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Bad Laaspher Feuerwehr sorgt für staunende Gesichter

Tag der offenen Tür Feuerwehr Bad Laasphe

Tag der offenen Tür Feuerwehr Bad Laasphe

Foto: Anna-Lina Müller

Bad Laasphe.  Beim Tag der offenen Tür der Bad Laaspher Feuerwehr dürfen die Kleinen einen großen Brand löschen. Was bei einem Brand wirklich passiert.

„Hausbrand in der Wehrstraße!“ Diese Meldung löst in Bad Laasphe normalerweise Unmut aus – am Sonntag sorgte sie jedoch bloß für staunende Gesichter. Zum Tag der offenen Tür übernahm die Feuerwehr Bad Laasphe höchst persönlich die Rolle des Feuerteufels.

Ein kleines Holzhaus auf dem Hof des Gerätehauses stand innerhalb weniger Minuten vollständig in Flammen. Das verlangte selbstverständlich nach einem Einsatz, bei dem in diesem Jahr erstmals die Jugendfeuerwehr das Löschwasser abfeuerte. Vom Notruf, über das

Anrücken der Fahrzeuge bis zum letzten Wasserstrahl kam die Schauübung einem richtigen Einsatz verdächtig nahe.

Mit dem Unterschied, dass Publikum in diesem Fall sogar erwünscht war. Dirk Höbener, Wehrführer und Stadtbrandinspektor, kommentierte jeden einzelnen Schritt für die kleinen und großen Zuschauer. Denn was bei so einem Brand wirklich alles im Hintergrund abläuft, wissen die Wenigsten.

Jugendarbeit wird groß geschrieben

„Für die Jugend ist es wirklich etwas Besonderes, hier selbst einmal ran zu dürfen“, erzählte Jörg Jung, Zugführer der Löschgruppe 1. Normalerweise müssen die jungen Feuerwehrleute bis zum 18. Lebensjahr warten – erst dann dürfen sie beim Einsatz mithelfen.

Zwar schauten die „Großen“ dem Nachwuchs bei der Schauübung über die Schulter, für das Löschen der Flammen waren sie allerdings ganz allein zuständig. Sogar die Kinderfeuerwehr hatte ihre feste Rolle und sperrte das Gelände mit Pylonen ab, damit kein Zuschauer zu nah ans Feuer heran ging.

Die Kinder- und Jugendarbeit wird in der Bad Laaspher Feuerwehr groß geschrieben. Seit 2016 dürfen mit der Kinderfeuerwehr schon die ganz Kleinen ab sechs Jahren erste Feuerwehrluft schnuppern.

„Da geht es vor allem darum, die Kinder spielerisch heranzuführen“, so Jörg Jung. Sowohl die Kinder-, wie auch die Jugendfeuerwehr zählt über 20 motivierte Mitglieder. Der Nachwuchs für die nächsten Jahre scheint für die Laaspher also gesichert.

„Jetzt steigt weißer Rauch auf, das ist für uns ein gutes Zeichen“, stellte Dirk Höbener nach wenigen Minuten fest. Dann ist das Wasser nämlich am Brandherd angekommen. Nach insgesamt 20 Minuten konnten die jungen Feuerwehrfrauen und -männer den Einsatz dann für erfolgreich abgeschlossen erklären. Vom Holzhaus blieb nicht mehr viel übrig, doch genau das war ja auch der Plan.

„Nach dem Feuer ist vor dem Feuer“, betonte Höbener schließlich noch einmal. Denn nicht zu vergessen ist, die Fahrzeuge und Geräte nach dem Brand wieder einsatzfertig zu machen – ganz nach dem Motto: „Das nächste Feuer kommt bestimmt.“

Zuschauer werden mit eingebunden

Zur zweiten Schauübung am Nachmittag ging dann noch einmal ein Notruf raus, in diesem Fall kümmerte sich jedoch die Einsatzabteilung um das Problem. Ein simulierter Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen verlangte von den Feuerwehrleuten eine Kette von routinierten Schritten ab. So konnten sie die Gefahrensituation entschärfen und die Personen aus dem Fahrzeug befreien.

„Wir versuchen, bei den Schauübungen auch immer die Zuschauer mit einzubinden“, erklärte Jörg Jung. So ging der Notruf in beiden Übungen von einer Person im Publikum aus, die nun für den Ernstfall vorbereitet ist.

Für den letzten großen Programmpunkt ging es für Besucher und Feuerwehr auf eine modische Reise in die Vergangenheit. Von den 70er Jahren an präsentierten die Laaspher ihre alten Anzüge und Overalls, bis zur neuen Universaleinsatzkleidung von heute.

„Da hat sich nicht nur modisch, sondern auch funktional wirklich viel getan in den letzten Jahrzehnten“, so Jung. Gerade was die Erkennbarkeit, Chemie- und Hitzeschutz angeht, sind die Feuerwehrleute heute um einiges sicherer unterwegs. Und natürlich auch etwas modischer –- aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

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