Kaffegespräch

Engagement für die Feudinger Dorfgemeinschaft mit Tradition

Rolf Kaden ist 62 Jahre alt und seine Frau Renate, bisher 1. stellvertretende Vorsitzende und jetzt Vereinsgeschäftsführerin, ist gerade 60 geworden.

Rolf Kaden ist 62 Jahre alt und seine Frau Renate, bisher 1. stellvertretende Vorsitzende und jetzt Vereinsgeschäftsführerin, ist gerade 60 geworden.

Foto: Eberhard Demtröder

Feudingen.   Rolf Kaden folgt als neuer 1. Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Feudingen auf Hans-Hermann Weber. Auf dessen Rat will er nicht verzichten.

Der Verein „Dorfgemeinschaft Feudingen“ hat einen neuen 1. Vorsitzenden: Rolf Kaden (62), bisher Vereinsgeschäftsführer, folgt auf Hans-Hermann Weber (70), der bei der jüngsten Vorstandswahl nicht mehr antrat. Und der Neue? Kennt sich in der Vorstandsarbeit schon bestens aus – möchte auf den Rat seines Vorgängers aber nicht verzichten, wie er im Interview mit unserer Zeitung betont.

Vom Geschäftsführer zum 1. Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft – wie ist es für Sie dazu gekommen?

Das hat sich so im Vorstand ergeben. Wir haben die ganzen letzten Jahre

mit Blick auf unser Dorfjubiläum 2018 zusammengearbeitet, haben uns dazu mehrfach in der Woche getroffen, sind eine große Familie. Mein Vorgänger Hans-Hermann Weber (70) hat sich ja altersbedingt zurückgezogen und stand nicht mehr zur Wahl – also haben wir uns intern auf eine Nachfolge verständigt. Ich selbst bin 62 Jahre alt und meine Frau Renate, bisher 1. stellvertretende Vorsitzende und jetzt Vereinsgeschäftsführerin, ist gerade 60 geworden. Und alle anderen im engeren Vorstand sind ähnlichen Alters. Aber im erweiterten Vorstand sind ja auch Jüngere dabei, also eine neue Generation.

Ist es vielleicht auch so, dass Ihnen und Ihrer Frau Renate, die ja nun Vereinsgeschäftsführerin ist, seit der Übergabe Ihres Getränkemarktes am Hainberg vor ein paar Jahren an einen Nachfolger jetzt einfach auch mehr Zeit für ehrenamtliches Engagement bleibt?

Ja. Aber bei uns im Haus ist das ohnehin Tradition: Mein verstorbener Vater war schon bei der 750-Jahr-Feier Feudingens im Festausschuss aktiv. Und als Sohn ist man da irgendwie mit hinein gewachsen. Auch unsere beiden erwachsenen Töchter (39 und 36) – sie stehen beide im Berufsleben – sind hier im Dorf, waren zum Beispiel eingebunden in den ganzen Aufbau zum Jubiläum, beim Festzug, mit dem Verkauf von T-Shirts der Dorfgemeinschaft. Und sogar unsere Enkelkinder haben sich musikalisch und sportlich an den Feierlichkeiten beteiligt. Fast ein Familienbetrieb. Und im Vorstand der Dorfgemeinschaft haben meine Frau und ich uns schon die ganzen Jahre miteinander ergänzt. Dann macht das ehrenamtliche Engagement auch viel mehr Spaß.

„Es sieht alles sehr gut aus.“ Das war im März noch als Vereinsgeschäftsführer Ihre vorläufige Bilanz zum Dorfjubiläum 2018. Was passiert denn nun mit dem erwirtschafteten Überschuss?

Ja, ein Überschuss ist erwirtschaftet worden. Und das Geld soll natürlich auch ins Dorf zurückfließen. Wir haben uns da noch nicht im einzelnen

festgelegt, aber wir werden es für die Verschönerung unseres Dorfes verwenden oder davon etwas anschaffen, das dem ganzen Dorf und seinen Menschen zugute kommt. Wir werden uns auch in jedem Fall weiter ums Feudinger Backhaus kümmern. Nachdem wir das Backhaus innen und außen schon vor Jahren komplett renoviert haben, ist als nächstes eine Umgestaltung der Außenanlage vorgesehen.

Sind gerade die 800-Jahr-Feierlichkeiten nicht auch ein deutliches Zeichen dafür, wie wichtig der Zusammenhalt im Dorf ist?

Das Dorfjubiläum ist nach wie vor in aller Munde – und hat den gewaltigen Zusammenhalt in Feudingen gezeigt. Das Dorf ist sogar noch weiter zusammengerückt, finde ich. Das hat man auch bei der Sternwanderung neulich zur 700-Jahr-Feier in Schameder gesehen – da waren mehr als 350 Leute aus Feudingen gemeinsam unterwegs.

Welche Basis kann die 800-Jahr-Feier für weitere Erfolge in der Arbeit der Dorfgemeinschaft Feudingen bilden?

Also, Feudingen ist ja schon ein relativ großes Dorf. Jedenfalls so groß, dass wir zum Beispiel immerhin rund zehn Pfingstbaum-Gemeinschaften haben. Und das Aufstellen der jeweiligen Pfingstbäume ist jedes Jahr ein Highlight. Inzwischen sind die Gemeinschaften zusammengewachsen – auch, weil sie 2018 gemeinsam einen solchen Baum an der Feudinger Volkshalle aufgestellt haben: Der Baum wurde traditionell geschlagen, traditionell mit Muskelkraft aufgestellt – und das war dann eine Woche nach dem Jubiläum wieder ein Fest für sich. Dieses Fest soll irgendwann in den nächsten Jahren wiederholt werden – wann genau, darüber sollen die Gemeinschaften jetzt erst einmal in Ruhe entscheiden. Ohne Druck.

Ihr Vorgänger Hans-Hermann Weber hat vor seinem Rücktritt im WP-Gespräch versprochen, „einem jüngeren Vorsitzenden gerne mit seiner Erfahrung beratend zur Verfügung“ zu stehen. Werden Sie auf dieses Angebot zurückgreifen?

Zurückgreifen auf jeden Fall – ganz so, wie ich das brauche. Hans-Hermann Weber hatte als Vorsitzender das Ruder fest in der Hand, auch bei Seegang. Er ist immer fair mit allen anderen in der Dorfgemeinschaft umgegangen – da kann man wohl dankbar sein für jede Unterstützung seinerseits. Hans-Hermann war der ruhende Pol, der Käpt’n – und wir die Mannschaft. Das hat wunderbar funktioniert.

Zweck des Vereins ist laut Satzung die „Förderung des Umwelt- und Naturschutzes und der Landschaftspflege“, außerdem die „Förderung der Heimatkunde und Heimatpflege“. Wo finden sich hier Ansatzpunkte für weitere zukunftsweisende Projekte der Dorfgemeinschaft?

Da denkt man sicherlich gleich an unsere Ortseingangsschilder mit dem

Hirschwappen als Symbol Feudingens. Sie waren ja vom Ilsetal, von Bermershausen, von Rüppershausen, vom Feudinger Schulzentrum und Volkholz herunter ortseinwärts aufgestellt und sind ja inzwischen von einem heimischen Maler aufwändig restauriert worden. Zwei der Schilder hängen jetzt in der Volkshalle, eines ist als Leihgabe ins Feudinger Heimatmuseum gewandert. Aber die Gestelle der Schilder stehen nach wie vor an den Ortseingängen – die könnte man nun natürlich anders nutzen. Wie, darüber wird sich die Dorfgemeinschaft noch Gedanken machen.

Und sonst?

Ansonsten kommt die Frage nach zukunftsweisenden Projekten deutlich zu früh. Wir hatten im März mit der Helfer-Fete die letzte Veranstaltung im Rahmen der 800-Jahr-Feier und haben erst vor gerade einmal zwei Wochen Vorstandswahlen mit nicht unerheblichen Umbesetzungen gehabt. In der Kürze der Zeit ist eine Entwicklung von sinnvollen und zukunftsweisenden Projekten schlicht und einfach nicht möglich.

Der neue Vorstand

Hier der neu gewählte Vorstand des Vereins Dorfgemeinschaft Feudingen im Überblick.

1. Vorsitzender: Rolf Kaden

1. stellvertretender Vorsitzender:
Christoph Schneider

Geschäftsführerin: Renate Kaden

Kassenwart: Werner Treude

Schriftführer: Holger Weber

Ferner sieben Beisitzer:
Armin Joenke, Eberhard Wied, Detlev Schneider, Thorsten Horchler, Eric Hermann Schneider, Timo Quack und Marlies Schneider

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