Sozialwahl 2017

Bärbel Weisenstein will mit Herzblut soziale Hilfe leisten

Bärbel Weisenstein aus Bad Laasphe-Hesselbach ist bei der Sozialwahl 2017 Kandidatin der DAK-Mitgliedergemeinschaft. Die 61-Jährige möchte weiterhin Versicherten helfend beistehen.

Foto: Christoph Vetter

Bärbel Weisenstein aus Bad Laasphe-Hesselbach ist bei der Sozialwahl 2017 Kandidatin der DAK-Mitgliedergemeinschaft. Die 61-Jährige möchte weiterhin Versicherten helfend beistehen. Foto: Christoph Vetter

Hesselbach.   Bärbel Weisenstein kandidiert wieder bei der Sozialwahl. Die 61-Jährige aus Hesselbach möchte weiterhin die Interessen der Versicherten wahren.

Sie hat ein Helfersyndrom. Das gibt Bärbel Weisenstein unumwunden zu. Darauf kann die 61-Jährige eigentlich stolz sein, denn ihre Hilfe kommt zahllosen Kranken- und Rentenversicherten zugute. Die seit 1979 in Hesselbach beheimatete, ehemalige Verwaltungsangestellte des Kreises Siegen-Wittgenstein, ist Mitglied des 30-köpfiges Verwaltungsrates der DAK Gesundheit, stellv. Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheits- und Sozialpolitik, Mitglied des Hauptausschusses sowie Vorsitzende des Widerspruchsausschusses in Frankfurt.

Die ehrenamtliche Arbeit der Hesselbacherin scheint in der Öffentlichkeit kaum wahr genommen zu werden; genauso wenig wie jetzt wieder stattfinden Sozialwahlen. „Aber die sind total wichtig“, betont Weisenstein und ruft alle Versicherten auf, ihr Kreuzchen zu machen. Und Bärbel Weisenstein kandidiert noch einmal für die nächste Legislaturperiode, „dann habe ich fast 30 Jahre voll“.

Sie baut auf eigene Erfahrung

Als Vorsitzende im Widerspruchsausschuss bekommt sie zahllose Verfahren und „Fälle“ auf den heimischen Tisch in Hesselbach. Etwa 120 solcher Akten werden übrigens am heutigen Donnerstag in Frankfurt entschieden. Beispiel: Ist die Forderung eines Versicherten nach einem 4000 Euro teuren Handlauf im Treppenhaus gerechtfertigt? „Alle Fälle sind gleich gewichtet, und wir entscheiden nach Gesetz, aber wir versuchen in vielen Fällen, Abhilfe zu schaffen“.

Die Menschen in der Gemeinschaft vertreten

Das macht Bärbel Weisenstein mit Herzblut, kann sie selbst doch auf etliche Situationen aus eigener Erfahrung berichten. „Seit zehn Jahren habe ich Pflege bei nahen Angehörigen gemacht, habe selbst einige OPs und Krankenhausaufenthalte hinter mir. Ich weiß, wie sich das anfühlt, wenn man jemanden pflegt und wenn einem Leistung verweigert wird.“ Diese eigenen Erfahrungen sind es, mit denen Weisenstein im Ausschuss überzeugt und etwas bewegen kann. So kann es durchaus passieren, dass Einschätzungen des Medizinischen Dienstes eine andere Sichtweise bekommen.

„So können wir aus der Selbstverwaltung heraus die Leute in der Gemeinschaft vertreten und ihre Interessen gegenüber der Politik oder der Rentenversicherung deutlich machen“, unterstreicht die 61-Jährige, die sich deutlich gegen „Mehrklassenmedizin“ stellt. „Wie kann es sein,“ fragt sie, „dass der Patient im DRK-Krankenhaus Biedenkopf ein Zweibett-Zimmer ohne Inanspruchnahme einer Zusatzversicherung bekommt und in Bad Berleburg nicht? In Biedenkopf fühlt man sich nicht als Mensch zweiter Klasse.

Einfluss des Staates bremsen

Aktuell kämpft die Hesselbacherin mit ihren Gremien für die paritätische Finanzierung der Leistungen, „denn“, so Weisenstein, „wir wollen die Einflussnahme des Staates bremsen und das ureigene Prinzip der Selbstverwaltung erhalten. Sonst entfernt sich das Gesundheitswesen von den Versicherten und den Arbeitgebern.“

Ihr Arbeitgeber, der Kreis Siegen-Wittgenstein, hat Weisenstein übrigens für ihre Aufgaben bei der DAK-Mitgliedergemeinschaft stets freigestellt. Aber wie ist sie überhaupt an dieses zeitaufwändige Ehrenamt gekommen?

Politisches Engagement auf allen Ebenen

Bärbel Weisenstein schmunzelt und erinnert an ihr Engagement bei der Jungen Union im Saarland. Als sie 1979 nach Wittgenstein und zur Kreisverwaltung kam, hat sie ihr politische Engagement auf kommunaler Ebene fortgesetzt, wurde für die CDU Mitglied im Kreis- und im Bad Laaspher Stadtverband sowie im Bezirksvorstand der Frauenunion. Sie setzte sich für den Aufbau eines Kindergartens in der alten Schule in Hesselbach ein, auch für einen zweiten Skihang und kandidierte für den Kreistag.

Durch die Parteiarbeit lernte sie Hans Bender, den damaligen Kreisgeschäftsführer der CDU kennen, und der wiederum war für die DAK auf der Suche nach einer Kandidatin für die Sozialwahl. Schon bei der ersten Versammlung in Kaiserlauten „habe ich Lunte gerochen“, sagt die resolute Frau und lacht. Sie hatte nämlich erkannt:, „In dem großen Gremium Selbstverwaltung bin ich mit an der Spitze und kann dort viel mehr bewegen als an der Basis wie etwa in der Kommunalpolitik“.

Mein Lohn ist der Dank der Versicherten

Uneigennützig und mit viel Herzblut kniet sich Bärbel Weisenstein in ihre soziale Arbeit. Für eine Sitzung bekommt sie 70 Euro Aufwandsentschädigung („die muss ich voll versteuern“). Die Fahrtkosten werden auch ersetzt. Nicht aber die unzähligen Stunden. „Mein Lohn? Mein Lohn ist es, wenn ich einem Versicherten helfen kann. Wenn er mich anruft und sich für die gute Nachricht bedankt. Dann sehe ich die Freude der Menschen, denen geholfen werden konnte.“

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