Wittgensteiner Corona-Tagebuch

Gabi Born: „Überall ist unterschwellig die Angst“

Gabi Born, Girkhausen

Gabi Born, Girkhausen

Foto: Ute Schlapbach

Ich bin froh, nicht in einem Wohnblock zu leben, sondern in Wittgenstein, wo wir viel Platz haben und uns prima aus dem Weg gehen können.

Was mir fehlt sind die üblichen Kontakte. Man muss ja überlegen, wann man sich wo mit wem trifft. Die Spontaneität ist weg. Aber ich kann arbeiten gehen, mit Maske klar, aber das kann nicht jeder. Wenn ich da an Hotels und die Gastronomie denke, die Probleme habe ich Gott sei dank nicht.

Meine Systemische Beratung für Privatpersonen und Unternehmen kann ich größtenteils auch online anbieten. Der persönliche Kontakt ist zwar wichtiger und besser, aber viele Menschen haben zurzeit Angst davor. Meine Weiterbildung im Januar steht allerdings noch in den Sternen.

Corona macht etwas mit den Menschen. Überall ist unterschwellig die Angst, manchen steht sie im Gesicht geschrieben. Die Menschen sind halt unterschiedlich und reagieren unterschiedlich. Und man weiß nicht, wie lange das Ganze dauert. Die Ungewissheit ist, glaube ich, das Schlimmste.

Wir vom Girkhäuser Generationenverein, bei dem ich als Schriftführerin tätig bin, „planen“ für 2021 so, dass wir mit zwei, drei Wochen Vorlauf Veranstaltungen durchziehen könnten, also keine festen Termine. Im geschäftsführenden Vorstand schlagen wir uns telefonisch durch. Es sind im Sommer Veranstaltungen gewesen mit den entsprechenden Maßnahmen, aber zurzeit kommen im ‘Treffpunkt Oster’ keine Vereine und Gruppen wie z.B. Frauenhilfe und Posaunenchor zusammen bzw. das Gebäude wird nicht vermietet. Da wir Kosten sparen müssen, drehen wir die Heizung so weit wie möglich runter. Dass das Gebäude wärmegedämmt wurde, eine neue Decke und Haustür bekam, macht sich schon bemerkbar.

Apropos: Ich bin froh, nicht in einem Wohnblock zu leben, sondern in Wittgenstein, wo wir viel Platz haben und uns prima aus dem Weg gehen können. Und meine Hobbys Nähen und Basteln kann ich auch alleine machen.

Zur Person

Gabi Born ist 54 Jahre alt und von Beruf Kauffrau im Gesundheitswesen und lebt in Girkhausen. Sie engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand des Generationenvereins, der das frühere Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde übernommen und modernisiert hat. Der „Treffpunkt Oster“ wird von vielen Vereinen genutzt. Aber auch dieses Projekt leidet unter der Corona-Pandemie.

Sie möchten Ihre Erlebnisse rund um die Corona-Pandemie mit unseren Lesern teilen? Schicken Sie uns ihre Tagebuch-Geschichte an berleburg@westfalenpost.de ! Und bitte geben Sie ihre Adresse und Telefonnummer für Rückfragen an. Was wir außerdem brauchen ist ein Foto und einige Angaben zu Ihrer Person.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben