Handwerk

Generationswechsel bei Firma Achinger in Bad Berleburg

Jens Achinger (vorne) führt das Familienunternehmen jetzt gemeinsam mit Partner Thorsten Krämer (neben Achinger stehend). Krämer wird das Landschaftsbauunternehmen in ein paar Jahren übernehmen.

Jens Achinger (vorne) führt das Familienunternehmen jetzt gemeinsam mit Partner Thorsten Krämer (neben Achinger stehend). Krämer wird das Landschaftsbauunternehmen in ein paar Jahren übernehmen.

Foto: Firma Achinger

Bad Berleburg.   Landschaftsgartenbaubetrieb bereitet Führungswechsel von langer Hand vor. Kreative Lösung für Einstieg des neuen Partners Thorsten Krämer

Jens Achinger und Thorsten Krämer haben mehr gemeinsam als sie damals dachten. 1998 steigt der Landschaftsarchitekt Jens Achinger in die Firma seines Vaters Dietrich Achinger ein. Im gleichen Jahre startet Thorsten Krämer dort seine Ausbildung zum Landschaftsgärtner. 21 Jahre später führen beide den Handwerkbetrieb mit einer 61-jährigen Tradition gemeinsam – als Partner.

Nachfolge

Der Generationenwechsel ist geglückt – mit Beharrlichkeit und Beratung. Jens Achinger stand vor der Frage, was mit dem Familienunternehmen passiert, wenn er - wie geplant - in 13 Jahren mit 67 in den Ruhestand gehen will. Seine drei Kinder haben beruflich andere Wege eingeschlagen. „Es gibt ja genügend Betriebe, denen es ähnlich geht“, weiß der Landschaftsarchitekt. Also machte sich Achinger auf die Suche nach einem Nachfolger. Eine Nachfolge-Börse des Handwerks hat ihn nachhaltig beeindruckt: „Da waren 70 Anbieter und nur zwei Suchende.“ Achinger wurde aber doch schnell fündig – im eigenen Haus. Thorsten Krämer (38) hat seinen Weg im Unternehmen konsequent verfolgt, wurde Vorarbeiter, machte seinen Meister und arbeitet seit 2011 als Bauleiter für das Unternehmen.

Firmen-Konstruktion

Zum 1. April haben Achinger und Krämer den Handwerksbetrieb in eine Besitzgesellschaft und eine fürs operative Geschäft aufgeteilt. „Alles bleibt beim Alten“, sagt Thorsten Krämer und Jens Achinger ergänzt: „Für die Mitarbeiter und die Kunden ändert sich dadurch nichts.“ Trotzdem hat die neue Konstruktion Vorteile: Thorsten Krämer muss als Jungunternehmer nicht hohe Kredite aufnehmen, um den bestehenden Fuhrpark oder Immobilien der alten Dietrich Achinger GmbH auf einen Schlag zu übernehmen. „Das ist ein auf 13 Jahre angelegter Übernahmeprozess“, erklärt Jens Achinger. In dieser Zeit habe die Gesellschaft mit dem operativen Geschäft ausreichend Zeit, Geld zu verdienen und die Betriebsmittel zu übernehmen oder ab er von vornherein neue anzuschaffen. Steuerberater Georg Lückel hatte Achinger und Krämer beraten und diese kreative Lösung für einen Generationenwechsel mitangestoßen. Für Thorsten Krämer, der schon lange nicht nur als Bauleiter, sondern auch im Angebotswesen und Kundenkontakt arbeitet, ist der Schritt folgerichtig. Auch die Rückmeldung vieler Kunden sei ermutigend. Im Prinzip gehe das Geschäft unverändert weiter. Die Auslastung für die 26 Mitarbeiter, darunter sind auch zwei Auszubildende zum Landschaftsgärtner und ein Straßenbauer, sei gut.

Geschäftsmodell

Der eigene Garten habe als „Rückzugsort“ wieder eine stärkere Bedeutung erhalten, so Achinger. Neben Ziergärten seien auch Schwimmteiche gefragt. Bundesgartenschauen sind ein Gradmesser für das, was in Mode ist. Auch Unternehmen definieren sich über ihre Grünanlagen und beauftragen Landschaftsgärtner mit Gestaltung und Pflege. Außerdem wachse das Auftragsvolumen rund um Baumpflege und nicht selten seien es ältere Kunden, die ihren Garten lange selbst gepflegt hätten, nun aber „gerne auch mal den Profi kommen lassen“, so Thorsten Krämer.

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