Geschichte

„Die wackere Gemeinde Schameder“: 700 Jahre in einer Chronik

Der Festausschuss Chronik sowie der Heimat- und Verkehrsverein Schameder und die Agentur präsentierten die 648 Seiten starke Dorfchronik zum 700-jährigen Bestehen von Schameder.

Der Festausschuss Chronik sowie der Heimat- und Verkehrsverein Schameder und die Agentur präsentierten die 648 Seiten starke Dorfchronik zum 700-jährigen Bestehen von Schameder.

Foto: Ramona Richter / WP

chameder.  Die 648 Seiten geben einen Einblick in die Geschichte Schameders. Ein Werk anlässlich des 700-jährigen Dorfjubiläums.

SWir schreiben das Jahr 1960: Gefriertruhen waren für die Menschen Luxusartikel. Viele Lebensmittel wurden in Essig eingelegt, oder aber das im Winter gewonnene Eis im Eiskeller eingelagert. Dann hatte die Gefriergemeinschaft in der Neustadt die Idee: ein Gefrierhaus muss her. Und so kam es, dass eben ein solches Gebäude im Winter 1960 in Betrieb genommen wurde. 20 Lagerflächen, zwei Vorfrosterfächer und ein Kühlraum befanden sich im Inneren. Noch heute zeugen Fotos von dem Gebäude – so auch jenes, auf dem eine ältere Dame vor den Lagerfächern steht. Aufgenommen von Peter Schneider. Nun zu sehen in der Dorfchronik Schameders „Die wackere Gemeinde Schameder“, die anlässlich des 700-jährigen Jubiläums (2019) nun veröffentlicht wird.

Vier Jahre lang wurde an dem umfangreichen Werk gearbeitet. Nun ist es fertig. Die Lokalredaktion hat sich mit einem Teil der Verantwortlichen getroffen und einen ersten Blick in die lange Geschichte des Dorfes geworfen.

Die Chronik

„Ein langes Projekt geht für uns zu Ende. Über viele Jahre haben wir als Ausschuss an der Dorfchronik gearbeitet“, sagt Anneke Völkel, Mitglied des Chronik-Ausschusses, der 2016 gegründet wurde. Eigentlich war geplant, die Chronik im Jubiläumsjahr zu veröffentlichen. „Der Arbeitsaufwand, um 700 Jahre Dorfgeschichte in einem Buch zusammenzufassen, hat sich aber als bedeutend größer herausgestellt, als wir zu Beginn dachten“, so Völkel, die stolz die Chronik in den Händen hält.

Dass sie erst in diesem Jahr fertiggestellt wurde, hat aber auch einen Vorteil. So konnte das Jubiläumsjahr noch mit in das Werk aufgenommen werden. Insgesamt umfasst die Chronik 648 Seiten. „Geplant waren so um die 400 Seiten. Dann wurden es immer mehr“, sagt Völkel. Aber nicht nur die Seiten wurden mehr – auch die Zeitspanne, die die Chronik nun abbildet. Die reicht von der vorchristlichen Zeit bis zum Jubiläumsjahr 2019. Vereine, Bewohner und ihre Geschichten, Brauchtum und Tradition, Haus- Hofgeschichte – sie alle finden Platz auf den 648 Seiten.

Autoren und Unterstützung

Insgesamt 26 Autorinnen und Autoren haben an dem Werk mitgearbeitet. 722 Abbildungen in Form von Fotos, Karten und Zeichnungen sind zu sehen, ebenso rund 2300 Endnoten und Anmerkungen, die die einzelnen Quellen belegen und, die zeigen, wie viel Recherche und Arbeit in dieser Chronik stecken. „Wie schon für die Organisation unseres Jubiläumsjahres haben wir auch bei der Erstellung des Dorfchronik viel Herzblut investiert, aber auch viel Unterstützung erfahren“, freut sich Anneke Völkel. So unterstützten mehr als 350 Schamedersche das Vorhaben mit der Aktion „700 Cent für 700 Jahre Schameder“. „Und auch sonst durften wir uns über Spenden von zahlreichen Unternehmen, Verbänden und Privatpersonen freuen.“

Dank der ganzen Unterstützung konnte der Preis für die Chronik (39,90 Euro) relativ gering gehalten werden. „Wir möchten den Scharmederschen und Wittgensteinern etwas zurückgeben.“ Insgesamt gibt es 550 Exemplare der Chronik – rund 400 wurden bereits bestellt.

Zudem hatte der Ausschuss so die Möglichkeit, sich ein externes Lektorat leisten zu können und eine Werbeagentur beauftragt – Medienbuffet. Dort arbeitet neben Tina Mettner auch Anica Dickel, die selbst in Schameder aufgewachsen ist. „Es ist für uns etwas ganz Besonderes gewesen, an einem solch großen Werk mitarbeiten zu dürfen“, freut sich Dickel.

Völkel dankte neben ihnen, den Fotografen und Korrekturlesern, den vielen Unterstützern und dem Heimat- und Verkehrsverein als Herausgeber, auch den Autoren – „davon ganz besonders Peter Schneider und Wolfgang Birkelbach“. Beide waren jeweils für gut ein Drittel der Chronik verantwortlich.

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