Klimaschutz

Erndtebrück: Das sind die Bewerber für den Klimaschutzpreis

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Der Rosengarten Alter Friedhof in Erndtebrück ist einer der möglichen Preisträger des Westenergie Klimaschutzpreises.

Der Rosengarten Alter Friedhof in Erndtebrück ist einer der möglichen Preisträger des Westenergie Klimaschutzpreises.

Foto: Lisa Klaus / WP

Erndtebrück.  Auch im Jahr 2021 vergibt die Gemeinde Erndtebrück zusammen mit Westenergie den Klimaschutzpreis. Das Bewerberfeld ist abwechslungsreich.

Wer sich in der eigenen Kommune für den Klimaschutz einsetzt, kann sich für den Klimaschutzpreis von Westenergie bewerben – im vergangenen Jahr ging der Preis in Erndtebück an das Kooperations-Projekt „Reparatur-Café Erndtebrück“, der zweite Platz belohnte das ganzheitliche Engagement der Erndtebrücker Grundschule, auf dem dritten Platz landete das Unternehmen Kuhn + Kaiser GmbH für das Projekt „Lebensraum für Wildtiere in einem Gewerbegebiet“.

Auch für die Preisverleihung 2021 haben sich wieder Bewerber gemeldet, denen Natur, Klima und Naturschutz am Herzen liegen: Die Kinder von Plant for the Planet mit dem Projekt „Familien-Apfel-Weg“ als örtlicher Wanderweg, Antje Laues-Oltersdorf und Renate Ludwig-Bernshausen mit der Sammlung und Erhaltung alter Rosenarten und der Pflege des Rosengartens Alter Friedhof sowie die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe mit der Klima Kita.

Plant for the Planet

„Wir werden gemeinsam mit dem SGV Erndtebrück einen Wanderweg für die ganze Familie erschaffen! Dieser soll möglichst leicht zu gehen sein und uns Kindern und natürlich auch unseren Eltern Spaß machen“, machen die Mitglieder von Plant for the Planet in ihrer Bewerbung deutlich. „Wir werden dort unser Wissen an andere Familien weitergeben und darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Pflege und der Erhalt von einem Apfelbaum ist.“

Auch ist beabsichtigt, Familien zu animieren, nicht nur für Ausflüge in die Ferne auszuschweifen sondern auch Freizeit in der Heimat zu verbringen. Und genauso wie die Einheimischen sollen auch Tagestouristen angelockt werden.

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Mit dem neuen Wanderweg sollen alle Spielplätze, der Rosengarten und der neue Bürgergarten in Erndtebrück verbunden werden. „Es wird neun Stationen geben. An allen Stationen (Spielplätzen) sind Apfelbäume gepflanzt worden. Dort wollen wir eine Tafel mit Informationen über diese Apfelsorte aufstellen“, heißt es in der Bewerbung.

Zusätzlich sind Kontakte mit der Gastronomie und Geschäften geplant. „So stellen wir uns vor, dass die Bäcker vielleicht einen Apfelinchen-Apfelkuchen verkaufen, die Metzgereien eine Apfelinchen Apfelleberwurst und die Gastronomie ein Apfelinchen Apfeleis oder einen Apfelinchen-Apfelpfannkuchen. Die Geschäfte im Ort dürfen auch gerne mit dem Apfelinchen (dem Maskottchen des Wanderweges) ihre Waren bewerben.“

Klima Kita

Die Klima Kita trägt schon im Namen, was sie auch inhaltlich in den Fokus nimmt: „Unsere heutige Konsumgesellschaft beinhaltet für unseren Kinder wenige Momente zur sinnlichen Erfahrung aus erster Hand. Diese sinnlichen Erfahrungen ermöglichen wir den Kindern in unserer Klima Kita und bieten ihnen einen Gegenpol zur gängigen Konsum- und Wegwerfmentalität“, heißt es in der Bewerbung.

Die Kinder nutzen Natur-, Alltags- und selbst hergestellte Materialien. „Sollte mal ein Spielzeug kaputt gehen, reparieren wir es nach Möglichkeit gemeinsam mit den Kindern. Denn Nachhaltigkeit hat viel mit Achtsamkeit zu tun! Ein achtsamer Umgang mit sich, mit seinen Mitmenschen und der gesamten Umwelt kann beinhalten, nur so viele Ressourcen zu verbrauchen,wie auch wieder nachwachsen können“, heißt es weiter.

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In der Klima Kita werde zudem darauf geachtet, mit den Ressourcen Strom und Wasser achtsam umzugehen: „So schalten wir das Licht aus, wenn wir einen Raum verlassen oder das Tageslicht es zulässt. Wasser lassen wir nicht unnötig laufen. Das Vorbild, welches wir Mitarbeiter den Kindern geben, regt sie dazu an, dies ebenfalls umzusetzen.“

Auch Nahrungsmittel seien wertvolle Ressourcen. „Geplant ist der Anbau von Gemüse in Hochbeeten mithilfe der Kinder. Auch viele Insekten und heimische Vögel können die Kinder in unserem Garten erleben.“ Das Ziel sei es, dass die Kinder „hoffnungsvoll und aktiv in die Zukunft blicken“. Aus diesem Grund „sind alle Projekte und Aktionen zum Thema Klima und Nachhaltigkeit positiv besetzt.“

Rosengarten

Antje Laues-Oltersdorf und Renate Ludwig-Bernshausen bewerben sich ihrerseits mit dem Rosengarten Alter Friedhof um den Klimaschutzpreis. „Im Jahr 2012 haben wir uns erstmals mit dem Gedanken, einen öffentlichen Rosengarten anzulegen, beschäftigt. Nachdem wir die evangelische Kirche als Landbesitzerin mithilfe eines umfangreichen Konzeptes, das wir in einer Presbyteriumssitzung vorstellten, von unseren Planungen überzeugen konnten, wurden im April 2013 die ersten 64 Rosen gepflanzt. Inzwischen sind es mehr als 460 verschiedene Sorten“, schreibt Laues-Oltersdorf.

Der Rosengarten Alter Friedhof Erndtebrück gehört mittlerweile zu einer der größten Sammlungen historischer Rosen in Deutschland und sei daher zu einer wertvollen Genbank geworden. „Viele der dort angepflanzten Sorten sind äußerst selten und nur noch in sehr wenigen privaten Rosengärten oder Rosarien erhalten“, so Laues-Oltersdorf, die zusammen mit Ludwig-Bernshausen den Garten alleine angelegt hat und pflegt.

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Der Hauptgrund des Projekts sei der Wunsch, zur Erhaltung der historischen Rosen beizutragen. „Sehr wichtig ist uns aber auch die Rolle des Rosengartens als Lebensraum für alle Lebewesen.“ Zahlreiche Insekten und auch Vögel finden im Rosengarten, der bewusst nicht als Monokultur angelegt wurde, Nahrung und Schutz.

„Im Rosengarten Alter Friedhof wird Umweltschutz groß geschrieben. Hier wurd grundsätzlich nicht gespritzt und nur mit Naturdünger gedüngt.“, betont Laues-Oltersdorf. Mittlerweile habe der Rosengarten auch als touristisches Ziel einige Aufmerksamkeit erregt. „Sollten wir zu den Gewinnern des Klimaschutzpreises gehören, würden wir das Preisgeld selbstverständlich in unser Projekt stecken. Wir haben noch viele Ideen, möchten noch weitere Rankgerüste schweißen und sind bereits dabei, zu unserer Arbeitserleichterung das untere Randbeet mit Rasenkantensteinen einzufassen.“

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