Literaturpflaster

Georgische Künstlerin zeigt Illustrationen in der Sparkasse

Tatia Nadareischwilli stellt im Rahmen des Bad Berleburger Literaturpflasters einige ihrer Illustrationen in der Sparkasse Wittgenstein aus.

Tatia Nadareischwilli stellt im Rahmen des Bad Berleburger Literaturpflasters einige ihrer Illustrationen in der Sparkasse Wittgenstein aus.

Foto: Ramona Richter

Bad Berleburg.   Tatia Nadareischwilis Illustrationen sind ein Spiegelbild ihrer Seele. Ausstellung im Rahmen des Berleburger Literaturpflasters.

Es ist die Geschichte ihrer Kindheit, die Tatia Nadareischwili in einigen ihrer Illustrationen erzählt. Im Haus ihres Vaters, dort, wo sie auswuchs, wo sie viele Erfahrungen machte und dort, wo sie immer wieder in Gedanken Zuflucht findet. Raus aus den Alltag und rein in die Fantasie, denn zu entdecken gibt es Vieles.

Es sind eben die Bilder, die die 30-jährige Illustratorin aus Georgien derzeit in der Sparkasse Wittgenstein ausstellt. Noch bis zum 9. November können dort die Besucher ihre Werke zu den Öffnungszeiten der Sparkasse bestaunen, über sie diskutieren und am Ende sogar kaufen. 37 Werke hängen dort an den Wänden des ersten Obergeschosses. Bunte aber auch schwarz-weiße Illustrationen zieren die sonst so kalten und weißen Wände. Einige Illustrationen stammen aus Kinderbüchern, die sie selbst geschrieben hat. „Ich arbeite auch für andere Autoren, Zeitungen und Magazine. Aber am liebsten arbeite ich an meinen eigenen Ideen. Es gibt einfach so viel, was mich begeistert und inspiriert“, sagt sie.

Schlafende Tiere

Eine bestimmte Inspirationsquelle gebe es dabei nicht. „Ich habe eines Abends eine Doku über Wale geschaut. Bis dahin wusste ich nicht, dass sie senkrecht schlafen. Das hat mich total fasziniert.“ Daraufhin habe sie recherchiert, wie andere Tiere schlafen und schon war eine neue Geschichte geboren. Eine Geschichte, in der ein Kind eben diese verschiedenen Tiere und ihre Eigenarten kennenlernt. Und kennenlernen können dies auch die Besucher der Sparkasse Wittgenstein in Bad Berleburg. „Ich möchte den Menschen eine Geschichte erzählen. Aber ich bin keine Autorin. Ich zeichne lieber“, sagt Tatia Nadareischwili. Aus diesem Grund sei die 30-Jährige Illustratorin geworden.

Werbeplakate und Postkarten

Seit einigen Jahren arbeitet sie mit einer Freundin in Tiflis in ihrem eigenen Studio. Aber auch ein kleiner Shop gehört den jungen Frauen. Dort verkaufen sie nicht nur ihre eigenen Werke, sondern auch Postkarten, Plakate und weitere Kunstwerke anderer Illustratoren. „In Georgien sind Illustrationen noch nicht so bekannt bei den Menschen. Wir wollen, dass sich das ändert.“ Aus diesem Grund geht es für die junge Künstlerin weiter Richtung Süden zur Frankfurter Buchmesse, wo sie ebenfalls einen Teil der Werke ausstellt.

Doch bei all den Zeichnungen: Einige Lieblingsbilder hat Tatia Nadareischwili dann doch. „Meine persönlichen Lieblinge sind die Illustrationen aus meinem ersten Buch ‘The House-Das Haus’. Denn dort erzähle ich die Geschichte meiner Kindheit.“ Veröffentlicht wurde das Buch bislang noch nicht. „Es ist aber auch kein Kinderbuch, sondern vielmehr ein Artbook.“

Es ist nicht das einzige Buch der georgischen Künstlerin, das bislang noch nicht veröffentlicht wurde. Einige von ihnen seien noch in der Entwicklungsphase. Denn ein Buch braucht Zeit. „Manchmal habe ich eine Idee und stelle dann fest, dass es keinen roten Faden in der Geschichte gibt. Und die Geschichte ist gerade bei Kinderbüchern enorm wichtig“, sagt sie.

Workshop für Kinder

Kinderbücher – eine Gattung der Literatur, die Tatia Nadareischwilli sehr am Herzen liegt. „Ich liebe es für, aber vor allem auch mit Kindern zusammen zu arbeiten.“ Daher ist es wenig verwunderlich, dass die 30-Jährige am Montag einen Workshop für kleine Künstler anbot. Dort lernten die Kinder, wie man Geschichten zeichnerisch umsetzen kann. Und das Ergebnis lässt sich sehen – und zwar im zweiten Obergeschoss der Sparkasse Wittgenstein. Denn auch die Kunstwerke der Kinder sind Teil der Ausstellung „Illustrationen – Wenn Sprache Flügel bekommt“.

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