Justiz

Berghäuser bricht Partygast die Nase und wird freigesprochen

Die Verhandlung vor dem Amtsgericht in Bad Berleburg

Die Verhandlung vor dem Amtsgericht in Bad Berleburg

Foto: Christoph Vetter

Birkelbach/Bad Berleburg.   Ein 25-Jähriger wird vom Berleburger Amtsgericht freigesprochen, nachdem er einem betrunkenem Partygast unabsichtlich das Nasenbein gebrochen hatte.

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Eine Verhandlung wegen vorsätzlicher Körperverletzung endete für einen 25-jährigen Berghäuser vor dem Bad Berleburger Amtsgericht mit einem Freispruch. Bei einer Party in der Birkelbacher Mehrzweckhalle im Februar diesen Jahres kam es zu einer Auseinandersetzung auf der Herrentoilette. Ein 19-Jähriger, der sich zum Tatzeitpunkt gegen 1 Uhr nachts bereits in volltrunkenem Zustand befand, provozierte den Angeklagten sowie einige seiner ebenfalls auf dem Klo gewesenen Freunde vom Motorradclub „Death Panthers“. „Wollt ihr nicht mal „Sieg Heil“ rufen, ihr seid doch so drauf?“, sprach er die entsetzten MC-Mitglieder an.

Mehrere Erinnerungslücken

Nachdem diese ihm klar machten, mit derartigen Ideologien nichts zu tun zu haben, wandte sich der 19-Jährige an einen elf Jahre älteren, ebenfalls betrunkenen Kollegen, der daraufhin das Klo aufsuchte und sich mit dem Angeklagten anlegte. Angeblich habe er nicht gewollt, dass es Ärger gibt. Doch „bevor ich mich versah, hatte ich schon eine sitzen“, erklärte er. Der 30-jährige Birkelbacher zog sich bei der Aktion einen Nasenbeinbruch zu, zudem wurde ihm ein Zahn abgeschlagen.

Wie der Angeklagte hingegen beteuerte, wurde er erst geschubst, und später an seinen Schultern und seinem Pullover gepackt, den der Geschädigte bei der Aktion zerriss. Bei einer Abwehraktion mit den Schultern traf der Angeklagte den 30-Jährigen dann im Gesicht. „Er war nicht mehr zu bremsen und hat noch laut herumgebrüllt, dass er mich beim ‘nächsten Mal’ abstechen will“, erinnerte sich der 25-Jährige. Die Aussagen des gebürtigen Marburgers erschienen Richter Torsten Hoffmann glaubwürdiger als die des Geschädigten. Dieser hatte sich bei seiner Erzählung des Tathergangs mehrfach verhaspelt und aufgrund seines Alkoholisierung bei dem Vorfall auch einige Erinnerungslücken. Die Zeugen der Auseinandersetzung, die ebenfalls zu den „Death Panthers“ gehören und nicht alkoholisiert waren, stützten die Aussage ihres Kollegen. Er habe wirklich nur die Arme hochgerissen, um sich gegen den „sturzbesoffenen“ Angreifer zu wehren.

„Opfer“ verpasst seine Chance

Den vor dem Verfahren seitens des Angeklagten angebotenen Täter-Opfer-Ausgleich stimmte der Geschädigte, der nun auf seinen Zahnarztkosten sitzen bleibt, nicht zu. „Dies wäre die vernünftigere Variante gewesen“, resümierte der Richter.

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