Nachfolge

Friseur-Salon in Bad Laasphe bald mit neuer Geschäftsleitung

Friseur Otto Wunderlich (Zweiter von rechts) geht Ende des Jahres in den Ruhestand und übergibt sein Geschäft an der Bad Laaspher Bahnhofstraße an Diana Müller (rechts).

Friseur Otto Wunderlich (Zweiter von rechts) geht Ende des Jahres in den Ruhestand und übergibt sein Geschäft an der Bad Laaspher Bahnhofstraße an Diana Müller (rechts).

Foto: Britta Prasse / WP

Bad Laasphe.  Friseur-Meister Otto Wunderlich geht Ende des Jahres in den Ruhestand. Was sich mit der neuen Geschäftsleitung im Bad Laaspher Salon ändern wird.

Alles fing 1954 mit zwei Stühlen in dem kleinen Friseur-Laden seines Vater in Banfe an. Damals war Otto Wunderlich gerade mal zwei Jahre alt, als er zwischen abgeschnittenen Haaren, Föhns und quat­schenden Kunden spielte. Schon im Alter von 16 Jahren übernahm Wunderlich schließlich viele Führungsaufgaben in dem Geschäft des Vaters, weil dessen Hand-Motorik durch Kriegsverletzungen stark eingeschränkt war.

„Es hat mir immer Spaß gemacht, neue Leute kennenzulernen und mit den Menschen zu reden“, sagt Wunderlich rückblickend. Der heute 67-jährige Friseurmeister geht Ende des Jahres in den Ruhestand – allerdings nicht, um sich komplett zur Ruhe zu setzen. Er wird weiterhin den ein oder anderen Kunden in dem Geschäft bedienen, das er Diana Müller, einer engen Freundin der Familie, übergeben wird. Und mit der 38-Jährigen soll der Friseur-Salon an der Bahnhofstraße auch ein erweitertes Angebot bekommen.

Die Rollenverteilung

Der Januar ist zunächst erst mal für den Umbau geplant. „Am 1. Februar möchten wir das neue Geschäft dann mit einem Brunch eröffnen“, verrät Müller. Und dann auch unter dem neuen Namen „Salon Diana Müller“. „Mir war es wichtig, dass ,Salon’ im Namen enthalten ist, weil es zeigt, dass nicht nur ich allein hier am Werk bin, sondern ein ganzes Team dahintersteht“, so Müller.

Zu dem Team gehören immerhin zwei Auszubildende sowie neun Angestellte – und ihr Mann Alexander Müller, der für Personalplanung und Buchhaltung zuständig ist. „Sie ist die Chefin im Laden, ich zu Hause“, sagt Müller und lacht. Der gelernte Industriekaufmann hat sich nach einem Arbeitsunfall vor fünf Jahren beruflich umorientiert, so dass er das Friseur-Geschäft nun mit seinen kaufmännischen Fähigkeiten unterstützen kann. Die Rollenverteilung bei den Müllers ist klar: Sie ist zuständig für das Handwerk, er für die Büroarbeit. Und auch die gemeinsame Tochter Lea-Marie (8) hat schon klare Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft: Sie möchte später Friseurin werden. Dann aber auch Chefin – so wie die Mama.

Die Kosmetik

Mit ihrem Meistertitel im Friseur-Handwerk hätte sich Diana Müller theoretisch auch als Kosmetikerin selbstständig machen können, denn sowohl im Theorie- als auch im Praxisteil sind Module wie pflegende und dekorative Kosmetik enthalten. Stattdessen wird Müller in Zukunft das bisherige Angebot des Friseur-Salons mit Anwendungen in einem separaten Kosmetikraum ergänzen. „Da soll es dann Massagen und Packungen, aber auch Make-ups geben, zum Beispiel für Hochzeiten“, erklärt Müller. Außerdem könne man den separaten Raum als eine Art VIP-Bereich buchen, in dem beispielsweise Braut und Brautjungfern geschminkt und frisiert werden und dazu eben auch ein Sektchen trinken können.

Die Rasur

Haarentfernung soll im Salon bald ebenfalls eine größere Rolle spielen. „Mich haben jetzt schon einige Kundinnen gefragt, ob ich Augenbrauen-Waxing und Ähnliches anbiete“, erzählt Müller. Die Nachfrage ist also da – genauso wie beim Thema Rasur. Dementsprechend soll es im neuen Salon auch eine Herren-Ecke geben, in der sich die Friseur-Fachkräfte um den Bart kümmern werden, der mittlerweile fast zum männlichen Modeaccessoire avanciert ist.

Die Motivation

In über fünf Jahrzehnten habe sich natürlich viel im Friseur-Dasein verändert, erzählt Otto Wunderlich. „Früher war man ein kleiner Dorf-Friseur, heute ist man ein Anlaufpunkt für viele Kunden aus der Umgebung.“ Die Motivation für den Job sei aber immer die gleiche geblieben: Kunden mit dem gelernten Handwerk glücklich zu machen. „Darin liegt natürlich auch viel Verantwortung“, meint Diana Müller. „Aber ich könnte mir beruflich nichts anderes vorstellen.“

>>> GEÄNDERTE ÖFFNUNGSZEITEN

Diana Müller (38) wohnt mit ihrem Mann (40) sowie ihrer Tochter (8) in Feudingen und hat im Februar ihre Meisterprüfung bestanden. Am 8. November bekommt sie in Marburg offiziell ihren Meisterbrief verliehen.

Mit der Neueröffnung im Februar 2020 ändern sich auch die Öffnungszeiten des Salons: Zukünftig wird das Geschäft von Dienstag bis Samstag jeweils von 8 bis 19 Uhr geöffnet haben, an Montagen bleibt es geschlossen.

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