Feuerwehr-Übung Erndtebrück

Drama im Mühlenweg wäre im Ernstfall der blanke Horror

Bei der Großübung der Feuerwehren der Gemeinde Erndtebrück im Mühlenweg lautet die Ausgangslage „Ölspur“. Daraus wird ein gefährlicher Chemie-Unfall mit fünf Verletzten – darunter Kinder.

Bei der Großübung der Feuerwehren der Gemeinde Erndtebrück im Mühlenweg lautet die Ausgangslage „Ölspur“. Daraus wird ein gefährlicher Chemie-Unfall mit fünf Verletzten – darunter Kinder.

Foto: Christoph Vetter

Erndtebrück.   Bei der realistisch gestalteten Übung zeigen über 70 Feuerwehrleute und Rettungskräfte in Erndtebrück, dass im Ernst auf sie Verlass ist.

Auf die Kameraden der Erndtebrücker Feuerwehren ist Verlass. Das haben sie am Donnerstagabend bei einer Großübung im Mühlenweg gezeigt. Die Erstmeldung lautete „Ölspur nach Verkehrsunfall“. Gruppenführer Michael Lückel fährt mit seinem Team zur technischen Hilfe ‘raus. Am vermeintlichen Unfallort packt ihn das blanke Entsetzen: In zwei demolierten Fahrzeugen sitzen fünf Schwerverletzte – darunter Kinder.

Was Lückel und sein Team jetzt unternimmt, wird beobachtet; denn ausgedacht haben sich das Szenario Sören Afflerbach, Dietmar Born und Jens Maletschek, die den Einsatz mit Gemeindebrandinspektor Karl-Friedrich Müller fachlich genauer unter die Lupe nehmen. Auch Bürgermeister Henning Gronau ist Zaungast. Er findet es „faszinierend, wie gut hier die Teamarbeit abgestimmt ist“.

Dabei gestaltet sich der Einsatz zunehmend schwieriger; denn nach dem Zusammenstoß zweier Autos hatte der polnische Fahrer (perfekt gespielt von Apotheker Steffen Busch) eines mit gefährlicher Chemie beladenen Klein-Lasters die Kontrolle verloren und war gegen einen Randstein geprallt. Von der Ladung tropfte die unbekannte Flüssigkeit, es qualmte...

„Im Ernstfall“, räumt „KF“ Müller ein, „hätten wir das allein mit den Erndtebrückern nicht geschafft“. Immerhin: An Ort und Stelle kümmerten sich 67 Männer und Frauen an ihren zugewiesenen Posten mit fünf DRK-Helfern um die Rettung der Verletzten und die Sicherheit der Anwohner. Als Notfallseelsorgerin sprach Kerstin Grünert den in den Autos Eingeklemmten Mut zu.

Auch Bürgermeister Gronau muss ran

Und auch Bürgermeister Gronau bekam spontan einen Job: Er muss die Evakuierung der Gäste aus der „Edermühle“ sowie der Nachbarn organisieren. Das Bürgerbüro organisiert derweil einen Bus für den Transport der Menschen und organisiert die Verpflegung in einer noch nicht lokalisierten Halle. Weiträumig ist der Einsatzort abgesperrt; der Wind steht günstig, so dass die Menschen im nahen Einkaufszentrum glücklicherweise nicht relevant sind, zumal die giftigen Dämpfe aus dem Klein-Laster mit einer Wasserwand provisorisch eingefangen werden.

Dietmar Born, Chef im Löschzug I, erklärt den Hintergrund solch einer Übung und stellt zunächst fest: „Ich werde keine Kritik üben; vielmehr sprechen wir gemeinsam verbesserungswürdige Situationen an. Wir halten uns selbst den Spiegel vor und prüfen, wo wir unser Wissen auffrischen können. Das gibt uns neue Motivation.“

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