Wittis in der Welt

Gerd Börner in Berlin und Bad Berleburg zu Hause

Mit ihren Frauen haben die Stammtischbrüder aus Bad Berleburg ihren Freund Gerd Börner (2.v. re) und seine Frau Uschi (li.) in Berlin besucht.

Foto: WP

Mit ihren Frauen haben die Stammtischbrüder aus Bad Berleburg ihren Freund Gerd Börner (2.v. re) und seine Frau Uschi (li.) in Berlin besucht. Foto: WP

Bad Berleburg.  Gerd Börner (64) kennt die Welt. Das von ihm geführte Unternehmen Jordahl GmbH in Berlin, sorgt mit Ankerschienen rund um den Globus, dass Wolkenkratzer und Brücken Stabilität bekommen. Der „Witti in der Welt“ hat seine Kontakte zu Freunden in Bad Berleburg nie abgebrochen.

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Es gibt wohl kaum eine Person in der Region, auf den die Serie „Wittis in der Welt“ besser zutreffen würde. In seinem äußerst aktiven Berufsleben hat Gerd Börner gefühlte 150.000 Kilometer mit dem Flugzeug jährlich absolviert. Sein Expansionsdrang hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Firma Jordahl GmbH in fast allen europäischen Ländern eine Niederlassung betreibt. Ausnahmen bilden nur die Ukraine, Weißrussland und wer hätte es geahnt – Tschetschenien.

Aber der Reihe nach. Geboren wird Gerd Börner am 10. Januar 1949 in Berleburg. Die Einschulung erfolgt 1954 und zwar dort, wo heute die Sparkasse steht. Anschließend wechselt er auf das Gymnasium (heute JAG), dann studiert er Bauingenieurswesen an der Fachhochschule Siegen-Gummersbach und zieht später mit seiner Frau Uschi nach Berlin, um dort an der TU mit dem Titel Diplom-Ingenieur abzuschließen.

150.000 Kilometer im Jahr

Nach einer Beschäftigung als Statiker und Bauleiter bei der Firma Philipp Holzmann AG tritt Gerd Börner 1984 in die Firma „Deutsche Kahneisen“ GmbH ein. Ein Glücksfall. Die Firma wird später in Jordahl-Befestigungstechnik mit Sitz in Berlin umbenannt. Von 1988 bis 2012 fungiert er als Geschäftsführer. Im Jahr 2001 wird er Mitgesellschafter des Unternehmens. Spezialisiert hat man sich dort auf absolute Nischenprodukte und das in drei verschiedenen Sparten. „Wir stellen unter anderem Befestigungen für Oberleitungen in Eisenbahntunneln her – und das weltweit“, macht der Ingenieur deutlich.

Dank der Jordahl-Ankerschienen sind Durchfahrten mit einem Tempo von 250 km/h und mehr problemlos möglich. Besonders in China wird die Spezialfirma noch kilometerlange Tunnel mit den wichtigen Halterungen versorgen. Auch in Sachen Abfangkonstruktionen für Mauerwerke bei Gebäuden ab drei Etagen ist die Berliner Firma ein Global Player. Diese Halterungen können beispielsweise zum Einsatz kommen, wenn Klinker auf Außenwände aufgetragen wird.

Produkte weltweit im Einsatz

Weltweit zum Einsatz kommen auch die Befestigungen für Glasfassaden an Betonunterkonstruktionen, und zwar bei Hochhäusern über 18 Stockwerken. Bestes Beispiel ist die mit Glas ummantelte Citybank in London. Ankerschienen und Schrauben von Jordahl geben auch den stark strapazierten Brückenkonstruktionen auf der ganzen Welt den notwendigen Halt.

Zum Privatleben: Gerd Börner ist nicht nur musikalisch aktiv – gemeinsam mit heimischen Fußballgrößen wie Manni Spies oder Peter Rekowski und anderen gelingt ihm mit dem VfL Berleburg 1974 der Aufstieg in die Landesliga. Im gleichen Jahr macht er noch einmal Nägel mit Köpfen – er heiratet Uschi, die Tochter von Hans Haiduga. Fünf Jahre später kommt Sohn Thomas zur Welt, Enkelsohn Carlo wird 2003 geboren.

Im vergangenen Jahr dann sein Austritt aus dem operativen Berufsleben, obwohl der heute 64-Jährige noch in drei Aufsichtsräten sitzt. So ganz nebenbei sind in den vergangenen zehn Jahren noch Tochtergesellschaften in Singapur, Peking, Hongkong oder im indischen Pune entstanden. Eine Unternehmensgruppe wurde zudem noch im November 2012 in den USA sowie in Kanada übernommen.

Weiterhin als Chairman tätig

In den übergeordneten Holdings ist er auch weiterhin Chairman und bestimmt die Strategie des Unternehmens Jordahl in USA und Kanada. Gemeinsam mit seiner Frau Uschi wohnt er zwar jetzt in Berlin-Lichterfelde, der Kontakt zu Bad Berleburg ist aber immer noch hervorragend – auch weil er noch über eine Wohnung in seinem Elternhaus am Homrighäuser Weg verfügt. Ein bis zweimal im Jahr steuert er Wittgenstein an. „Tante Johanna“ und „Onkel Menne“ wohnen ebenfalls im Homrighäuser Weg, die Anlaufstation für Uschi und Gerd. Johanna heizt dann im kalten Wittgensteiner Land die Wohnung der beiden an bevor sie in Berleburg eintreffen. Dann trifft er natürlich auch seine ehemaligen Schulkameraden Heiner Wolf oder Werner Braun oder die schon erwähnten Manfred Spies oder Fußballkollege Helmut Franke und Peter Rekowski.

In allen Ländern präsent

Zurück zum Berufsleben: Dank seines Einsatzes ist die Firma Jordahl-Befestigungstechnik in allen wichtigen Ländern präsent – außer in Südamerika. Dafür hat der humorvolle Pensionär aber auch schon eine Lösung: „Das überlasse ich meinem Nachfolger.“

Seine Heimatverbundenheit zeigt sich auch an seinem Autokennzeichen „B-LB 550“. „Als Teilzeitrentner habe ich nun sicher etwas mehr Zeit um meine Wittgensteiner Heimat öfters zu besuchen“, war der Schlusssatz des Gesprächs mit der WESTFALENPOST.

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