Kreisjubiläum

Bogga singt mit Kindern zwei Mundartklassiker

Als Zuhörer bekommt man Gänsehaut. Die Kinder singen hier in der Raumländer Kindertagesstätte Blauland voller Inbrunst den Refrain „Oh mei Kathrinche, hör mer mol zü...“ .

Als Zuhörer bekommt man Gänsehaut. Die Kinder singen hier in der Raumländer Kindertagesstätte Blauland voller Inbrunst den Refrain „Oh mei Kathrinche, hör mer mol zü...“ .

Foto: Lars-Peter Dickel

Bad Berleburg.   Als Zuhörer bekommt man Gänsehaut, wenn die Kultband Bogga mit Kindern der Kita Blauland zwei Mundartklassiker singt.

Als Zuhörer bekommt man Gänsehaut. Boggas Kulthit „Mei Wittjestä’“ ist für die heute um die 40-Jährigen fast schon das Heimatlied schlechthin. Die Kinder, die hier in der Raumländer Kindertagesstätte Blauland voller Inbrunst den Refrain „Oh mei Kathrinche, hör mer mol zü...“ singen, verstehen vielleicht noch nicht alle Passagen des Mundartklassikers, aber das Heimatgefühl, dass die Band mit ihrem großen Hit transportiert, das verstehen die Mädchen und Jungen sehr gut. So gut, dass sie am Sonntag um 14 Uhr beim Historischen Markt auf der Ginsburg ihre Heimat Wittgenstein beim historischen Markt zum 200-jährigen Jubiläum der Kreise Siegen und Wittgenstein vertreten werden.

Bogga singt Mundartklassiker mit Kindern
Lars-Peter Dickel

Jutta Schöler hatte Kindergartenleiterin Doro Vetter ganz unbürokratisch gefragt, ob ihre Kinder nicht einen Mundartvortrag machen könnten. „Ich habe sofort zugesagt und nachts schlaflos im Bett gelegen, bis mir die Idee kam“, sagt Doro Vetter. Die Musiker von Bogga, rund um Sänger und Frontman Jörg Wirsing, haben spontan zugesagt und sich dann aber doch länger überlegt, was sie mit den Kindern für einen Auftritt einüben könnten. In der Kita wird gern das Steigerlied in Mundart gesungen. Das passt zwar zum Bergbau-Dorf Raumland und letztlich sind sogar alle Bogga-Musiker Schalke Fans aber: „Wir spielen keine Lieder nach, nur eigene Sachen“, sagt Jörg Wirsing. Also fiel die Wahl auf „Mei Wittjestä’“ und ein weiteres, etwas unbekannteres Lied „Paadie“. Das passt, findet Wirsing, weil ja auf dem Giller auch gefeiert werden wird wie bei Fürstens.

Kölsche Vorbilder

Unterstützt wird das ganze auch vom Heimatbund Siegerland-Wittgenstein und dessen Vorsitzenden Paul Breuer. Der gebürtige Berghäuser ist ein großer Verfechter der Mundart und deshalb besonders glücklich, dass gerade Kinder die Wittgensteiner Dialekte sprechen. „Kein Dialekt stirbt aus, wenn er sich auch aktuellen Themen zuwendet.“ Breuer nimmt als Beispiel die Kölnischen Rockbands wie BAP, Brings oder de Höhner und blickt ein bisschen neidisch auf die gelungen Symbiose von Musik und Mundart, die hilft, das Kölsche zu erhalten. Umso erfreuter ist er, dass mit Bogga eine Band gefunden worden ist, die im Grunde das gleiche für den Wittgensteiner Dialekt bedeutet.

Inzwischen haben die Band und die Kinder vier Mal zusammen geübt, zweimal sogar auf der großen Bühne des Rumilingene Hauses im Dorf. Und wenn die jungen Kollegen dann in den Refrain einstimmen und „Oh mei Kathrinche, hör mer mol zü...“ singen, dann bekommen auch die Jungs von Bogga feuchte Augen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben