525 Jahre Birkefehl

Birkefehl feiert Traditionen und Handwerk

Im Dorf gibt es viel zu sehen:  Über die Hauptstraße geht es vorbei an den verschiedensten Ständen.

Im Dorf gibt es viel zu sehen: Über die Hauptstraße geht es vorbei an den verschiedensten Ständen.

Foto: Hans Peter Kehrle

Birkefehl.  Im Dorf gibt es viel zu sehen. Ein Stand sticht besonders heraus: Der von Schreinermeister Dietmar Rath, der eine besondere Geschichte hat.

Etwas altes und etwas neues am „Tag des offenen Hofes“, so lautet das Motto zur 525-Jahr-Feier in Birkefehl. Das ganze Dorf ist mit dabei. Vom Anfang bis zum Ende. An jeder Ecke tummeln sich Besucher. Ein Grund dafür ist das gute Wetter, das viele Menschen nach Birkefehl lockt. Auffällig wenige Autos parken auf den Parkplätzen. Das liegt daran, dass viele den Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf sich genommen haben. Auch das Kreisschützenkönigspaar Ronny Heßler und Melanie Stöcker-Heßler aus Benfe besucht das Fest mit dem Fahrrad.

Imker, Traktoren und Spinnräder

Im Dorf gibt es viel zu sehen: Über die Hauptstraße geht es vorbei an den verschiedensten Ständen. Es gibt einen Besenbinder, Rechenmacher, eine Handarbeitsausstellung, ein kleines Atelier, einen Imker sowie Spinnräder und historische Werkzeuge zu bestaunen. Auch auf motorisierte Gefährten muss man nicht verzichten. Es gibt Oldtimer von Ford und eine Traktorenausstellung. Kinder kommen mit einer Hüpfburg, Schafen zum Streicheln und eine Kleintier-Ausstellung auf ihre Kosten: Die Birkefehler haben die Auswahl an Ständen und Ausstellern getreu ihrem Motto perfekt getroffen. Denn für jedes Alter ist etwas dabei.

Schreiner aus Leidenschaft

Einer aber sticht besonders heraus. Dietmar Rath mit seinem Holzhandwerk. Denn in seiner Scheune gibt es nicht nur viel zu sehen und zu werken, dahinter steckt auch eine besondere Geschichte: Die Schreinerei gibt es seit über 120 Jahren. Dietmar Rath vertritt damit die vierte Generation. Sein Urgroßvater hat den Betrieb im 18. Jahrhundert eröffnet. „Ich bin schon als Kind in den Beruf hereingewachsen. Als ich etwa in der achten Klasse war, hat mein Vater mich schon nach der Schule mit auf die Baustelle genommen, um zu helfen. Mit 13 Jahren habe ich dann meine Lehre angefangen und 1985 meinen Meister gemacht“, erzählt er. Stolz zeigt Rath das Meistermodell seines Vaters – eine kleine Treppe. „Meins ist ein Küchenschrank mit vier Türen. Aber er ist so groß und massiv, dass es nicht möglich war, ihn hier auszustellen“, erläutert Rath. Auch eine Werkbank zum Hobeln steht für die Kinder bereit. Der Schreiner erläutert: „Diese Werkbank hat mein Vater für mich gebaut, als ich noch ein Kind war. Heute möchte ich, dass die Kinder einfach ein bisschen Spaß am Hobeln von Holz haben“.

Zukunft des Betriebs steht in den Sternen

„Es hat sich so viel verändert in der ganzen Zeit. Heutzutage wird alles von Maschinen gemacht und die Leute kaufen günstige Span-Holzmöbel von Ikea“, sagt Rath etwas wehmütig. „Wie es weitergeht mit meinem Betrieb, steht noch in den Sternen. Die Chance, dass meine Kinder ihn übernehmen, steht leider sehr gering. Aber auch wenn er nicht an die fünfte Generation weitergegeben werden kann, würde ich ihn dennoch gerne weiterleben lassen. Vielleicht findet sich irgendwann jemand“, hofft der Handwerker aus Leidenschaft. Einen Betrieb in der vierten Generation ist wirklich selten und sehr besonders. Doch umso schöner, dass jeder die Möglichkeit hat, am „Tag des offenen Hofes“, Dietmar Rath mit seiner Handwerkskunst und einer ganz besonderen Geschichte kennen zu lernen.

Schlangen vor dem Dorfcafé

Aber auch an Verpflegung fehlt es nicht. Die Bewohner des Ortes verweisen direkt auf das Dorfcafé. Es strahlt eine tolle Wohlfühlatmosphäre im Stil des 15. Jahrhunderts aus. Die lange Schlange verrät direkt: Hier gibt es den besten Kuchen. Auch die nicht weit entfernte Waffelstube ist einen Besuch wert. Und wer es doch lieber deftig mag, der holt sich „Im kurzen Winkel“ Birkefehler Klöße mit einem kalten Getränk frisch vom Fass.

Auffällig sind auch die kleinen weißen Stempelkarten. Denn es gibt auch etwas zu gewinnen. An zwölf unterschiedlichen Stationen können die Besucher ihre Karte stempeln lassen. Wer alle zwölf Stempel gesammelt hat, kommt mit in den Lostopf und darf sich vielleicht über einen Preis freuen. So wird der Tag nicht nur für die Schausteller ein toller Erfolg, sondern auch ein einzigartiges Erlebnis für die Besucher.

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