Bildung

Buchenwald bleibt für Schüler aus Bad Laasphe beklemmend

Die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Schloss Wittgenstein besuchten währen ihrer Exkursion auch das Buchenwalddenkmal. Foto: 

Die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Schloss Wittgenstein besuchten währen ihrer Exkursion auch das Buchenwalddenkmal. Foto: 

Foto: Mirjam Lauer

Bad Laasphe.   In einer schülerorientiert geleiteten Führung erfuhren die Gymnasiasten, was zwischen 1933 und 1945 auf dem Ettersberg genau geschah.

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Schloss-Schüler auf Spurensuche in der Kulturstadt Weimar und der Gedenkstätte Buchenwald.

Bereits seit vielen Jahren gehört eine zweitägige Studienfahrt nach Weimar und zur Gedenkstätte Buchenwald zum festen Bestandteil des Schulprogramms am Gymnasium Schloss Wittgenstein ist.

So reisten auch in diesem Jahr 35 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Schlossgymnasiums zusammen mit ihren Lehrern Dr. Matthias Willing, Hartmut Höft und Mirjam Lauer nach Weimar, der Kulturhauptstadt Europas im Jahr 1999, um Geschichte und Literatur an außerschulischen Lernorten hautnah zu erleben.

Der erste Tag der Exkursion stand ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit den Gräueltaten, die im Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar von den Nationalsozialisten begangen wurden.

In einer schülerorientiert geleiteten Führung erfuhren die Schüler, was in diesen dunklen Jahren der deutschen Geschichte hier auf dem Ettersberg genau geschah. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und konnten ihr im Geschichtsunterricht erworbenes Wissen über den SS-Staat und sein Lagersystem eindringlich vertiefen und erweitern.

250.000 Menschen interniert

In dem Konzentrationslager waren zwischen 1937 und 1945 insgesamt über 250.000 Mensc

en aufgrund ihrer Herkunft, ihrer politischen Überzeugung oder ihrer sexuellen „Andersartigkeit“ interniert. Fast 60.000 dieser Inhaftierten sind in dem Lager qualvoll gestorben oder gezielt getötet worden. Die Gymnasiasten erfuhren darüber hinaus auch, dass mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Lagergeschichte keinesfalls endete. Bis 1950 wurde das Lager zur „Entnazifizierung“ der Deutschen weiter betrieben. Erst seit 1958 wird hier der Häftlinge und Toten gedacht. Den Abschluss des Besuchs bildete ein Besuch des Buchenwalddenkmals, eines der bekanntesten Plastiken der DDR. Der wunderschöne Ausblick vom Ettersberg auf das im Tal liegende Weimar bei herrlichem Wetter verdeutlichte einmal mehr den Kontrast der Schreckenserlebnisse in Buchenwald und Weimar als der Stadt der Klassik, die die Gruppe am zweiten Exkursionstag erkundete.

Bei einem geführten Stadtrundgang durch Weimar, begonnen beim berühmten Goethe-Schiller-Denkmal, und der Besichtigung der Anna-Amalia-Bibliothek sowie des Wohnhauses Goethes erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass der Kleinstaat Weimar einst ein bedeutendes Zentrum der Literatur, Philosophie und Kunst war. Dichter und Denker wie Schiller, Goethe, Herder, Wieland, Jean Paul und Musiker wie Johann Sebastian Bach und Franz Liszt prägten das pulsierende kulturelle Leben dieser Zeit.

Zwei Seiten einer Stadt

Nachdenklich stimmte die Schloss-Schüler vor allem das Nebeneinander von Konzentrationslager als Sinnbild des brutalen Nazi-Regimes und der beinahe unschuldig wirkenden Stadt Weimar als Sinnbild von Dichtkunst und Humanismus. Geschichte und Literatur nicht nur aus Büchern erfahren, sondern einmal anders erleben und in Augenschein nehmen – das war die Intention dieser Exkursion. Sicherlich bieten diese emotionalen Eindrücke einen neuen Zugang zur Beschäftigung mit Werken der Dichtkunst und mit historischen Fakten.

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