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Erst 50 Jahre tätig – aber schon 100 Jahre alt

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Bad Berleburg. Menschen brauchen Geschichte. Und Geschichte braucht Zahlen. Aber Geschichte ist viel mehr als Zahlen. Und die Zahlen muss man dann auch richtig lesen. So wird sich manch einer verwundert die Augen reiben, dass der Wittgensteiner Heimatverein, der erst 2006 seine 50-jährige Vereinstätigkeit feierte, jetzt nur sieben Jahre später sein 100-jähriges Bestehen zelebriert.

1913 Aus der Taufe gehoben

Der Grund: Im September 1913 wird der Verein für Wittgensteinische Geschichte und Volkskunde aus der Taufe gehoben. Auch wenn der Verein schon bald 500 Mitglieder zählt, so kommt seiner Vita die große Weltgeschichte dazwischen. Zehn Monate nach der Gründung beginnt der Erste Weltkrieg. Interessant ist die Situationsanalyse bei der ersten Gründung vor 100 Jahren. In einem Aufruf heißt es: „Lange genug ist Wittgenstein als Anhängsel des Siegerlandes oder auch als Teil des hessischen Hinterlandes behandelt worden. Lange genug hat’s im Schatten gestanden. Wir haben unsere eigene Geschichte.“

1927 Aktivität eingestellt

Die Niederlage und die auch daraus resultierenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten führen dazu, dass der Verein 1927 seine Aktivitäten einstellt – trotz einer Mitgliederzahl von immerhin 700. Aufgelöst wird er aber nicht. Zunächst gibt es noch bis 1931 die Möglichkeit, historische Beiträge in der Zeitschrift „Das schöne Wittgenstein“ der Laaspher Druckerei Schmidt zu veröffentlichen. 1937 bis 1943 kommt sie als deutlich abgespeckte Zeitungsbeilage heraus. Dann ist Schluss.

1956 Der neue Verein

Erst 1954 gibt es wieder konkrete Ansätze für einen erneuten Start. 1956 wird der neue Wittgensteiner Heimatverein als eingetragener Verein gegründet.

1963 Das Kind wächst

1963 waren es noch weniger als 600 Mitglieder, doch das Kind Heimatverein wächst: Mit 1200 Mitgliedern wird es der größte Wittgensteiner Verein.

1975 Kämpfen für Wittgenstein

Nach allem Auf und Ab der Jahre, nach viel Arbeit und Engagement des Vereins, muss der Wittgensteiner Heimatverein Mitte der 70er Jahre noch einmal ganz neu beginnen, für Wittgenstein zu kämpfen. Die kommunale Neugliederung 1975 kommt auf die Gemeinden und den Kreis Wittgenstein zu. Deutlich positioniert sich der Verein schon vorher für eine ordentliche Aufbewahrung der Gemeindearchive – und reagierte Ende 1974 enttäuscht, als feststeht, dass Wittgenstein nicht im Namen des neuen Kreises Siegen vorkommen sollte.

1984 Ausdauer bewiesen

Als der Verein im März 1975 eine Resolution verabschiedet und den Antrag an den neuen Kreis stellt, Wittgenstein in den Namen aufzunehmen, bekommt er unerwartete Schützenhilfe: Auch Siegerländer Bürger sprechen sich für den Namen „Siegen-Wittgenstein“ aus, wie eine Zeitung damals berichtet. Hier muss der Heimatverein Ausdauer beweisen – doch nach unermüdlichem Einsatz kommt der Name im Jahr 1984 tatsächlich.

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