem Radiomuseum kündigen – der Museumsbesitzer wehrt sich jetzt dagegen: „Das ist eine Kulturschande!“

Hans Necker schäumt vor Wut: „Das ist Kulturschande!“ Die Stadt Bad Laasphe hat den Vertrag mit dem „Internationalen Radiomuseum Hans Necker“ gekündigt. Das bedeutet: das Radiomuseum soll, geht es nach der Stadt Bad Laasphe, seine Pforten am derzeitigen Standort spätestens zum 31. Dezember 2024 schließen. Aber Necker will sich das nicht gefallen lassen: „Ich erkenne diese Kündigung nicht an. Ich verbleibe hier solange ich lebe!“ Jetzt wolle er entsprechende Maßnahmen einleiten, um der Kündigung entgegen zu wirken.

Der Rat der Lahnstadt hat im nicht-öffentlichen Teil seiner jüngsten Sitzung bei sechs Gegenstimmen und drei Enthaltungen mehrheitlich beschlossen, den Vertrag zu kündigen – das teilte jetzt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung mit. Vorausgegangen war ein entsprechender Beschlussvorschlag der Verwaltung. Allerdings sei dieser Vertrag gar nicht kündbar, macht Hans Necker auf Nachfrage der Redaktion am Telefon klar.

Besitzer beruft sich auf Verträge

Im 1989 geschlossenen Vertrag habe sich die Stadt verpflichtet, Ausstellungsflächen zur Verfügung zu stellen. 2004 folgte ein Ergänzungsvertrag, der die Zukunft des Vertrags regeln sollte. Demnach verpflichtete sich die Stadt, die Sammlung als „wertvollen Technik-Kultur-Beitrag zu vertreten und auch zu eigenem Nutzen zu fördern und zu erhalten.“ So solle die Sammlung auch in dem Fall, dass Necker aus verschiedenen Gründen nicht mehr in der Lage sein sollte, das Museum zu betreiben, der Öffentlichkeit durch die Stadt zugänglich gemacht werden – oder zumindest einen neuen Träger zu finden.

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„Dass sie jetzt versuchen, einen so vor die Tür zu setzen, ist unterste Schublade“, macht sich der 77-Jährige Luft. Seit 33 Jahren engagiert er sich mit dem Museum– „ich habe von der Verwaltung noch nie ein Dankeschön dafür gehört.“ Er plane jetzt entsprechende Maßnahmen, hat sich bereits ans LWL gewandt und schließt auch einen Gerichtsprozess sowie eine nationale Berichterstattung nicht aus. „Das muss an die ganz große Glocke!“

Stadt finanziell nicht in der Lage zur Unterstützung des Museumsbetriebs

Die Stadt Bad Laasphe begründet die Entscheidung zur Kündigung folgendermaßen: „Die Stadt ist wegen ihrer angespannten Finanzsituation nicht in der Lage, den bisherigen Umfang der vertraglichen Verpflichtungen zur Unterstützung des im Privatbesitz befindlichen Museums dauerhaft fortzusetzen und darüber hinaus zusätzliche städtische Mittel für einen privaten Betrieb des Museums bereitzustellen.“

„Dies wäre jedoch erforderlich, um einen auskömmlich finanzierten und den heutigen Anforderungen genügenden Museumsbetrieb mit modifizierter Museumsdidaktik und digitalen Formaten im ehemals als Schule genutzten Gebäude zu entsprechen“, so Bürgermeister Dirk Terlinden. Eine Übernahme der privaten Sammlung sowie die Fortführung des Museumsbetriebs in kommunaler Trägerschaft sei der Stadt Bad Laasphe aus wirtschaftlichen Gründen und unter den vom Eigentümer genannten Bedingungen ebenfalls nicht möglich.

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„Wir haben uns den Vorschlag und die Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht“, erklärt Dirk Terlinden. „Doch unter diesen Umständen war für uns eine erneute Verlängerung des Vertrages um weitere fünf Jahre nicht ratsam.“ Dirk Terlinden: „Durch die frühzeitige Kündigung des Vertrages hat er nun mehr als zwei Jahre Zeit, den Fortbestand seiner Radiosammlung dauerhaft zu sichern.“ Gleichzeitig bestehe für den Förderverein“ und weitere Unterstützer Gelegenheit, konzeptionelle Überlegungen anzustellen, die einen Erhalt der Sammlung bzw. den Fortbestand des Museums an anderer Stelle ermöglichten.

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