Dorfentwicklung

Erndtebrück bekommt für fünf Projekte keine Fördergelder

Das Areal hinter dem Feuerwehrhaus Birkelbach: Wann hier der Startschuss für den Dorfplatz-Bau fällt, ist noch offen. Der Dorfverein ist aber zuversichtlich, dass Fördergelder rechtzeitig fließen.

Das Areal hinter dem Feuerwehrhaus Birkelbach: Wann hier der Startschuss für den Dorfplatz-Bau fällt, ist noch offen. Der Dorfverein ist aber zuversichtlich, dass Fördergelder rechtzeitig fließen.

Foto: Eberhard Demtröder

Erndtebrück.  Die Bezirksregierung lehnt Anträge zur Dorferneuerung und fürs Heimatmuseum ab, fordert Nachbesserung. Kritik an der Rathaus-Arbeit übt die CDU.

Anträge auf Gelder aus zwei NRW--Fördertöpfen für fünf Projekte mit bezifferbaren Gesamtkosten von insgesamt rund 410.000 Euro, vorwiegend zur Dorferneuerung, hat die Gemeinde Erndtebrück gestellt – Ergebnis: Allesamt wurden von der Bezirksregierung in Arnsberg abgelehnt. Die CDU-Fraktion im Gemeinderat zeigt sich „fassungslos“. Unterdessen peilt man im Erndtebrücker Rathaus bereits Neu-Beantragungen für 2020 an.

Die CDU-Kritik

Für 2019 seien nun mehr als 160.000 Euro an Fördergeldern ausgeblieben, kritisiert CDU-Fraktionschef Heinz-Josef Linten. Außerdem habe man im Rathaus offensichtlich nicht auf Hinweise aus Arnsberg reagiert, die Anträge formal nachzubessern, um damit Erfolg zu haben. Wenn da jetzt nichts geschehe, so Linten weiter im Gespräch mit unserer Redaktion, denke seine Fraktion auch über eine Sondersitzung des Erndtebrücker Rates nach – vor dem nächsten regulären Termin Ende Oktober.

Die Anträge

Im Bereich „Dorferneuerung“ hatte die Gemeinde eine Förderung von jeweils 65 Prozent der Gesamtkosten (in Klammern) für folgende Projekte beantragt:

Erneuerung der Fenster am Heimatmuseum (rund 45.400 Euro)

Barrierefreier Innenausbau der Dreifachturnhalle Erndtebrück (rund 68.500 Euro)

Neugestaltung der Außenanlage des Hallenbades Erndtebrück, talseitig (rund 65.000 Euro)

Barrierefreie Gestaltung des Eingangsbereiches Rathaus Erndtebrück (rund 75.000 Euro)

Errichtung „Multifunktionaler Dorfplatz“ in Birkelbach (Gesamtkosten noch nicht beziffert)

Im Bereich „Heimat-Zeugnis“ ging es um 90 Prozent Förderung für

S anierungs- und Umbau-Maßnahmen im alten, denkmalgeschützten Rathaus, in dem das Heimatmuseum untergebracht ist – Gesamtkosten hier: rund 157.000 Euro.

Das sagt die Bezirksregierung

Die Anträge aus Erndtebrück seien schlicht „nicht belastbar vollständig gewesen“, bedauert Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung in Arnsberg auf Anfrage unserer Redaktion. Sie müssten deshalb nachgearbeitet werden – und zwar so, dass sie „im nächsten Jahr 2020 dann hoffentlich erfolgreich“ seien.

Für das Heimatmuseum sei die Gemeindeverwaltung außerdem zweigleisig gefahren, habe neben Geldern aus dem Landes-Topf für die Dorferneuerung auch Mittel aus dem Förder-Element „Heimat-Zeugnis“ beantragt. Allerdings liege bei dem NRW-Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet“ der Schwerpunkt bei „inhaltlichen Dingen“, erläutert Söbbeler – weniger bei baulichen Maßnahmen. Er betont, dass die Bezirksregierung Städten und Gemeinden grundsätzlich gerne beratend zur Seite stehe, wenn es um Förderanträge gehe.

Das sagt die Gemeinde

Unterdessen fällt es der Gemeinde Erndtebrück „schwer nachzuvollziehen, weshalb Arbeiten am denkmalgeschützten alten Rathaus, in dem das Heimatmuseum beheimatet ist und in dem viele Ausstellungsstücke aus der örtlichen Historie resultieren, nach Ansicht des Ministeriums ,nicht eine Herrichtung und Inszenierung eines historischen Ortes für die Allgemeinheit, in dem die Aufarbeitung und Präsentation von Geschichte oder regionalen Besonderheiten erfolgt’ ist.“ Die Gemeinde erwägt nun, Widerspruch gegen die Entscheidung einzulegen.

Was die Förderanträge zur Dorferneuerung 2019 betrifft, so die Gemeindeverwaltung, habe man jedes Projekt zunächst fristgerecht bis Februar „gemeldet“, unabhängig vom jeweiligen Bearbeitungsstand der Anträge. Da sich in allen Fällen aus verschiedenen Gründen im Laufe des Jahres abgezeichnet habe, dass komplette Unterlagen kaum realisierbar seien, konzentriere man sich nun auf „Neu-Beantragungen“ zum nächsten Dorferneuerungsprogramm 2020 bis zum Stichtag 30. September. Und für Geld aus der „Heimat-Zeugnis“-Förderung soll das Projekt Heimatmuseum neben den Fenstern „nun auch Arbeiten an der Fassade und eine mediale Unterstützung für die Aufbereitung der historischen Inhalte umfassen“.

Die Reaktion aus Birkelbach

Gelassen blickt unterdessen Heike Hoffmann vom Dorfverein Birkelbach auf die Verzögerung beim erwähnten Antrag für den Dorfplatz. Zwar sei der Dorfgemeinschaft der baldige Bau des geplanten Spielplatzes auf dem Areal hinter dem Feuerwehrhaus „ganz wichtig“ und ebenso das neue Backhaus und die Toiletten, doch: Fertig sein müsse alles erst 2025 – zur 550-Jahr-Feier im Dorf.

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