Feuerwehr

Eigenleistung der Löschgruppe Arfeld ist in NRW einmalig

Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Bernd Fuhrmann an den Leiter der Feuerwehr Bad Berleburg,  Klaus Langenberg, Zugführer Andreas Lückel und Löschgruppenführer Marwin Schneider (von rechts nach links). 

Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Bernd Fuhrmann an den Leiter der Feuerwehr Bad Berleburg,  Klaus Langenberg, Zugführer Andreas Lückel und Löschgruppenführer Marwin Schneider (von rechts nach links). 

Foto: Hans Peter Kehrle

Arfeld.   Schlüsselübergabe am neuen Feuerwehrgerätehaus in Arfeld. Große Eigenleistung von 4800 Stunden ist Anlass für Lob und Sorge um Belastung zugleich.

„Das ist einmalig in Nordrhein Westfalen“, fasst Kreisbandmeister Bernd Schneider das zusammen, was ihn Stolz auf die Mitglieder der Feuerwehr und zugleich Sorgen um die Zukunft dieses Ehreamtes einflößt. Schneider hat recherchiert. Noch nie in der Geschichte des Bundeslandes hat eine Löschgruppe ihr Feuerwehrhaus selbst gebaut. Die Löschgruppe Arfelde hat im Grunde genau das getan.

4800 Arbeitsstunden Eigenleistungen –

so viel hat der Löschgruppenführer Marwin Schneider zusammengerechnet. Fast alle Gewerke und Teile der Planungen haben 88 Helfer übernommen. Die Arbeitsbelastung Einzelner reichte von einer bis zu unvorstellbaren 1100 Stunden. Und das hat in den vergangenen Jahren auch Folgen gehabt: „Wir sind doch Feuerwehrleute und keine Bauarbeiter“, zitiert Marwin Schneider ein geflügeltes Wort der Mitstreiter. Immerhin kamen ja zum Bauen auch noch Einsätze. Am Ende stand aber die Überzeugung: „Wir wollten das Gesamtprojekt nicht gefährden“, sagt Schneider mit Blick auf das Feuerwehrhaus und die Atemschutzgeräte-Werkstatt, die eben nur ein Teil des mit Fördergeldern realisierten Regionaleprojektes vom Ederzentrum Via Adrina sind.

Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann war bei der Schlüsselübergabe am Freitag voll des Lobes und bekannte: „Wir haben Euch eine ganze Menge abgefordert und sind dabei an die Grenze gegangen.“ Fuhrmann erinnerte an die schwierige Haushaltslage und an den Glücksfall der Regionale: „Plötzlich war es doch möglich“, ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. Dennoch sagt auch Fuhrmann beim Blick auf die Belastung, dass diese Verknüpfung von Förderprogramm und Eigenleistungen „keine Blaupause für andere Löschgruppen ist“. Bei diesem Punkt der Blaupause hakte später auch Kreisbrandmeister Bernd Schneider erneut ein: „Ich appelliere an die Verantwortlichen, das nicht noch einmal zu tun, denn darunter wird die Feuerwehr leiden.“

Wenn man dies noch einmal mache, dann breche die Feuerwehr zusammen. Schneider rechnete auch vor, dass laut Marvin Schneider jede der 4800 Stunden mit 25 Euro in die Baukosten eingerechnet worden sei. „Sind wir doch mal ehrlich! Für das Geld kriege ich doch heute keinen Handwerker mehr - auch hier nicht!“ Der Kreisbrandmeister machte auch deutlich, dass man zwar über die Umverteilung von Steuergeldern nachdenken könne. Aber die Unterhaltung von Feuerwehren mit Gerätehäusern, Fahrzeugen und Uniformen sei nach wie vor die Aufgabe der Kommunen. Und wenn heute das Ehrenamt Feuerwehr mit Millionen vom Land gefördert werde, um Nachwuchs zu gewinnen, gefährdeten die Kommunen dies, wenn sie an der Ausrüstung sparten und die Kinderfeuerwehrleute als erstes mal Bauarbeiter lernen müssten.

Neuer Mittelpunkt Arfelds

Bei all den kritischen Worten überwog später Freude über das neue Feuerwehrhaus, dessen Errichtung laut Ortsvorsteher Kai-Uwe Jochims zusammen mit dem Ederzentrum Via Adrina Synergieeffekte gehoben hat. Der Vorsitzende des Gemeinschaftsvereins Waldemar Kiehl nannte das Haus zusammen mit dem Zentrum „den neuen Mittelpunkt Arfelds“.

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