Buchenwald

Exkursion nach Weimar

Foto: WP

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Bad Laasphe/Weimar.Auf eine Reise in die Vergangenheit haben sich jetzt 90 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Schloss Wittgenstein begeben. Seit mehreren Jahren ist der Besuch Weimars und der Gedenkstätte „Buchenwald“ fester Bestandteil des Schulprogramms.

Die erste Exkursion stand im Zeichen der Auseinandersetzung mit den Gräueltaten, die im Konzentrationslager Buchenwald von den Nationalsozialisten begangen wurden. Auf dem so genannten „Blutweg“, auf dem auch die Häftlinge tagtäglich acht Kilometer zu Fuß bis zum Arbeitslager zurücklegen mussten, erreichten die Schüler das Mahnmal, das an die Befreiung des Lagers im April 1945 erinnert.

An der Stelle befinden sich auch Massengräber, in denen tausende Häftlinge „begraben“ worden sind, die an Hunger und den Strapazen des Lagerlebens elendig zugrunde gegangen sind.

Der Weg führte weiter zur Gedenkstätte, in der die Schulklassen von örtlichen Experten über das ursprüngliche Aussehen des Lagers, das Leben und Sterben der Häftlinge im Lager und die Rolle der SS aufgeklärt wurden.

In dem Konzentrationslager waren zwischen 1937 und 1945 insgesamt über 250 000 Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer politischen Überzeugung oder ihrer sexuellen „Andersartigkeit“ interniert. Etwa 57 000 dieser Menschen sind im Lager gestorben oder gezielt getötet worden.

Die Schüler zeigten großes Interesse und bewiesen durch ihre Fragen und Anmerkungen wachsendes Verständnis für die geschichtlichen Zusammenhänge. Besonders die Besichtigung der „Pathologie“, in der die Toten zum Teil seziert wurden, und des Krematoriums, wirkte zwar schockierend, ermöglichte es aber den Schülern, sich ein Stück weit in die Opfer hineinzuversetzen. Später wurde das Erlebte in einem Dokumentarfilm mit den Aussagen von Zeitzeugen noch weiter vertieft.

Literatur zum Anfassen

Während die Schüler am ersten Tag Geschichte „hautnah“ erleben konnten, wurde ihnen am zweiten Tag Literatur „zum Anfassen“ geboten.

Den Schülern wurde ein ganz anderer Aspekt der Geschichte Weimars vermittelt, ein Einblick in die Epoche der Weimarer Klassik, die vor allem mit den Namen der beiden Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller verbunden ist. Im Weimar-Haus, in dem Geschichte auf eine ganz neue, multimediale Art und Weise präsentiert wird, kam sogar der Dichterfürst selbst zu Wort. Auf den Spuren Goethes, Schillers, Herders, Wielands und vieler andere Dichter unternahmen die Gymnasiasten eine Stadtführung unter sachkundiger Anleitung. Den Höhepunkt der Exkursion bildete der Besuch des Goethe- und Schiller-Hauses. Für die Schloss-Schüler war es beeindruckend, über dieselben knarrenden Dielen zu gehen, wie es einst Schiller und Goethe getan haben.

„Für den Literaturunterricht bietet dieses Erlebnis eine ganz neue Motivation zur Beschäftigung mit den berühmten Werken der Dichtkunst“, betonte Schulleiter Herbert Marczoch.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben