Museum

Bund und Länder finanzieren das Archiv in Bad Berleburg

Vereinsvorsitzender Klaus Daum (4. von rechts) und Bürgermeister Fuhrmann erhalten von Ferdinand Aßhoff (Bezirksregierung) den Förderbescheid. Für den Heimatverein mit Friedhelm Kroh, Andrea und Heinrich Grebe sowie für die Verwaltungsmitarbeiter Wolfgang Acker-Marx und Anke Schmidt bedeutet die Übergabe Lohn für harte Vorarbeiten.

Foto: Christoph Vetter

Vereinsvorsitzender Klaus Daum (4. von rechts) und Bürgermeister Fuhrmann erhalten von Ferdinand Aßhoff (Bezirksregierung) den Förderbescheid. Für den Heimatverein mit Friedhelm Kroh, Andrea und Heinrich Grebe sowie für die Verwaltungsmitarbeiter Wolfgang Acker-Marx und Anke Schmidt bedeutet die Übergabe Lohn für harte Vorarbeiten. Foto: Christoph Vetter

Bad Berleburg.   Zuwendungsbescheid bedeutet Startschuss für den Bau des neuen Museums am Sengelsberg. Verein Landwirtschaft und Brauchtum erhält 168 000 Euro

Die Idee vom „Museum am Rothaarsteig“ ist der Verwirklichung einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Ferdinand Aßhoff, bei der Bezirksregierung Leiter im Bereich „Regionale Entwicklung“, überreichte den Zuwendungsbescheid über knapp 168 000 Euro an Klaus Daum, Vorsitzender des Heimatvereins Landwirtschaft und Brauchtum in Bad Berleburg.

„Als wir die Baugenehmigung bekommen haben, waren wir glücklich“, sagte Daum, „mit diesem Bescheid sind wir jetzt selig und gehen mit großem Optimismus zu Werke.“ Daum erinnerte an die Schließung und Aufgabe des landwirtschaftlichen Museums „Hof Espe“, was die Überlegungen hin zu einer Wittgensteiner Lösung beschleunigt habe.

Der Prozess ist nicht leicht gefallen

Immerhin sei „der geplante Bau des Museums am Rothaarsteig unsere Verpflichtung gegenüber früheren Generationen“, betonte Daum. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich nahezu alle Heimatvereine des Altkreises zusammengeschlossen, inklusive Wittgensteiner Heimatverein als Dachorganisation. Der möchte quasi in einem Anbau ein Archiv etablieren, das als Haus der Wittgensteiner Geschichte gelten soll.

Bürgermeister Bernd Fuhrmann moderierte die Übergabe und lobte: „Der Heimatverein hat sich beispielgebend um eine Zukunftsperspektive gekümmert. Das war ein Prozess, der nicht leicht gefallen ist, den die Stadt aktiv und letztlich erfolgreich für alle begleitet hat.“ Dezernent Wolfgang Acker-Marx bestätigt: „Da hat ein Gespräch nicht ausgereicht.“

Etwas für die Region tun

Ferdinand Aßhoff machte aus Sicht der Bezirksregierung deutlich: „Wir wollen etwas für diese Region tun, und in diesem Fall auch mit Mitteln Dritter“. Denn sowohl das Land, als auch die EU und der Bund haben Gelder für das ehrgeizige Projekt locker gemacht. Laut Aßhoff sei das wohl leicht gefallen, denn: „Die Idee ist gut, die Akteure sind Klasse. Da helfen wir gerne.“

Laut Aßhoff, der nach eigenen Angaben „sehr gerne in Bad Berleburg“ sei und hier auch seinen 60. Geburtstag mit Freunden gefeiert habe, sehe die Bezirksregierung in dem geförderten Projekt eine sinnvolle Erweiterung des gesamtstädtischen Angebotes. „Bad Berleburg wird bei der Vielfalt der Regionen attraktiver und das Museum am Rothaarsteig trägt dazu bei, dass die Heimat liebenswerter wird – gerade auch für junge Menschen.“

Heimatverein steuert 300 000 Euro bei

Der Zuwendungsbescheid von drei verschiedenen Geldgebern an einen Verein ist ein Novum in Bad Berleburg. Bislang bekam immer die Stadt die Mittel, die dann recht bürokratisch an verschiedene Projekte weiterflossen.

Der Heimatverein Landwirtschaft und Brauchtum soll – so steht es in dem Bescheid – Eigenmittel in Höhe von gut 300 000 Euro beisteuern. Hier können jedoch die Arbeitsstunden der Helfer mit jeweils 15 Euro gefördert werden; außerdem setzt Klaus Daum auf die Unterstützung von Sponsoren.

Drei Fragen an Klaus DaumKlaus Daum, Vorsitzender des Vereins Landwirtschaft und Brauchtum

1 Sie halten den Förderbescheid jetzt in Händen. Wie geht es Ihnen?

Ehrlich, es sind doch gemischte Gefühle; denn jetzt geht es wirklich voran. Es gibt kein Zurück mehr. Gleichzeitig freuen wir uns auf die anstehenden Aufgaben.

2 Was sind für den Verein die nächsten Schritte?

Nach den Bedingungen des Zuwendungsbescheides werden wir nun erst einmal für die einzelnen Gewerke Vergleichsangebote einholen. Dann werden die Arbeiten Zug um Zug umgesetzt.

3 Wie setzen Sie die Zeitschiene bis zur Fertigstellung des Museums an?

Wir wollen uns für die Umsetzung zwei Jahre Zeit nehmen, weil wir ja auch sehr viel Eigenleistung einbringen müssen, zum Beispiel beim Trockenbau oder dem Innenausbau. Wir haben vor, dass wir bis zum kommenden Winter die Rohbauarbeiten schaffen und das Dach drauf ist, damit das Haus winterfest ist. Neben unserem Verein soll der Einzug der anderen beteiligten Vereine ineinander übergehen. Geplant ist übrigens am 9. September zur Nacht der Museen eine kleine Ausstellung rund um die Kartoffel. Dann spielen Hewe Deeg zum Motto „Rock auf der Baustelle“.

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