Trauerfeier

Europäischer Hochadel nimmt Abschied von Prinz Richard

Die Familie Sayn-Wittgenstein-Berleburg hat sich auf dem Schlosshof versammelt um dem Sarg mit Prinz Richard ein letztes Geleit zu geben.

Die Familie Sayn-Wittgenstein-Berleburg hat sich auf dem Schlosshof versammelt um dem Sarg mit Prinz Richard ein letztes Geleit zu geben.

Foto: Hans Peter Kehrle

Bad Berleburg.   Die Gästeliste liest sich wie das Lexikon des Hochadels. Zur Trauerfeier kommen die Königsfamilien aus Skandinavien und den Niederlanden.

Der Glanz der Familie Sayn-Wittgenstein-Berleburg und ihre familiären, freundschaftlichen Bande in die europäischen Königshäuser strahlt immer wieder auf die kleine Residenzstadt. Doch an diesem Dienstag ist der Anlass ein ebenso feierlicher wie trauriger: Rund 400 Gäste nehmen Abschied von Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg.

Minutiös geplante Feierlichkeiten

Das Zeremoniell beginnt am Morgen um kurz vor 9 Uhr, als sich die Schützenvereine aus Berghausen und Berleburg auf dem Schloss versammeln, um ihrem Ehrenmitglied das letzte Geleit zu geben. Vorbei an der Familie und den Angestellten tragen die Forstleute und Jäger den Sarg aus der Schlosskapelle. Das ist der Auftakt für eine minutiös geplante Trauerfeier, in der das Haus Sayn-Wittgenstein, aber auch viele andere Beteiligte wie Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Stadtverwaltung und nicht zuletzt die evangelische Kirchengemeinde eingebunden sind.

Kein Wunder: Die Gästeliste der Trauerfeier liest sich wie das Lexikon des Hochadels. An der Spitze stehen die königlichen Familien Dänemarks, der Niederlande, Schwedens und Norwegens, gefolgt von Fürsten, Prinzen, Grafen. Entsprechend streng sind die Sicherheitsvorkehrungen.

Höchste Sicherheitsstufe

Die Fäden laufen beim Ersten Polizeihauptkommissar Bernd Dickel zusammen. Mit den Personenschützern aus Holland, Dänemark und Schweden hat er viele Gespräche geführt. Am Ende führen diese zum Ausschluss der Bevölkerung von der Trauerfeier in der Kirche. Zu groß sind die Sicherheitsbedenken. „Wir hätten sonst jeden durchsuchen müssen“, erläutert Dickel – und weiß, dass dies mit der gebotenen Pietät kaum vereinbar ist.

Es herrscht höchste Sicherheitsstufe: Absperrungen an der Straße, gut sichtbar Polizei-Präsenz, aber auch viele zivile Beamte und Personenschützern aus verschiedenen Nationen verteilen sich um Schloss, Kirche und Park. Am Ende jedoch kann Dickel das positive Fazit einer störungsfrei verlaufenen Trauerfeier ziehen: „Heute war alles hervorragend organisiert.“

Viele nutzen die Kondolenzbücher

Die Zahl der Zaungäste ist kleiner als erwartet geblieben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Der Regen und der Termin auf einem Wochentag gehören dazu. Aber viele Einheimische haben sich auch schon am Wochenende bei der öffentlichen Aufbahrung des Leichnams von Prinz Richard verabschiedet und in die Kondolenzbücher eingetragen. Bis auf die unerschütterlichen Fans der royalen Stars bleibt die Trauergemeinde an diesem Dienstag unter sich – und kann in Ruhe Abschied nehmen. So zurückhaltend und respektvoll gehen die Einheimischen mit der fürstlichen Familie um, deren verstorbenes Oberhaupt Prinz Richard so volksnah und bodenständig war.

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