Adel

Erbe der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein beschäftigt Gericht

Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und Carina Axelsson, gehen zu den Trauerfeierlichkeiten für Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg am 21.03.2017 in Bad Berleburg (Nordrhein-Westfalen) über den Kirchenvorplatz. Der Schwager von Dänemarks Königin Margrethe war am 13.03.2017 überraschend in Bad Berleburg gestorben.

Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und Carina Axelsson, gehen zu den Trauerfeierlichkeiten für Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg am 21.03.2017 in Bad Berleburg (Nordrhein-Westfalen) über den Kirchenvorplatz. Der Schwager von Dänemarks Königin Margrethe war am 13.03.2017 überraschend in Bad Berleburg gestorben.

Foto: Guido Kirchner

Bad Berleburg/Bad Laasphe.  Ein Testament aus der NS-Zeit, das auch 76 Jahre später nachwirkt, verhindert, dass Erbprinz Gustav seine Freundin heiraten kann.

Der Erbschaftsstreit im Haus Sayn-Wittgenstein-Berleburg spitzt sich zu. Wie eine Sprecherin des Landgerichts Siegen auf Anfrage dieser Redaktion bestätigt, wird die Nachlasssache um das Erbe des Fürsten Gustav Albrecht zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg jetzt vor dem Amtsgericht in Bad Berleburg verhandelt.

Der Streitwert ist sehr hoch: Neben Schloss Berleburg gehört auch ein rund 14.000 Hektar großer Forstbetrieb zum Familienvermögen. Taxiert wird das Gesamtvermögen auf etwa 500 Millionen Euro. Einen genauen Termin für die nicht-öffentliche Nachlasssache gibt es nicht. Der in einem Boulevardmedium genannte Termin im März wurde vom Landgericht Siegen nicht bestätigt.

Ursprung im Jahr 1944

Ausgelöst wird der Streit durch ein Testament aus der NS-Zeit, das auch 76 Jahre später nachwirkt. Fürst Gustav Albrecht war seit 1944 in Russland vermisst und 1969 für tot erklärt worden. In seinem Testament hatte er verfügt, dass nicht sein erstgeborener Sohn Richard (*1934/†2017) Erbprinz werden solle, sondern erst dessen noch ungeborener ältester Sohn.

Verknüpft war dieses Erbe mit der Bedingung, dass dieser Enkelsohn eine adelige, evangelische und arische Frau heiraten solle. Bis zum Tode Prinz Richards im März 2017 spielte dieses Testament eine untergeordnete Rolle. Jetzt aber wird der Erbanspruch von Richards Sohn Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg von Verwandten angefochten. Der Erbprinz ist zwar nicht verheiratet, liebt aber eine bürgerliche Amerikanerin.

Boulevardmedien sind interessiert

Deutsche und dänische Boulevardmedien haben in diesem Familienzwist die Rollen verteilt: Auf der einen Seite steht der gerade 50 Jahre alt gewordene Prinz Gustav, der seine Lebensgefährtin Carina Axelsson (50) nicht heiraten kann, wenn er das Erbe nicht verlieren will. Auf der anderen Seite steht der Bad Laaspher Windkraftunternehmer Ludwig-Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, ein Cousin des verstorbenen Prinz Richard.

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