Umwelt & Verkehr

Bad Laaspher Altstadt: Gefährliche Ecke an Dreslers Haus

Der enge Knoten Schloßstraße/Wasserstraße/Königstraße in der Bad Laaspher Kernstadt: Um ihn zu entschärfen, möchte der Landesbetrieb das Haus Dresler (links) abreißen.

Der enge Knoten Schloßstraße/Wasserstraße/Königstraße in der Bad Laaspher Kernstadt: Um ihn zu entschärfen, möchte der Landesbetrieb das Haus Dresler (links) abreißen.

Foto: Eberhard Demtröder

Bad Laasphe.   Fahrt auf der L 718 in die Laaspher Altstadt selbst für Autofahrer kriminell. Politik fürchtet jedoch bei Gebäude-Abriss noch mehr Lkw-Verkehr.

Selbst für Autofahrer ist die Ecke durchaus kriminell: Wer die Wasserstraße in Bad Laasphe hinunter zur Altstadt fährt und Richtung Schloßstraße, Gartenstraße und B 62 will, muss kurz vor der Einmündung Königstraße scharf rechts abbiegen – am Haus Dresler einmal um die Ecke. Und das ist schon nicht ganz ungefährlich, wenn im Gegenverkehr zum Beispiel ein Kleintransporter naht.

Für Laster ab 7,5 Tonnen gesperrt

Nicht selten stehen dann zwei Fahrer erst einmal in den Bremsen, ehe die Wagen langsam aneinander vorbeikommen. Gut, dass die Strecke im Verlauf der Landstraße 718 nach Bad Berleburg wegen eben dieser Engstelle für den Schwerlastverkehr ab 7,5 Tonnen gesperrt ist, sagen Bad Laasphes Politiker – und das solle auch so bleiben.

Deshalb votierten sie jetzt im Bau-, Denkmal- und Umweltausschuss auch dagegen, das Haus Dresler abzureißen und damit die Engstelle zu beseitigen. So plant es jedenfalls der Landesbetrieb Straßen NRW, dem das Haus Dresler vom Eigentümer zum Kauf angeboten worden ist.

Landesbetrieb rät zur Entschärfung

Aus Sicht von Eberhard Zimmerschied, beim Landesbetrieb Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr, wären Kauf und anschließender Abriss des Hauses eine gute Gelegenheit, die Gefahrenstelle ein für allemal zu entschärfen. Das würde eine „nachhaltige Verbesserung“ für den Verkehr auf der L 718 zwischen Bad Laasphe und Bad Berleburg bringen, findet er. Schließlich habe die Straße ja auch eine überregionale Bedeutung. Und der Schwerlastverkehr wäre nach der Neugestaltung dann auch wieder zugelassen.

Wenn man die Verkehrsführung an Dreslers Haus jetzt nicht entzerre, „dann ist der Zug abgefahren“, warnt Zimmerschied. Dann suche sich der Eigentümer des Hauses womöglich einen anderen Käufer – und was der dann mit der Immobilie mache, sei völlig offen. Sicher: Für markante Unfälle sei ihm der Knoten Wasserstraße / Königstraße / Schloßstraße nun nicht gerade bekannt, so der Abteilungsleiter. Dennoch: „Der Stadt sollte es um die Verkehrssicherheit gehen“, meint er. Hier müsse man „an einem Strang ziehen“.

Große Lkw sollen verboten bleiben

Und was würde die Neugestaltung des Kurvenbereichs kosten? Die SPD fragt im Ausschuss nach. Marcus Winkeler, im Bad Laaspher Rathaus Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen, geht von einer Gesamtsumme von rund 170.000 Euro aus – für Grunderwerb, Abriss des Hauses, eine angepasste Straßenführung. Und weil die Stadt sich üblicherweise mit den Kosten für die Bürgersteige an solchen Baumaßnahmen gemeinsam mit dem Landesbetrieb beteilige, so Winkeler, kalkuliere er mit rund 60.000 Euro Anteil aus dem städtischen Haushalt.

Diese Ausgaben zu sparen und sich als Stadt nicht an der Neugestaltung zu beteiligen, hält Waltraud Schäfer (SPD) für „sinnvoll“. Die Bauarbeiten würden dann auch gar nicht erst stattfinden, weil der Landesbetrieb nicht ohne die Stadt aktiv werden möchte. Schäfer möchte sich unter gar keinen Umständen vorstellen, wie der Schwerlastverkehr von der Wasserstraße in die Gartenstraße abbiegt. Und Grünen-Fraktionschefin Anne Bade führt „hohe Unfall-Zahlen auf der L 718“ zwischen den beiden Kurstädten an – da müsse jetzt nicht auch noch eine Gefahr durch schwere Lkw und Lastzüge hinzukommen.

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